Samstag, 6. Juni 2020
Hot!Drastische Maßnahmen beschlossen

CoV: Handelsgeschäfte sollen ab Montag schließen

Die Branche | Dominik Schebach | 13.03.2020 | | 21  
Ab Monatag müssen alle stationären Geschäfte, die nicht für die unmittelbare Versorgung notwendig sind, geschlossen bleiben. Ab Monatag müssen alle stationären Geschäfte, die nicht für die unmittelbare Versorgung notwendig sind, geschlossen bleiben. (© Schebach) Wie die Bundesregierung derzeit mitteilt, sollen ab Montag weitere Maßnahmen zur Eingrenzung des Corona-Virus in Kraft treten. Alle nicht versorgungsnotwendigen Geschäfte, sprich der gesamte Non-Food-Handel, sollen ab Montag geschlossen bleiben. Ausnahmen gibt es derzeit nur für den Lebensmittelhandel sowie Drogerien, Apotheken, Tierfuttergeschäfte, Tankstellen, Banken und Postfilialen.

„Ab Montag müssen wir unser soziales Leben auf ein Minimum reduzieren„, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz  bei der heutigen Pressekonferenz der Regierung. Geschäfte sollen deswegen geschlossen bleiben. Die Schließung soll vorerst für eine Woche gelten. Danach will die Bundesregierung die Situation weiter evaluieren.

Alle Unternehmen sollen wenn möglich, alle Mitarbeiter in Telearbeit schicken. Zusätzlich sollen einige Wintersportgebiete wie St. Anton am Arlberg und das Paznauntal unter Quarantäne gestellt werden. „Wir wollen eine Entwicklung wie in Italien mit allen Mitteln vermeiden. Deswegen setzen wir auf alle Maßnahme, um Zeit zu gewinnen“, erklärte auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Deswegen solle „für einen überschaubaren Zeitraum“ drastische Maßnahmen beschlossen werden.

Angekündigt wurden von Kurz zudem rechtliche Änderungen, um Werktätige und Unternehmen zu unterstützen. Ein breites, branchenübergreifendes Hilfspaket soll dazu geschnürt werden. Entsprechende Vorkehrungen sollen morgen präsentiert werden. Der Bundeskanzler appellierte zudem an die Österreicher, ihre sozialen Kontakte so weit wie möglich einzuschränken.

Keine Betriebsschließung!

BGO Wolfgang Krejcik geht nicht davon aus, dass der EFH unter die Ausnahmeregelung fällt. Allerdings geht er davon aus, dass die Betriebe weiterhin Bestellungen über Telefon oder Internet entgegennehmen und auch ausliefern können.

Zu der Ankündigung der Regierung erklärt Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik gegenüber elektro.at: „Wir gehen davon aus, dass ab Montag die Geschäfte des EFH ausnahmslos geschlossen sein werden. Es liegt noch kein Verordnungstext vor, aber man muss annehmen, dass die Geschäftslokale des EFH nicht unter die Ausnahmen fallen werden.“

Andererseits betont Krejcik, dass die Schließung der Geschäftslokale nicht mit einer Betriebsschließung gleichzusetzen seien: „Das wird oft verwechselt, aber wir sind der Auffassung, dass nur  die Geschäftslokale zu schließen sind, um die Kontakte einzuschränken. Anderseits gehen wir davon aus, dass z.B. Bestellungen,die über Telefon oder Internet hereinkommen weiterhin bearbeitet werden. Auch sind unserer Ansicht nach Lieferungen an Endkonsumenten – natürlich unter Einhaltung der entsprechenden Vorkehrungen – weiterhin möglich. Mein Betrieb wird nach derzeitigem Stand auch am Montag weiter liefern.“

Große Unsicherheit herrsscht allerdings so Krejcik, über die Dauer der angekündigten Maßnahmen. „Ich will nicht verschweigen, dass wir uns auf eine längere Schließung des stationären Handels einstellen müssen. Ich hoffe nur, dass wir nicht mit einer mehrmonatigen Dauer konfrontiert sind. In dieser Situation müssen wir vor allem darauf schauen, dass die Betriebe weiter leben.“

 

[Update] Insider des Bundesgremiums:

Angesichts der Ereignisse hat das Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandel auch einen Insider veröffentlicht, in dem Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik nochmals seine Sicht der Dinge dargelegt hat:

Schließung von Geschäftslokalen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie befürchtet hat Bundeskanzler Sebastian Kurz heute um 14:00 bekanntgegeben, dass ab Montag, den 16.03.2020 alle Geschäfte in Österreich mit wenigen Ausnahmen (z.B. Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Apotheken, etc.) geschlossen halten müssen.

