Mittwoch, 1. April 2020
Versorgung muss gewährleistet sein

Bitkom zum Online-Handel in Zeiten der Corona-Pandemie

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 18.03.2020 | | 2  
Wie Bitkom Präsident Achim Berg appelliert, müsse weiter dafür gesorgt werden, dass Waren im Europäischen Binnenmarkt frei transportiert werden können. Schon jetzt gibt es lange Staus durch Lkw an den innereuropäischen Grenzen, Lieferungen kommen verspätet an. (Bild: Erich Westendarp/ pixelio.de) Wie Bitkom Präsident Achim Berg appelliert, müsse weiter dafür gesorgt werden, dass Waren im Europäischen Binnenmarkt frei transportiert werden können. Schon jetzt gibt es lange Staus durch Lkw an den innereuropäischen Grenzen, Lieferungen kommen verspätet an. (Bild: Erich Westendarp/ pixelio.de) Auch in Deutschland werden unter anderem Teile des Einzelhandels geschlossen, um das Coronavirus einzudämmen. Bitkom nimmt dazu Stellung und betont die zentrale Versorgungsfunktion des Onlinehandels, die in Zeiten der Corona-Pandemie gewährleistet sein müsse.

Bitkom-Präsident Achim Berg erklärt: „Der Online-Handel nimmt nicht nur jetzt, sondern auch generell eine ganz zentrale Versorgungsfunktion ein: Fast jeder Internetnutzer (94%) ab 16 Jahren bestellt Waren im Internet. Das muss auch in Zeiten der Corona-Pandemie gewährleistet sein. Dabei steht der reine Online-Handel nicht im Wettbewerb zum stationären Einzelhandel: 56% der Einzelhändler bieten ihr Sortiment ganz oder in Teilen auch online an.‘

Der Freistaat Bayern habe bereits explizit darauf hingesteuert, dass der Online-Handel in der Krise Aufgaben des stationären Handels übernimmt, berichtet Berg. „Es ist nun wichtig, dass auch die anderen Bundesländer diesem Beispiel folgen. Klar ist: Während der Corona-Pandemie müssen soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert werden. Wer nicht mehr in Geschäfte gehen möchte oder kann, weil diese aufgrund der aktuellen Lage geschlossen sind, kann sich im Online-Handel mit jenen Dingen versorgen, die er benötigt. Erste Händler und Lieferanten bieten bereits eine Zustellung ohne Kundenkontakt an, bei der online bezahlte Ware nach dem Klingeln an der Haustür abgestellt wird. So kann eine Versorgung mit Waren gewährleistet bleiben und die Verbraucher sind einem geringeren Risiko ausgesetzt als wenn sie in den Supermarkt oder in ein Ladengeschäft gingen.“

Zudem müsse weiter dafür gesorgt werden, dass Waren im Europäischen Binnenmarkt frei transportiert werden können. Schon jetzt gibt es lange Staus durch Lkw an den innereuropäischen Grenzen, Lieferungen kommen verspätet an. „Das betrifft nicht nur den Handel, sondern vor allem auch die Versorgung von Gesundheitseinrichtungen mit medizinischen Produkten oder die Belieferung der Industrie mit Materialien für die Produktion“, so Berg und: „Es ist essenziell, dass Logistik und Lieferverkehre im Europäischen Binnenmarkt in den kommenden Wochen und Monaten weiter funktionieren. Das heißt auch, dass der Betrieb von Post- und Paketdienstleistungen sichergestellt werden muss. Dazu ist nötig, die Unternehmen dieser Branche etwa bei Kreditvergaben aktuell priorisiert zu behandeln.“

Kommentare (2)

  1. Super Artikel. Jetzt macht ihr dem stationären Handel den endgültigen Garaus. Wenn ihr wenigstens ruhig seid beim Gewinn scheffeln auf Kosten der Krise und der stationären Geschäfte. Aber der Onlinehandel bekommt auch noch sein Fett weg. Oder sind die Paketfahrer alle immun gegen Corona. Naja, des einen Leid des anderen Freud.

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