Samstag, 19. September 2020
Eigenes Ökosystem – aber noch kein WhatsApp

Huawei macht’s alleine

Telekom | Dominik Schebach | 30.01.2020 | Bilder | | 1  
Als erster Testballon für das neue Ökosystem soll in den kommenden Wochen das Huawei Mate 30 in Österreich gelauncht werden. Als erster Testballon für das neue Ökosystem soll in den kommenden Wochen das Huawei Mate 30 in Österreich gelauncht werden. Was sich in den vergangenen Monaten schon angekündigt hat, ist jetzt offiziell. Huawei startet mit einem eigenen Ökosystem für Smartphones einschließlich eigenem App-Store abseits der Google-Dienste. Als erster Testballon ist in den kommenden Wochen der Launch des Mate 30 geplant. Beim Hersteller sieht man Platz für ein drittes Ökosystem – gibt aber zu, dass dessen Etablierung nicht einfach sein wird.

Ist es ein Befreiungsschlag oder der Mut der Verzweiflung? Bei der heutigen Vorstellung der neuen Consumer-Product-Strategie vor heimischen Journalisten in Wien gab sich „Fred“ Wang Fei, General Manager der Huawei Consumer Busines Group (CBG) Austria, jedenfalls recht kämpferisch: „Da wir in Zukunft nicht über eine Google-Lizenz verfügen, müssen wir unabhängig werden. Wir haben die Hardware, jetzt starten wir mit der Software und bauen unser eigenes Ökosystem auf. Wir sind fest entschlossen, hier erfolgreich zu sein.“

Das Huawei Mobile System (HMS) werde weiterhin auf einer Open-Source-Version von Android basieren. Allerdings auf die Google-Dienste verzichten. Für den Aufbau des eigenen Ökosystems bietet der Hersteller App-Entwicklern derzeit 24 Software Developer Kits (SDKs) für Standard-Funktionen, wie den Zugriff auf Kontakte, Bilder usw an. Bei dem Unternehmen hofft man, dass damit viele Entwickler ihre Anwendungen schnell in das neue Ökosystem einbringen werden. Außerdem hat Huawei nach eigenen Angaben schon die Basis-Apps wie Mail, Foto, Musik oder Video fertiggestellt. Nun will der Hersteller möglichst viele App-Entwickler auf seine Seite ziehen, um den eigenen App-Store, die Huawei Gallery zu befüllen.

WhatsApp fehlt

Als Stärken sieht man bei Huawei die massive Entwicklungstätigkeit im Hardwarebereich sowie den großen Marktanteil im chinesischen Heimmarkt. Dort habe man auch bereits den Abnabelungsprozess von Google eingeleitet. Als Unsicherheit bleibt allerdings, ob der Hardware-Konzern auch die Software-Seite beherrscht. Immerhin habe man bereits mehr als 1 Million Entwickler für das eigene System gewonnen, wie Wang Fei verkündete. Ob diese sich allerdings vor allem auf China konzentrieren oder weltweit tätig sind, nicht hervor. Immerhin könne man schon lokalen Content bieten, wie Wang Fei versicherte.

Doch In der Huawei Gallery fehlen derzeit so wichtige Apps wie WhatsApp oder Facebook. Hier vertröstete Wang Fei die anwesenden Journalisten auf März. Nicht eindeutig beantwortet wurde auch die Frage nach der zukünftigen Gültigkeit von In-App-Käufen. So werde an einer Übertragung von Musik- oder anderen Content in das neue Ökosystem gearbeitet.

Testballon

Als einen ersten Test soll das Mate 30, dessen Präsentation im Herbst mit dem US-Bann zusammenfiel, nun doch – aber eben mit Huaweis Ökosystem an Bord – in Österreich gelauncht werden. Wie immer auch immer dieser Test allerdings auch verlaufe, eine Rückkehr zu Googel hat Wang Fei ausgeschlossen, denn man könne sich nicht mehr von der US-Politik abhängig machen.

Mit dem eigenen Ökosystem für alle neuen Smartphones und Consumer Products wie Notebooks usw nimmt Huawei allerdings auch eine Schwächung bewusst in Kauf. Kompliziert wird es auch am POS. Dort sollen die Kunden laut Wang Fei beim Kauf eines Huawei-Smartphones ausdrücklich durch Verkäufer und Promotoren darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Google-Dienste wie z.B. Google Maps und Mail eben nicht mehr auf dem Gerät vorinstalliert sind. Damit sollen  Enttäuschungen bei den Kunden vermieden werden.

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Wang Fei, General Manager der Huawei Consumer Busines Group (CBG) Austria, gab sich bei der Vorstellung des neuen Ökosystems recht kämpferisch: „Da wir in Zukunft nicht über eine Google-Lizenz verfügen, müssen wir unabhängig werden. Wir haben die Hardware, jetzt starten wir mit der Software und bauen unser eigenes Ökosystem auf.
Wang Fei, General Manager der Huawei Consumer Busines Group (CBG) Austria, gab sich bei der Vorstellung des neuen Ökosystems recht kämpferisch: „Da wir in Zukunft nicht über eine Google-Lizenz verfügen, müssen wir unabhängig werden. Wir haben die Hardware, jetzt starten wir mit der Software und bauen unser eigenes Ökosystem auf."

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