Geschäfte unserer Branche müssen daher geschlossen bleiben.

Es liegt noch kein Verordnungstext vor, jedoch werden wir die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen erfüllen müssen.

Wir verstehen dies jedoch so, dass wohl Geschäftslokale zu schließen sind, das Unternehmen und der Betrieb weiterlaufen kann. Zum Beispiel werden telefonische Anfragen von Konsumenten, Bestellungen via Internet und natürlich auch Lieferungen an Kunden auch weiterhin durchzuführen sein, denn eine defekte Waschmaschine kann auch für eine Familie zu einer Katastrophe führen.

Sollte sich eine Änderung ergeben, werden wir Sie sofort informieren.

Inwiefern diese strengen Maßnahmen notwendig sind, wird von uns nicht bezweifelt. Wir müssen jedoch darauf hinweisen, dass diese Maßnahmen noch einige Wochen dauern können – hoffentlich nicht Monate.

Rückfragen bei unseren Lieferanten haben ergeben, dass die Warenversorgung durch unsere Lieferanten auch in diesem Zeitraum relativ gesichert ist.
Die Situation ist derzeit beispiellos. Hilfestellungen für unsere Betriebe wie z. B. Kurzarbeit, Stundung von Steuerschulden, etc. werden von uns vehement eingefordert. Zu diesem Zeitpunkt können wir jedoch verständlicherweise noch nichts Konkretes mitteilen. Gehen Sie aber davon aus, dass wir diesbezüglich mit vollster Kraft alle nur denkbaren Möglichkeiten prüfen und einfordern wollen.

KommR Ing. Wolfgang Krejcik

Bundesgrmialobmann

 

Kommentare (21)

  1. Die große Frage, die ich mir stelle: wird sich wirklich so viel Umsatz in Richtung Onlinehandel verschieben, der es sonst nicht tun würde? Die Menschen haben derzeit Sorgen um Ihre Jobs, sind von Kurzarbeit und Gehaltsentgang (Gastronomie, Hotellerie usw) betroffen. Machen sich die Menschen in solchen Situationen wirklich Gedanken um ein neues TV Gerät, Hifi System oder neue Küchengeräte??

    Ich hätte bis jetzt noch keine Plünderungen der Elektroabteilungen zB bei Interspar gesehen. Im Moment sind WC-Papier und Nudeln wichtiger als neue Elektrogeräte.

    Natürlich wird es Kunden geben bei denen gerade jetzt die Waschmaschine, der Kühlschrank oder der Fernseher kaputt gehen, und wenn ich als Händler in den letzten Jahren gut gearbeitet habe, dann wissen meine Kunden auch wen sie anrufen, oder wo sie online bestellen können.

    Natürlich wird 2020, durch fehlende Sportgroßevents und vermutlich stark reduzierten Investitionen der Tourismusindustrie, ein sehr schwieriges Jahr, aber sobald sich die Lage wieder normalisiert, werden zumindest auch die Anschaffungen von Endkunden wieder anziehen.

    Selbstverständlich wird es für den einen oder anderen schwierig die Zeit bis dahin durchzuhalten, müssen Regierung, Handelsverband, WK, Kooperationen und Industrie mit dem EFH zusammenstellen, dann werden wir als Branche das überstehen.

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  2. Aber Leute die in Lebensmittelhandel Arbeiten sollen und müssen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen weil doch fast mehr als 100 Kunden einkaufen kommen und keiner Weiss wer angesteckt ist und wer nicht

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    1. Angeblich sollen die Lebensmitteleinkäufe bald geblockt abgefertigt werden, damit eben nicht so viele Leute auf einmal zusammenkommen … wird wahrscheinlich nicht solange dauern bis das bekannt gegeben wird

  3. Hier zeigt sich das wahre Gesicht des EFH. Ist nur sich selbst am nächsten und alles ist schlecht weil „gegen“ ihn gearbeitet wird. Kein mitdenken oder Verständnis für die Situation.
    Wir können das nur gemeinsam schaffen und in solchen Krisensituationen gibt es Naturgemäß einige wenige die einen Nutzen daraus ziehen und einige die leider Probleme haben werden. Neue Ideen sind gefragt lieber Handel. Raunz nicht, schau was du positives daraus ziehen kannst anstelle anderen die Schuld zu geben.

