Freitag, 5. Juni 2020
Hot!Lebensmittelketten beharren auf ihrem Standpunkt

Mischbetriebe: Keine Lösung in Sicht

Die Branche | Dominik Schebach | 31.03.2020 | | 26  
Bundesgremialobmann zeigt sich ob der Haltung der großen Lebensmittelketten recht desillusioniert. Bundesgremialobmann zeigt sich ob der Haltung der großen Lebensmittelketten recht desillusioniert. Die gestrige Runde in der WKÖ bezüglich der Mischbetriebe hat für den EFH kein befriedigendes Ergebnis gebracht. Wie Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik mitteilt, beharren die Lebensmittelketten auf ihrem Standpunkt und lehnen jede Beschränkung ihres Sortiment ab. Diese Position will Krejcik nach eigenen Worten allerdings nicht aktzeptieren.

„Jeder Tag, an dem es hier zu keiner Lösung kommt, ist für uns verloren. Wir müssen diese Situation jetzt lösen.. Man hat den Eindruck, dass die Lebensmittelhändler nicht wahrhaben wollen, wie es uns geht. Während andere Branche um ihre Existenz fürchten, weil sie nicht aufsperren dürfen, reden die Vertreter der Lebensmittelketten über mögliche Einbußen im Ostergeschäft. Wir sind dem LEH seine laufenden Umsätze mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs nicht neidig, aber dieses Unverständnis ist empörend“, findet Krejcik deutliche Worte.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Auf Bundes- und Landesebene in der Politik kristallisiert sich immer mehr eine restriktive Einschätzung der Rechtslage heraus. Allerdings kann der Handel nicht länger warten. Derzeit beraten die Gremien in der Wirtschaftskammer. Über die Position des Bundesgremiums informiert zudem der heutige Elektro-Insider (siehe Text unten).

Aktuelle Informationen

Sehr geehrte Damen und Herren!

Gestern, am 30.3.2020 18 Uhr, fand unter der persönlichen Leitung von Wirtschaftskammerpräsident Mahrer eine Telefonkonferenz mit den Geschäftsführern der größten Lebensmittelfilialisten statt.

Teilnehmer waren auf Seiten des Lebensmittelhandels:

Herr Dr. G. Drexel – SPAR

Herr M. Haraszti – REWE-Konzern (Billa/Merkur/Penny)

Herr H. Leitner – HOFER

Herr A. Wolf – LIDL

Herr X. Plotitza – METRO

Auf unserer Seite waren Vertreter vom Spielwarenhandel, Papierhandel, Baustoffhandel, Gartenmöbelhandel, Sportartikelhandel und natürlich der Elektrohandel, der am meisten unter den Aktivitäten des Lebensmittelhandels leidet.

Ich will nicht verschweigen, dass ich noch nie so desillusioniert eine Sitzung verlassen habe, obwohl ich schon vieles erlebt und durchgemacht habe. Während wir uns alle täglich fragen, werde ich angesteckt, wird meine Mutter überleben, wie lange bleibt diese Situation, wie lange halten es die Kinder in den Wohnungen noch aus, ist mein Betrieb in sechs Wochen noch da, leben die Vertreter der Lebensmittelkonzerne offenbar in einer ganz anderen Welt, abgesichert durch ein Tagesgeschäft mit hohen Einnahmen.

Für diese Firmen steht ein erfolgreiches Ostergeschäft, wenn möglich besser als 2019, im Mittelpunkt ihrer Bemühungen. So fielen zum Beispiel folgende Zitate:

„Wenn wir keine Waschmaschinen mehr verkaufen würden, werden die Konsumenten sich ausschließlich bei AMAZON eindecken, der ja keine Steuern zahlt. Wenn wir ablehnen, beispielsweise Druckerpatronen zu verkaufen, riskieren wir riesige Tumulte in unserer Filialen. Unsere intensiven Werbeaktionen sind nicht mehr zu stoppen und laufen zumindest bis Ostern.“

„Unsere Flugblätter können wir nicht einstampfen. Ab Ostern werden wir NonFood-Produkte nicht mehr bewerben. Im Übrigen könne man unseren Kunden nicht verbieten, bestimmte Waren zu kaufen.“

