Samstag, 19. September 2020
Drohne, Paketbox oder Wohnungszutritt für Paketbote?

Bitkom: Onlineshopper offen für alternative Zustellvarianten

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 05.02.2020 | |  
Bitkom fragte Onlineshopper, welche Paket-Zustellmethode für sie in Frage kommen würde? (Grafik: Bitkom) Bitkom fragte Onlineshopper, welche Paket-Zustellmethode für sie in Frage kommen würde? (Grafik: Bitkom) Schnelligkeit hat eine der größten Prioritäten für Onlineshopper. Deshalb wird seitens der Versandhandels- bzw. E-Commerce-Unternehmen immer mehr in neue Zustellformen investiert. Eine schon länger existierende aber umstrittene Idee ist, die Pakete mittels Drohen zuzustellen. Wie Bitkom nun erhoben hat, würde sich jeder Dritte gerne per Drohne beliefern lassen. Generell stehen die Onlineshopper alternativen Zustellvarianten offen gegenüber.

Wer beim Besuch des Paketboten nicht selbst zu Hause war, muss oft Umwege in Kauf nehmen, um an seine Sendung zu kommen: Beim Nachbarn klingeln, zum Laden drei Straßen weiter gehen oder zur Postfiliale fahren, etc. „Viele Online-Shopper wünschen sich deshalb Zustellwege, die eine persönliche Anwesenheit nicht erforderlich machen: So sagen 59%, für sie käme eine persönliche Paketbox neben dem Briefkasten in Frage, in der die Sendung wie in einem Briefkasten hinterlegt wird. Immerhin 37% würden sich ihre Pakete gern per Drohne auf den Balkon oder die Terrasse liefern lassen“, berichtet Bitkom über die Ergebnisse der jüngsten Befragung unter mehr als 1.000 deutschen Online-Käufern. Dabei seien vor allem die Jüngeren offen für diese Angebote: Für drei Viertel (74%) der 16- bis 29-Jährigen kommt eine persönliche Paketbox in Frage, mehr als jeder Zweite in dieser Altersstufe (52%) ist offen für eine Drohnenlieferung. Etwas mehr Zurückhaltung über alle Altersstufen gibt es bei der Möglichkeit, sich ein Paket in die eigene Wohnung liefern zu lassen, zu der der Paketbote denn per Kennwort oder Gesichtserkennung Zutritt erhält: Für jeden fünften Befragten (20%) käme diese Möglichkeit in Frage. 14% wären für die Variante offen, dass der Zusteller die Sendung im Kofferraum des eigenen Autos hinterlegt, der per digitalem Code geöffnet werden kann.

Insbesondere berufstätige Menschen wünschen sich mehr Flexibilität bei der Paketzustellung“, sagt Florian Lange, Bitkom-Experte für Handel und Logistik. „Ein Durchbruch auf dem Massenmarkt steht allerdings noch aus. Auch mit Transportdrohnen wird bereits experimentiert. Diese Technologie sorgt nicht nur für mehr Komfort für die Kunden, sondern entlastet auch den innerstädtischen Verkehr und damit die Umwelt. Schon allein aus Gründen der Sicherheit wird es aber noch dauern, bis Drohnen auf der letzten Meile eingesetzt werden.“ Für ein besseres Miteinander unter Nachbarn würden technische Neuerungen dennoch sorgen: So sagen 28% der Online-Shopper selbst, es sei lästig, Pakete für andere anzunehmen. 15% verweigern sich nach eigenen Angaben dem sogar völlig. Dabei ist die Lieferung an das eigene Zuhause die meist genutzte Option: 9 von 10 Online-Shoppern (90%) geben an, sich ihre Pakete in der Regel an die Privatadresse liefern zu lassen. 13% setzen auf eine Packstation, 8% schicken ihre Waren gleich an einen Nachbarn. 7% lassen Sendungen direkt an den eigenen Arbeitsplatz liefern.

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