Sonntag, 17. November 2019
Preisjäger nimmt 3.462 Angebote unter der Lupe

Rabattbeschiss an Black Friday & Co?

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 07.11.2019 | |  
Die Shopping-Plattform Preisjäger hat 3.462 Angebote der letzten drei Jahre analysiert, um herauszufinden ob die Rabattversprechen der Händler und Hersteller am Black Friday und in der Cyber Week stimmen. (Bild: Preisjäger) Die Shopping-Plattform Preisjäger hat 3.462 Angebote der letzten drei Jahre analysiert, um herauszufinden ob die Rabattversprechen der Händler und Hersteller am Black Friday und in der Cyber Week stimmen. (Bild: Preisjäger) Keine drei Wochen mehr, dann ist es soweit: Am 25. November beginnt mit der Cyber Week die Zeit der Schnäppchenjäger. „Bis zu 90%“ sollen Konsumenten in der Cyber Week und speziell am Black Friday (29. November) angeblich sparen können. Die Shopping-Plattform Preisjäger hat mehr als 3.000 Angebote unter die Lupe genommen und kam zu anderen Ergebnissen.

Stimmen die Werbeversprechen wirklich? Dass man in der Cyber Week und am Black Friday bis zu 90% Rabatt gewährt bekommt wie viele Anbieter versprechen. Die Shopping-Plattform Preisjäger hat 3.462 Angebote der letzten drei Jahre analysiert und kommt zu einem anderen Urteil:90% konnten Konsumenten in den letzten drei Jahren äußerst selten sparen. Tatsächlich betrug die durchschnittliche Ersparnis „nur“ 32,9%. Konsumenten sind gut beraten, Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen.“

Nicht selten greifen Händler und Hersteller im Weihnachtsgeschäft und vor allem am Black Friday tief in die Trickkiste, um ihren Umsatz anzukurbeln. Gerade bei Rabattangaben sollten Konsumenten aber genau hinsehen“, rät Preisjäger. „Noch immer nämlich tricksen Händler bei Rabattangaben. Die Höhe des Preisnachlasses berechnen sie nicht ausgehend vom Marktpreis, sondern von der meist deutlich höheren UVP, also dem unverbindlichen Verkaufspreis. Um nicht in die Rabattfalle zu tippen, sollten sich Konsumenten deshalb vorab ein Bild von den gängigen Preisen und Rabatten machen, denn zu verschenken hat niemand etwas.“

„Software, Möbel und Reisen bieten das größte Schnäppchenpotential“

Apps und Software sind rund um den Black Friday traditionell besonders preiswert. Von allen zehn von Preisjäger bei der Analyse berücksichtigten Warengruppen wiesen sie die höchsten Rabatte auf: „Durchschnittlich 58,02% konnten Konsumenten in den letzten drei Jahren beim Kauf von Apps und Software sparen“, sagt Preisjäger.

Möbel und Dekoartikel folgten im Ranking der Warengruppen mit dem größten Schnäppchenpotential mit einigem Abstand auf dem zweiten Rang, wie die Studienergebnisse zeigen: „Wer am Black Friday der Jahre 2016 bis 2018 Möbel oder Dekoartikel kaufte, sparte durchschnittlich 33,9%. Etwas weniger, nämlich um 33,6% sanken die Preise für Reisen, die damit auf dem dritten Rang lagen.“

Händler senkten die Preise für Filme auf Blu-ray Disc und DVD sowie Videospiele für den PC und Konsolen wie die PlayStation 4, Wii U oder Xbox One um durchschnittlich 29,2%.

„Spielzeug und Elektronikartikel sind rund ein Viertel preiswerter“

Wer hofft, Spielzeug oder Elektronikartikel in der Cyber Week besonders günstig kaufen zu können, dürfte laut Preisjäger enttäuscht werden. „Spielzeug und Elektronikartikel sind klassische Weihnachtsgeschenke – und werden so stark nachgefragt, dass Händler ihre Preise auch am Black Friday nicht allzu stark senken. Um durchschnittlich 27,4% konnten Konsumenten so in den letzten drei Jahren sparen, wenn sie Spielzeug in der Cyber Week kauften.

Bei Elektronikartikeln fiel die durchschnittliche Ersparnis sogar so niedrig aus wie bei keiner anderen der zehn analysierten Warengruppen: Geringe Margen und eine starke Nachfrage führten in den letzten drei Jahren dazu, dass Konsumenten beim Kauf von Elektronikartikeln selbst am Black Friday ‚nur‘ 23,5% sparen konnten“, sagt Preisjäger.

„Geringere Rabatte, aber mehr Angebote“

In den letzten Jahren konnte das Team von Preisjäger aber zwei Trends beobachten: „Die Höhe der Rabatte war zuletzt wieder ruckläufig. 2017 konnten Konsumenten in der Cyber Week und am Black Friday warengruppenübergreifend im Schnitt um 37%, 2018 aber nur um 31,6% sparen. Dafür ist die Zahl der Angebote aber zeitgleich deutlich gestiegen: 2016 verzeichnete Preisjäger am Black Friday noch 514 Angebote, 2018 bereits 1.834 verschiedene Angebote. Neben Elektronikhändlern senken am Black Friday inzwischen regelmäßig auch Marken wie Adidas, Nike, Puma und Reebok, Parfümerien wie Douglas oder Sephora oder Akteure aus dem Reisebereich wie Aida, Easyjet, Ryanair oder TUI ihre Preise“, fasst Preisjäger zusammen.

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