Freitag, 5. Juni 2020
Abo-Fallen, falsche Zahlungsaufforderungen und nicht gelieferte Ware

Internetbetrug: Fast jeder Zweite betroffen

Hintergrund | Dominik Schebach | 26.02.2020 | Bilder | |  
Die Top 5 Betrugsfallen im Internet: nicht deklarierte kostenpflichtige Abos, gefälschte Zahlungsaufforderungen, bezahlte aber nicht gelieferte Ware, Schadsoftware und Erpressungsversuche mit Bildern oder Videos. Die Top 5 Betrugsfallen im Internet: nicht deklarierte kostenpflichtige Abos, gefälschte Zahlungsaufforderungen, bezahlte aber nicht gelieferte Ware, Schadsoftware und Erpressungsversuche mit Bildern oder Videos. Vermeintliche Gratis-Angebote, Pishing-Mails oder Fake-Shops – die Bandbreite für mögliche Online-Betrugsfälle ist groß und die Betrugsmaschen werden immer ausgeklügelter. Dies bestätigt auch eine Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens: Von den 1.000 befragten Konsumenten sah sich knapp die Hälfte schon als Ziel von Betrugsversuchen.

„Leider war fast jeder zweite Österreicher bereits mit Online-Betrug konfrontiert. Deshalb sind Vorsicht und ein Bewusstsein für unseriöse Angebote unerlässlich. Wer darauf achtet, hat beim Einkauf im Internet wenig zu befürchten“, erklärt Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens und Projektleiter der Watchlist Internet, und ergänzt: „Betrügerische Aktivitäten gibt es online wie offline. Panik vor dem Online-Handel ist daher unangebracht. Es geht vielmehr darum, das Bewusstsein hierfür zu schärfen und sich mit möglichen Gefahren auseinanderzusetzen.“

Besonders stark zugenommen haben Betrugsversuche mit Abo-Fallen. Lagen diese im Vorjahr noch auf Platz 3 so liegen diese mit 14% an der Spitze. Ebenfalls in den Top 3: Gefälschte Zahlungsaufforderungen und nicht gelieferte aber bereits bezahlte Ware (jeweils 13% der Betrugsfällen). Dahinter folgen Schadsoftware (Virus, Trojaner etc.) und die Erpressung mit Videos oder Bildern.

Die Abo-Fallen reichen von Streaming-Diensten Urlaubsbuchungsplattformen und Gewinnspielen. Die vermeintlich kostenlosen Services sind allerdings oft gut getarnte Fallen. 

Konsumenten, die diese Services nutzen möchten, schließen ein Abo ab, ohne es zu wissen. In der Folge werden sie mit hohen Rechnungen und Schreiben von Inkassobüros oder Rechtsanwälten konfrontiert. „Wer sich einschüchtern lässt und den Zahlungsaufforderungen nachkommt, verliert ungerechtfertigterweise Geld“, so Behrens. „Bleiben Sie deshalb hart und bezahlen Sie nicht.“ Wer sich unsicher ist, kann sich vom Internet Ombudsmann kostenlos beraten lassen.

Konsumenten lernen mit

Die Studie zeigt allerdings auch, dass das Bewusstsein für unseriöse Angebote im Netz gestiegen ist: Wenn den Befragten Angebote seltsam oder unseriös vorkommen, dann recherchieren immerhin 44,3 % im Internet nach Erfahrungen anderer und suchen nach Kundenbewertungen. Knapp 30 % sehen sich das Impressum an. Und auch Gütesiegel, als Zeichen für seriöse Online-Anbieter, spielen eine wichtige Rolle: 17 % überprüfen, ob der Anbieter mit einem Gütezeichen sicherheitszertifiziert ist. Freunde und Bekannte sowie unabhängige Informationsplattformen wie die Watchlist Internet werden von jeweils 12 % direkt als Informationsquelle konsultiert.

Unseriös erscheinende Angebote wirken sich direkt auf das Einkaufsverhalten aus: Immerhin 37,5 % geben an, dass sie jedenfalls nicht beim betreffenden Anbieter einkaufen, wenn ihnen dieser seltsam oder unseriös vorkommt. – Was Behrens sehr ermutigend findet: „Diese Zahlen sind ein positives Zeichen und zeigen, dass das Bewusstsein für Internetbetrug bei Österreichs Online-Konsumenten gestiegen ist. Zusätzlich empfehlen wir auch immer, extrem günstige Angebote zu hinterfragen und bei der Eingabe persönlicher Daten sehr zurückhaltend zu sein.“

Generell sei laut Behrens die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit des Verkäufers das zweitwichtigste Kriterium bei der Auswahl des Online-Anbieters. Hierbei achten Konsumenten besonders auf sichere Zahlungsmittel, die Bekanntheit und Vertrautheit, gute Bewertungen und mit Gütezeichen zertifizierte Anbieter. Vor allem ältere Personen ab 60 Jahren vertrauen auf sicherheitszertifizierte Online-Anbieter und solche, die sie schon lange gut kennen. 

Für ganz junge Einkäufer (14 bis 19 Jahre) sind primär die Online-Bewertungen anderer Kunden die bevorzugte Quelle zur Prüfung der Vertrauenswürdigkeit eines Anbieters.

Bilder
Die Konsumenten werden kritischer und hinterfragen häufiger unseriöse Angebote.
Die Konsumenten werden kritischer und hinterfragen häufiger unseriöse Angebote.
Darauf achten die Konsumenten: Sichere Zahlungsmittel, Bekanntheit des Anbieters, Bewertungen, Gütesiegel des Anbieters, Empfehlungen von Freunden und Bekannten.
Darauf achten die Konsumenten: Sichere Zahlungsmittel, Bekanntheit des Anbieters, Bewertungen, Gütesiegel des Anbieters, Empfehlungen von Freunden und Bekannten.

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