Freitag, 13. Dezember 2019
GPA-djp: „Die Verärgerung ist groß“

Große Spannungen bei Handels-KV-Verhandlungen

Hintergrund Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 11.11.2019 | |  
Handels-KV-Verhandlungen: Die Betriebsräte fühlen sich vor den Kopf gestoßen und verlangen einen konstruktiven Neustart der Verhandlungen, wie die GPA-djp sagt. (Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de) Handels-KV-Verhandlungen: Die Betriebsräte fühlen sich vor den Kopf gestoßen und verlangen einen konstruktiven Neustart der Verhandlungen, wie die GPA-djp sagt. (Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de) Die Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 400.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel laufen – aber nicht unbedingt rund und harmonisch, denn harte Vorwürfe stehen im Raum. Die Betriebsräte fühlen sich vor den Kopf gestoßen und verlangen einen konstruktiven Neustart der Verhandlungen. Der Handelsverband ruft die Verhandler auf beiden Seiten indes zur Besonnenheit auf.

Vergangene Woche fanden in ganz Österreich Betriebsrätekonferenzen statt, an denen sich ca. 400 Betriebsräte aus dem Handel beteiligten. „Die Verärgerung über Stil, Wortwahl und die respektlose Verhandlungsführung der Arbeitgeber ist groß“, erklärt die KV-Verhandlerin der GPA-djp Anita Palkovich.

Wie Palkovich sagt, wurde in allen Konferenzen einstimmig eine Resolution beschlossen, nach der es in den kommenden Tagen zu Betriebsversammlungen kommen wird – „sollten am Dienstag weiterhin keine konstruktiven Verhandlungen auf Augenhöhe möglich sein“, so Palkovich. Laut der KV-Verhandlerin der GPA-djp wurden bislang bereits über 200 Versammlungen vereinbart, darunter ua. in den Unternehmen Lidl, BILLA, Interspar, DM, Primark, MORAWA, Transgourmet, Sports Direct und Mercedes-Benz.

Wir erwarten am kommenden Dienstag endlich ein faires Angebot der Arbeitgeber und stehen für einen Neustart der Verhandlungen in einem konstruktiven Klima bereit“, sagt der Vorsitzende des GPA-djp Wirtschaftsbereichs Handel Martin Müllauer.

Aufruf zur Besonnenheit

Angesicht der „Vorwürfe und Respektlosigkeiten, die die mediale Berichterstattung dominieren“, appelliert der Handelsverband an beide Seiten „die Verhandlungen besonnen zu führen“. Die bevorstehende konjunkturell durchwachsene Phase erfordere ein verantwortungsvolles Vorgehen im Sinne unserer beschäftigungsintensiven Branche. Handelsverband-Präsident Dr. Stephan Mayer-Heinisch sagt: „Gerade in Zeiten, in denen die Bäume nicht in den Himmel wachsen, sind die Verhandlungspartner aufgerufen, auf Kampfrhetorik zu verzichten. Dies sorgt lediglich für Verunsicherung beim Verbraucher und ist damit Gift für den Konsum.“

Wie es bei der nächsten Verhandlungsrunde am 12.November lief, lesen Sie hier.

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