Mittwoch, 1. April 2020
Zwei Drittel von 250 geprüften Produkten fielen bei Sicherheitstests durch

VKI: Vorsicht bei Käufen auf Online-Marktplätzen

Dominik Schebach | 23.03.2020 | |  
Wegen der derzeit geltenden Ausgehbeschränkungen weichen viele Konsumenten ins Internet aus. Jetzt warnt allerdings der VKI vor der gesundheitlichen Gefährdung, durch unsichere Produkte, die auf Online-Marktplätzen angeboten werden. In einer aktuellen Stichprobe von 250 Produkten erfüllte der Großteil der Artikel nicht die erforderlichen Sicherheitsstandards.

Bei der gemeinsamen Untersuchung mehrerer europäischer Verbraucherorganisationen ergab sich, dass zwei von drei Produkten, die im Bereich eines sogenannten „Marketplace“ eingekauft wurden, nicht den in der EU gültigen Sicherheitsanforderungen entsprachen. Geprüft wurden unter anderem Elektrogeräte, Spielzeug, Körperpflegeprodukte und Bekleidung. Zu den Gefahren, die von den Produkten ausgehen können, gehören neben Gesundheitsschädigungen durch hohe Schadstoffbelastung auch das Auslösen von Bränden, das Risiko von Stromschlägen oder die Gefährdung durch Strangulation.

An dem Test waren Verbraucherschutzorganisationen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Italien und den Niederlanden. Diese haben im Rahmen der Untersuchung 250 Produkte auf Amazon Marketplace, AliExpress, eBay, Wish und LightInTheBox eingekauft und geprüft. Zwei Drittel (165 Produkte) davon wiesen gravierende Sicherheitsmängel auf. Besonders schlecht schnitten dabei die getesten Elektrogeräte ab. Da erwiesen sich einige Kategorien als geradezu lebensgefährlich: So fielen laut VKI z.B. alle sieben getesteten CO-Warner sowie alle vier getesteten Rauchmelder durch. Sie waren nicht in der Lage Kohlenmonoxid oder Rauch zu erkennen. Nicht viel weniger gefährlich waren die USB-Ladegeräte sowie Reiseadapter, die Brände auslösten oder den Nutzern einen elektrischen Schlag versetzen konnten. Von den zwölf überprüften Reiseadaptern entsprachen deswegen elf nicht den Sicherheitsvorschriften der EU; und bei den Power-Banks waren sieben von zwölf mangelhaft.

„Die vorliegende Untersuchung zeigt, wie riskant es sein kann, Produkte von Drittanbietern auf Online‑Marktplätzen zu erwerben. Leider ist zu befürchten, dass die jetzt beanstandeten Produkte nur die Spitze des Eisberges darstellen. Es ist schwer abschätzbar, wie viele unsichere Produkte sich aktuell auf derartigen Plattformen befinden oder nach einer Beanstandung dort wieder auftauchen“, betont Christian Kornherr, Leiter des Bereichs Untersuchung im VKI. Kornherr empfiehlt größte Vorsicht bei Käufen in einem sogenannten „Marketplace“: „Bei den dort erworbenen Artikeln ist nicht garantiert, dass die jeweiligen EU-Vorgaben für die Sicherheit von Konsumentinnen und Konsumenten erfüllt werden. Auch die Durchsetzung von Rechtsansprüchen gegenüber Anbietern, die im Marketplace-Bereich verkaufen, ist oft äußerst problematisch, vor allem wenn die Verkäufer einen Firmensitz außerhalb der EU haben.“

Der VKI warnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor Schnäppchen. Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein, seien es oft auch nicht. Denn nicht selten bedeuten ein geringerer Verkaufspreis auch geringere Sicherheit. Besondere Vorsicht sollten Käufer deswegen beim Kauf von No-Name-Produkten walten lassen – besonders bei Elektronik, Kinderspielzeug und Kosmetika – zumal in der Regel keine Garantie gegeben werde und auch die Gewährleistung gegenüber Händlern von außerhalb der EU kaum durchsetzbar sei.

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