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    1. Vom „wahren Gesicht des EFH“ zu sprechen finde ich etwas krass. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Leute ums eigene Überleben und das ihrer Mitarbeiter Sorgen machen! Keiner denkt glaube ich, dass „gegen ihn“ gearbeitet wird. Es ist einfach die große Angst vor den wirtschaftlichen Konsequenzen, und die massive Unsicherheit, wie es weitergeht, die da aus den Leuten spricht.

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  4. Liebe Regierung
    Ein Schritt in die richtige Richtung, dennoch in der Formulierung ein krasser Fehler.
    Zwischen „sollen“ wie ausgesprochen und „müssen“ wie eigentlich in dieser Situation gehört ist ein großer Unterschied. Alles andere macht keinen Sinn. Also bitte nochmal Überdenken.

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    1. Und zwaaar?
      Meinen Sie vielleicht damit, dass der Virus nur ein abgekartetes Spiel ist, mit dem Zweck den bösen Onlinehandel zum Alleinherrscher des Welthandels zu machen? … vielleicht hat ja Amazon den Virus entwickelt und extra ausgesetzt … nur, … was hat Kurz damit zu tun? 😉

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  5. Es trifft niemand solche Entscheidungen nur weil ihm „fad im Schädel“ ist.
    Dies ist eine noch nie dagewese Situation die eben auch drastische Entscheidungen verlangt. Leider gibt es in solchen Fällen auch immer etliche Personen die es mehr trifft als Andere.
    Es gibt keine Alternative! Denn die würde alles sehr schnell komplett zerstören.

    Nur das Beste an Alle und wir werden das schaffen!! 🤗

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    1. DAS ist die richtige Einstellung! 🙂
      Und die beste Art und Weise mit der Situation umzugehen.
      Resignieren und Grantig sein hat überhaupt keinen Sinn, das macht die Zeit des Überbrückens nur noch schlimmer

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  6. Kurz, Anschober & Co sagten um 14 Uhr im ORF 2, dass einige Elektrogeschäfte unter Umständen offen bleiben können. Bzw., dass es eine Ausnahme für Elektrogeschäfte geben könnte. Weil: Dadurch, dass in den nächsten Wochen verstärktes Teleworking und Homeoffice betrieben wird/ werden muss, könnten die Menschen Material (sprich Kabel, Drucker, Tablets, Laptops, etc etc) aus dem EFH benötigen. Mal schauen was aus dem Sager der Regierung wird …

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  7. Wie sinnlos ist diese Maßnahme der Regierung – wenn die Lebensmittelgeschäfte (Kontakte zw. 100 – 1000 Kunden pro Tag) weiterhin offen haben und wir als kleiner Fachhändler mit geringen Kontakten geschlossen haben sollen? Ich habe bis jetzt weder eine Gesetzesverordnung dazu noch eine Entschädigung für den Geschäftsentgang (der jetzt aktiv zum Online-Handel und Lebensmittelhandel verschoben wird) gesehen. Weiters die Offenhaltung des Gastrobereichs – auch wenn nur bis 15:00 Uhr – bringt keine enorme Kontaktreduzierung!

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  8. z.B. Interspar der neben Lebensmittel auch große Haushaltsgeräte ( Waschmaschinen, Kühlschränke usw ) verkauft, darf offen halten. Der EFH ist wieder einmal der Dumme.

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  9. Eine riesige Ansteckungsmöglichkeit ist das Unterschriftendisplay bei Paketzustellern – vor allem bei Modellen wo der Empfänger mit dem Finger unterschreibt. … Dies sprich nicht unbedingt für den Einkauf im Onlinehandel – hat aber meines wissens noch keiner so richtig tehematisiert

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  10. Eigentlich ist es doch nicht der Sinn der Sache dass der Außendienst zum Kunden (die ja Großteils der älteren Generation angehören) fährt….
    Reperaturen dürften ja auch nicht angenommen werden da der Kunde dazu ins Geschäft müsste!?

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