Montag, 3. August 2020
elektro.at hat bei Metro nachgefragt

METRO Österreich öffnet die Türen vorübergehend für alle

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 20.03.2020 | | 8  
Metro öffnete die Türen nun für alle Kunden, also auch für jene, die keine Kundenkarte besitzen. Die elektro.at-Redaktion hat beim Großhändler nachgefragt, wie das nun mit dem Verkauf von Elektrogeräten ist. (Bild: Metro) Metro öffnete die Türen nun für alle Kunden, also auch für jene, die keine Kundenkarte besitzen. Die elektro.at-Redaktion hat beim Großhändler nachgefragt, wie das nun mit dem Verkauf von Elektrogeräten ist. (Bild: Metro) Metro Österreich öffnete „vorübergehend für die Dauer der anhaltenden Krise“ seine Türen auch für Kunden ohne Kundenkarte. Eine Maßnahme, die getroffen wurde, „um den Auftrag als Grundversorger nachkommen zu können“, wie Metro sagt. Wie das Unternehmen auf Nachfrage von elektro.at erklärt, werden Kunden dezidiert darauf hingewiesen, dass bestimmte Warengruppen (Anm.: ua. Elektrogeräte) derzeit nicht verkauft werden.

„Herausfordernde Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, beginnt Metro Österreich in seiner Aussendung: „Ab heute ist es – zumindest vorübergehend für die Dauer der anhaltenden Krise – erlaubt, bei Österreichs Großhändler METRO auch ohne den Besitz einer Kundenkarte einzukaufen. Eine Maßnahme, die getroffen wurde, um den Auftrag als Grundversorger nachkommen zu können. Die Warenverfügbarkeit in den zwölf METRO Großmärkten in Dornbirn, Graz, Klagenfurt, Langenzersdorf, Linz, Rum bei Innsbruck, Salzburg, St. Pölten, Vösendorf, Wien Simmering, Wels und Wiener Neustadt ist gesichert.“

METRO Österreich CEO Xavier Plotitza: „Wir zeigen größte Solidarität mit den Entscheidungen der Bundesregierung und Solidarität mit allen Klein- und Mittelunternehmen. Wir sind in der Lage, die aktuelle herausfordernde Versorgungslage entschärfen zu können. Unsere Flächen erlauben uns größere Lager und daher haben wir schneller Zugriff auf derzeit stark nachgefragte Warengruppen. Wir haben genug Raum, wo man in gesunder Distanz zueinander einkaufen kann und bieten Verpackungseinheiten, die auch für den Haushalt taugen. Wenn METRO damit einen weiteren Beitrag für die österreichische Bevölkerung leisten kann, dann haben wir mit der vorübergehenden Öffnung für alle, die richtige Entscheidung getroffen. Wir denken dabei selbstverständlich auch an die Gesundheit und die Sicherheit unserer Mitarbeiter, die gerade jetzt Enormes leisten. Daher werden wir demnächst auch ihre Einsatzzeiten entsprechend anpassen.“

Belastung entschärfen

METRO möchte mit diesem Schritt laut eigenen Angaben auch seinen Mitarbeitern „mehr Sicherheit“ geben und die „derzeit enorme psychische und physische Belastung entschärfen“. Plotitza erläutert: „In zwei gut aufgestellten Teams kann so gearbeitet werden, dass die Mitarbeiter einander nicht treffen und damit das Risiko einer Infektion durch ‚Durchmischen‘ wegfallen kann. Auch für die Kunden gewährleisten die breiten Gänge in den 12 Großmärkten, dass sie die notwendige Distanz voneinander halten können. Bei den Kassen wurden ein eigenes Leitsystem und Plexiglaswände eingerichtet und die Empfehlung für kontaktloses Bezahlen mit Karte sind weitere Maßnahmen, um ein mögliches Infektionsrisiko zu verringern. Zusammenhalt und Respekt sind mehr denn je angebracht.“

Bei Metro nachgefragt: „Kein Fokus auf Elektrogeräte“

Ein Blick in die aktuellen Metro-Flugblätter zeigt zahlreiche Elektrogeräte, viele davon im Superangebot …. Fernseher …

Metro weist in seiner Aussendung darauf hin, dass in den 12 Großmärkten in Österreich „eine große Auswahl von ca. 48.000 Artikeln aus dem Food- und Nonfood-Bereich“ gelistet sind. Darunter, wie man weiß, auch ein umfangreiches Angebot an Elektrogeräten. Wie elektro.at zugetragen wurde, wurden zB im Metro in Linz große Mengen dieser Elektrogeräte an Endkunden verkauft, ein Umstand, der dem Elektrofachhandel natürlich sauer aufstößt. BGO Wolfgang Krejcik ist aktuell stark bemüht, den Verkauf von Elektrogeräten in Mischbetrieben untersagen zu lassen und diesbezüglich in laufendem Kontakt mit den zuständigen Behörden (elektro.at berichtete).

Die elektro.at-Redaktion fragte bei Metro nach. In der Aussendung wurde ja ausdrücklich auf das breite Non-Food-Warensortiment von Metro hingewiesen. Nur: Wie geht Metro tatsächlich mit den Guidlines der WKÖ für ihre Mitgliedsbetriebe um, in denen dezidiert darauf hingewiesen wird, dass zB. Lebensmittelhändler – um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden – nur Lebensmittel verkaufen dürfen? Wie stellt Metro sicher, dass die Richtlinien in allen Metro-Märkten eingehalten werden?

…. Hausgeräte ….

Wie die Metro-Unternehmenskommunikation in Ihrer Antwort betont, hat das Metro Nonfood-Sortiment „gar nichts mit der Aussendung zu tun“. Und weiter: „Seit der Veröffentlichung der 96. Verordnung weisen wir unsere Kunden darauf hin, dass wir bestimmte Warengruppen derzeit nicht im Verkauf haben. Bereiche, die eine Abtrennung erlauben (kein Fluchtweg od. dgl.) werden entsprechend getrennt. Der Aufwand baulicher Maßnahmen wird nicht gefordert, diese wären für uns auch nicht zumutbar, als kritische Infrastruktur kommen wir unserem Auftrag als Grundversorger nach. Ich kann Ihnen versichern, dass der Fokus unserer Kunden bei Lebensmittel, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier liegt.“

…und Wäschepflege-Geräte.

 

 

 

 

 

Kommentare (8)

  1. Ich kaufe sich nichts in diesem Geschäft. Habe 30Jahre eingekauft und mit meiner Pensionierung durfte ich meine Karte abgeben. Diese hochnasen kommen jetzt um Kunden betteln.

    4
    1. Kann ich mir nicht vorstellen nachdem Spielzeug nicht zu Lebensmittel, Futtermittel, Drogerieartikel, Agrarhandel, Medizinische Produkte, Heilbehelfe etc zählt ….

  2. naja, … nachdem sonst fast keine Geschäfte mehr offen haben, kann ich mir schon vorstellen, dass da viele Leute hingehen … auch wenn sie das die letzten Jahre nicht getan haben

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