Samstag, 18. Januar 2020
Editor's ChoiceDüttmann und Reverter im Handelsblatt-Interview

Versäumnisse und „deutliche Veränderungen“ bei Media-Saturn

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 09.12.2019 | | 3  
Ceconomy-Interims-CEO Bernhard Düttmann spricht im Interview mit dem Handelsblatt von „deutlichen Veränderungen“ bei MediaSaturn. (Foto: Ceconomy) Ceconomy-Interims-CEO Bernhard Düttmann spricht im Interview mit dem Handelsblatt von „deutlichen Veränderungen“ bei MediaSaturn. (Foto: Ceconomy) Das Handelsblatt bat die Media-Saturn-Spitze, genauer gesagt Ceconomy-Interims-CEO Bernhard Düttmann und Media-Saturn-Chef Ferran Reverter, zum Interview. Die beiden erklären dabei was sich in den Märkten ändern muss. Zudem rechnen sie mit der alten Führung ab.

Bernhard Düttmann saß bisher im Ceconomy-Aufsichtsrat, löste im Oktober Jörn Werner ab und soll das Unternehmen nun übergangsweise für ein Jahr führen. Der Interims Ceconomy CEO will das Unternehmen aus der Krise führen. Um dies zu erreichen soll eine deutlich stärkere Zentralisierung erfolgen, um Kosten zu sparen und Entscheidungswege zu verkürzen. „Wir kommen aus einer völlig dezentralen Welt: Marken, Länder – alle haben sehr eigenständig agiert“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Unternehmen habe sich zu lange „in falscher Sicherheit“ gewiegt. „Als uns das klar wurde, haben wir gehandelt.“

Nun soll eine neue Strategie gefahren werden, mit „deutlichen Veränderungen“ in den Media Märkten und Saturn-Märkten. Die Umsetzung soll Ferran Reverter, der die operative Gesellschaft Media-Saturn-Holding führt, verantworten. Das Sortiment soll verändert werden, die Flächen verkleinert. „Wir wissen, dass wir als optimale Größe in der Regel zwischen 1.700 und 1.800 Quadratmeter benötigen“, sagte Reverter zum Handelsblatt. Heute liege der Schnitt bei rund 3.000 Quadratmetern.

Wie Düttmann im Handelsblatt-Interview sagte, sei die Atmosphäre in den Märkten aktuell zu kühl, die Geschäfte müssten einladender werden. „Die Leute wollen etwas erleben, sie wollen Spaß haben beim Einkaufen.“

Abrechnung

Im Handelsblatt-Interview wurde nicht nur über die neue Strategie gesprochen, Düttmann übte auch Kritik an seinem Vorgänger: „Ein CEO muss immer die Mannschaft hinter sich bringen, sonst kann er nichts umsetzen.“ Das sei zuletzt nicht geschafft worden. Der Interims-CEO deutete an, dass er eventuell auf Dauer an der Spitze von Ceconomy bleiben könnte. Auf die Frage des Handelsblattes, ob nach einem Jahr wirklich Schluss sein wird, meinte Düttmann: „Mal schauen. Wir haben gesagt, dass wir zu gegebener Zeit unsere Strategie präsentieren werden. Ich gehe davon aus, dass der Aufsichtsrat bis zu diesem Zeitpunkt Klarheit über die Unternehmensspitze schaffen wird.“

Kommentare (3)

  1. Auch technisch gibt es etliche Versäumnisse, angefangen davon, dass auch die Online-Präsenzen mit zwei Marken aufgezogen wurden (während heute dann trotzdem BEIDE Shops nicht erreichbar waren 😉). Die Online-Shops sind praktisch wenn man Artikelnummern hat, ansonsten sucht man sich zum Esel, weil man zu viele unpassende Treffer erhält. Und langsam sind sie obendrein. Echt schade: Buy & Collect könnte sonst viel besser funktionieren und der Preis ist ja nicht das Problem. Auch die schnelle Einlistung von Original-Zubehör sollte optimiert werden: heute vergeblich nach dem Ladekabel für die Fitbit Versa 2 (nicht 1. Generation!) gesucht. Aber gut: da kann der Hersteller schuld sein.

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