Freitag, 21. Februar 2020
Editor's ChoiceKönnte der Gesellschafterkonflikt dauerhaft beendet werden?

Convergenta-Kellerhals will in Ceconomy Aufsichtsrat

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 22.01.2020 | |  
Jürgen Kellerhals – Sohn des verstorbenen Media-Saturn-Gründers Erich Kellerhals - beansprucht einen Sitz im Aufsichtsrat des Media-Saturn-Mutterkonzerns Ceconomy. Er will Freenet-Boss Christoph Vilanek ausstechen, weil er bei ihm einen Interessenkonflikt sieht. (Bild: MSH) Jürgen Kellerhals – Sohn des verstorbenen Media-Saturn-Gründers Erich Kellerhals - beansprucht einen Sitz im Aufsichtsrat des Media-Saturn-Mutterkonzerns Ceconomy. Er will Freenet-Boss Christoph Vilanek ausstechen, weil er bei ihm einen Interessenkonflikt sieht. (Bild: MSH) Mit dem Tod von MediaMarkt-Gründer Erich Kellerhals schienen die Reibereien zwischen der Media-Saturn-Holding bzw. Ceconomy und Convergenta (dem Unternehmen der Familie Kellerhals) aufgehört zu haben. Offenbar nicht, denn wie deutsche Medien berichten, geht Erich Kellerhals‘ Sohn Jürgen ins Rennen um den Ceconomy-Aufsichtsrats-Sitz. Dies, um zu verhindern, dass Freenet ihren Kandidaten Christoph Vilanek in den Aufsichtsrat bringen kann.

Am 12. Februar wählt die MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy einen neuen Aufsichtsrat. Die Convergenta Invest GmbH, das Unternehmen des verstorbenen MediaMarkt-Gründers Erich Kellerhals, das an der Media-Saturn-Holding beteiligt ist, gab vor kurzem bekannt, einen Gegenantrag für die Tagesordnung der Hauptversammlung der Ceconomy AG eingereicht zu haben. Der Grund: Man will gegen die Empfehlung des Kontrollgremiums verhindern, dass Freenet-Chef Christoph Vilanek im Aufsichtsrat bestätigt wird. Stattdessen soll Jürgen Kellerhals (Sohn von Erich Kellerhals) in den Aufsichtsrat, der sich selbst zur Wahl stellt.

Es bestehe die begründete Gefahr, dass Freenet und Herr Vilanek ihre Position ausnutzen, um Freenet Vorteile zu verschaffen, die zu Lasten der übrigen Aktionäre der Ceconomy AG, der MSH und der Convergenta gehen könnten, wird vom Manager Magazin aus einer Aussendung der Convergenta zitiert. Soll heißen: Kellerhals ortet in der Wahl des Freenet-CEOs Vilanek in den Ceconomy-Aufsichtsrat einen Interessenkonflikt. Dieser scheint nicht ganz unbegründet, denn Freenet stieg 2018 bei der Elektronikhandelsholding ein und hält einen Anteil von 9,1% – ist nach Convergenta (mit 21,67%) also der drittgrößte Aktionär. Zudem gelten MediaMarkt und Saturn als wichtige Vertriebskanäle für die von Freenet vermittelten Mobilfunkverträge.

Bereits letztes Jahr klagte Convergenta erfolglos gegen die gerichtliche Bestellung des Freenet-CEOs in den Aufsichtsrat, nachdem ein Sitz in dem Gremium frei geworden war. Der Ceconomy-Aufsichtsrat hatte die Aufnahme des Freenet-CEOs unterstützt und empfiehlt scheinbar auch jetzt die Wahl Vilaneks in das Gremium.

Dauerhafte Beilegung des Gesellschafterstreites?

Convergenta ist überzeugt: „Die Wahl von Jürgen Kellerhals in den Ceconomy Aufsichtsrat könnte zur dauerhaften Beilegung des Gesellschafterkonflikts auf Ebene der MSH beitragen.

Das Unternehmen schreibt dazu: „Die Mehrheitsbeteiligung der Ceconomy an der MSH ist die einzige operative Beteiligung der Ceconomy AG und steht nach Kenntnis der Convergenta aktuell für 100% der wirtschaftlichen Erträge der Ceconomy. Der Gesellschafterkonflikt auf Ebene der MSH ist aus Sicht zahlreicher Analysten ein belastender Faktor für den Aktienkurs der Ceconomy. Ein wesentlicher Grund für den Gesellschafterkonflikt ist, dass die Ceconomy strategische Entscheidungen für die MSH auf Ebene der Ceconomy ohne Einbindung der Convergenta trifft, und die Convergenta dann damit konfrontiert. Dieser Prozess führt oft dazu, dass strategische Weichenstellungen nur verzögert nach erneuter Abstimmung auf Ebene der MSH oder gar nicht umgesetzt werden können. Die Ceconomy hat angekündigt, dass auch künftig strategische Entscheidungen in Bezug auf die MSH auf Ebene der Ceconomy mit Hilfe eines ‚Transformation Committee‘ getroffen werden sollen. Die Convergenta schlägt den Aktionären der Ceconomy deshalb vor, Jürgen Kellerhals als Vertreter der Convergenta in den Aufsichtsrat der Ceconomy zu wählen, um die Convergenta in den Austausch zur Strategie der MSH einzubinden. Jürgen Kellerhals ist als Gesellschafter der Convergenta schon seit vielen Jahren in Entscheidungen der Convergenta, welche die MSH betreffen, involviert, und ist selbst erfolgreicher Unternehmer und Investor. Dies könnte aus Sicht der Convergenta zu einer dauerhaften Beilegung des Gesellschafterkonflikts auf Ebene der MSH beitragen und ist daher im Interesse aller Aktionäre der Ceconomy AG.

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