Samstag, 28. März 2020
Multimedia-Kommentar E&W 1-2/2020

Kann das gutgehen?

Multimedia | Wolfgang Schalko | 09.02.2020 | Bilder | |  

Wolfgang Schalko
Diese Frage stellen sich viele UE-Händler schon seit längerem, oft noch mit einem „Wie” davor. Hier drei aktuelle Beispiele, wo sie mehr als angebracht erscheint.

Beispiel I: Loewe

Die Kronacher haben also tatsächlich ein weiteres Mal die Kurve gekriegt. Vorerst zumindest. Dem Investor Skytec sei Dank. Dass die deutsche TV-Premiumschmiede nun zypriotisch ist, sei hier nur am Rande erwähnt und tut eigentlich nichts zur Sache. Denn die Marke hat mit zwei gravierenden Problemen zu kämpfen, die es schleunigst zu lösen gilt, wenn man ernsthaft existenzfähig bleiben will: Erstens, dass das einstige Liebkind beim Handel ziemlich unten durch ist. Mit einem Kniefall und Beteuerungen, was man alles besser machen wolle und werde, wird es wohl nicht getan sein. Eher sollte der Neo-Eigentümer irgendetwas zwischen finanzieller Kompensation und echten „Kracher-Produkten” aus dem Hut zaubern, um in der Händlergunst wieder zu steigen. Spätestens zur IFA werden wir wissen, ob das gelungen ist – und damit einhergehend auch die Lösung des zweiten Problems: Zuletzt hat es Loewe schlicht an Volumen gefehlt, um am umkämpften TV-Markt bestehen zu können.

Skytec hat bereits angedeutet, eine Internationalisierungsstrategie fahren und auch neue Segmente besetzen zu wollen – was durchaus glaubwürdig scheint, da es sich bei Skytec um einen Finanzinvestor handelt, der sich im Sinne seiner eigenen Gewinne wohl etwas bei der Übernahe gedacht hat.

Beispiel II: Sky

Die Veränderungen in der Fernsehlandschaft und die Verschiebungen vom klassischen Rundfunk zum Streaming sind an dieser Stelle schon öfter Thema gewesen. Bei der Vergabe der Übertragungsrechte für Champions League und Europa League musste nun der Pay-TV-Abieter die neuen Verhältnisse zur Kenntnis nehmen, nachdem er gegenüber den Streaming-Anbietern Amazon Prime und DAZN den Kürzeren gezogen hatte und daher ab der Saison 2021 frei von internationalen Fußball-Bewerben bleiben wird – zumindest in Deutschland.

Für Österreich steht die entsprechende Entscheidung noch aus, es dürfte Sky hierzulande aber nicht ganz so hart treffen. Strong-VL Martin Kogler hat das daraus erwachsende Problem sehr anschaulich beschrieben: „Brauche ich, wenn ich heute RB Salzburg in internationalen Bewerben sehen will, nur Puls4 oder den ORF einschalten oder muss ich mir erst einen Sky Receiver besorgen? Oder brauche ich ein DAZN-Abo, eine Sky Ticket Eintrittskarte oder muss ich den Amazon Account anlegen? Ich habe für mich entschieden: Dann sehe ich das Match eben nicht. Es ist mir zu mühsam, alleine darüber nachzudenken.” Vielen „da draußen” geht‘s wohl ähnlich…

Beispiel III: Sonos

Nachdem man sich zunächst beim Handel unbeliebt gemacht hat, ist das nun auch sehr eindrucksvoll bei den Konsumenten gelungen (siehe hier). Man wollte diese mit fadenscheinigen Argumenten dazu bewegen, funktionierdende Geräte selbst unbrauchbar zu machen, um dann im Zuge einer Marketingaktion vergünstigt neue kaufen zu können. Selbst für gutgläubige User zu durchsichtig – einen Shitstorm später war die Sache abgeblasen.

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