Sonntag, 19. Januar 2020
Möglicher Kollateralschaden

Siemens AG-Fallout bedroht BSH Hausgeräte

Hintergrund Hausgeräte | Dominik Schebach | 15.01.2020 | | 1  
Die Siemens AG sieht sich nach heftiger Kritik durch Klimaschützer derzeit einem PR-Desaster gegenüber. Ein Boycott der Endkunden könnte allerdings den Falschen treffen - die BSH Hausgeräte GmbH, sei 2015 zu 100% im Besitz der Bosch-Gruppe. Die Siemens AG sieht sich nach heftiger Kritik durch Klimaschützer derzeit einem PR-Desaster gegenüber. Ein Boycott der Endkunden könnte allerdings den Falschen treffen - die BSH Hausgeräte GmbH, sei 2015 zu 100% im Besitz der Bosch-Gruppe. (© Siemens AG) Kaum hatte CEO Joe Kaeser die Entscheidung der Siemens AG verkündet, an einem umstrittenen Kohleprojekt in Australien festzuhalten, brandete nicht nur die Entrüstung in den Sozialen Netzwerken von Fridays for Future auf, es gab in Deutschland auch Boykott-Aufrufe gegen den Konzern - in der Form, dass keine Haushaltsgeräte der Marke mehr gekauft werden sollen. Was die Aktivisten offensichtlich nicht wissen: Der Konzern hat sich aus dem Konsumgüter-Bereich weitgehend zurückgezogen. So gehört Siemens Hausgeräte seit 2015 zur Gänze zur Bosch-Gruppe, weswegen so ein Boykott das falsche Unternehmen treffen würde.

Bei der BSH Hausgeräte GmbH gibt man sich – zumindest nach außen – recht gelassen, was mögliche Proteste durch Aktivisten von Fridays for Future betrifft. „Die aktuellen Proteste richten sich gegen ein Projekt der Siemens AG. Wir gehen daher nicht davon aus, dass dies zu negativen Konsequenzen im Hausgerätegeschäft der BSH Hausgeräte GmbH führt. Wir haben bislang keine Kenntnis über Protestaktionen gegen BSH-Verkaufsflächen oder Geschäfte mit Siemens Logo und haben daher aktuell keine Aufklärungsaktionen geplant“, erklärte Markus Ettenauer, Head of Marketing, BSH Hausgeräte Gesellschaft mbH Österreich. „Im Jahr 1967 als Gemeinschaftsunternehmen der Robert Bosch GmbH (Stuttgart) und der Siemens AG (München) gegründet, gehört die BSH seit Januar 2015 zu 100% zur Bosch-Gruppe. Die BSH ist seither Marken-Lizenznehmerin der Siemens AG für die Marke Siemens.“

Wer jetzt glaubt, dass die Klimaproteste ein Sturm im Wasserglas sind, irrt. Vielmehr entwickelt sich die Geschichte für die Siemens AG zum laufenden PR-Desaster. Und das für einen eigentlich unbedeutenden Auftrag für den Großkonzern: Siemens wird für nicht ganz 20 Mio Euro die Signaltechnik für eine Eisenbahnlinie im hitzegeplagten Australien liefern. Über diese Bahnlinie soll Kohle aus dem neu zu erschließenden Galilee-Abbaugebiet im Nordosten des Kontinents an den Verladehafen an der Küste transportiert werden. Insgesamt könnten pro Jahr bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle in dem zukünftig größten Kohle-Revier der Welt abgebaut werden, weswegen das Festhalten von Siemens an diesem Projekt entsprechend scharf von Umweltschützern und den Klimaaktivisten von Fridays for Future kritisiert wird. Protestaktionen zur Hauptversammlung des Konzerns im Februar wurden bereits angekündigt.

Kommentare (1)

  1. Die Aktivisten sollen Siemens den Verlust bezahlen und sich darum kümmern, dass auch andere Unternehmen den Auftrag nicht erhalten. Überdies hinaus sollten Sie nach Australien mit dem Fahrrad fahren – den Rest schwimmen – und die Regierung auffordern das Kraftwerk zu schliessen, dann kommen solche Diskussionen gar nicht erst hoch !

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