„Wir sehen uns in großer Verantwortung bei der Versorgung der Bevölkerung. Wir haben in unseren Zeitungsanzeigen die Hardwareprodukte entfernt und schalten hier nur mehr Imagetexte. Bis Ostern verteilen wir 3,5 Mio Flugblätter an alle Haushalte, wobei 4 Seiten Food-Produkte und 20 Seiten NonFood-Produkte betreffen. Dies lässt sich nicht mehr stoppen. Ab Ostern werden wir die Nonfood-Produkte voraussichtlich nicht mehr bewerben. Würden wir jedoch diese Produkte nicht mehr bewerben, wird bei AMAZON gekauft. Der Verkauf ist uns nicht verboten.“

„Wenn wir nicht verkaufen, kaufen alle bei AMAZON. Wir haben diese Waren vor 12 Monaten eingekauft und würden bei Nichtverkauf auf einem hohen Lager sitzenbleiben.“

„Wir verlieren durch Wegfall des Gastronomieumsatzes 50% – 60% des Umsatzes. Haben trotzdem die Bewerbung von NONFood-Artikel eingestellt.“

Es muss hier nicht besonders erwähnt werden, dass wir unsere Positionen glasklar deponiert haben:

  • Sofortige Einstellung aller Werbemaßnahmen für unsere Artikel
  • Sofortige Entfernung aller unserer Artikel in allen Filialen
  • Sofortige Entfernung aller Plakate mit Aktionsankündigung (z.B auf alle Küchengeräte -15%) in allen Filialen

Diese berechtigten Forderungen wurden natürlich vorerst abgelehnt. Als jedoch Präsident Mahrer deutlich vermittelt hat, sich bei der Regierung für eine Klarstellung intensiv zu verwenden und dass der Verkauf von unseren NONFOOD-Produkten natürlich auch schon jetzt nicht gestattet ist, war eine gewisse Beunruhigung bei den Lebensmittelkonzernen spürbar. An dieser Stelle danke ich Herrn Präsident Mahrer, dass er unsere Positionen vertritt.

Mich persönlich besonders getroffen hat das fehlende Verständnis, wie es unseren Händlern heute geht, die kaum über Einnahmen verfügen, die ihre Leute trotzdem weiter beschäftigen möchten, die nicht wissen, was die Zukunft bringt und in schlaflosen Nächten über den Fortbestand ihrer Betriebe nachdenken. Fast alle Lebensmittelkonzerne machen dagegen Umsätze wie nie zuvor, haben täglich riesige Einnahmen, suchen und nützen Schlupflöcher und sorgen sich lediglich um ihr Ostergeschäft – eine absurde Situation, die ich nicht begreifen kann.

Bei dieser Gelegenheit danke ich auch unseren Lieferanten und dem Großhandel, die uns nach wie vor zuverlässig beliefern.

Dazu KommR Robert Pfarrwaller, Vorsitzender Fachausschuss Elektrogroßhandel unseres Bundesgremiums:

„Der österreichische Elektrohandel geht aufgrund der behördlichen Restriktionen durch eine sehr schwere Phase, teilweise wirtschaftlich existenzgefährdend. Natürlich unterstützen alle die verordneten Maßnahmen der Bundesregierung. Als Partner des Elektrohandels sichern wir seit Anbeginn der Krise die Warenversorgung für den Elektrohandel und auch für das Elektrogewerbe.

Das heißt auch weiterhin:

Die Warenversorgung seitens des Elektrogroßhandels ist gesichert und erfolgt wie immer zuverlässig!“

Wir lassen nicht locker! Schon heute wird die Wirtschaftskammer über die weitere Vorgangsweise entscheiden, um alle nur denkbaren Möglichkeiten zu nützen, diese in keiner Weise tragbare Vorgangsweisen so bald wie möglich abzustellen. Immer war bei der Konferenz von Solidarität die Rede, davon sind wir derzeit meilenweit entfernt.

Ich verspreche Ihnen, dass wir bei diesem Problem, das unsere Existenzen mehr als gefährdet, nicht nachlassen werden und danke bei dieser Gelegenheit allen Kollegen und allen Mitarbeitern der Wirtschaftskammer, die sich extrem für uns einsetzen.

Bleiben Sie gesund! KOPF HOCH!

Herzlichst Ihr

KommR Ing. Wolfgang Krejcik

Bundesgremialobmann

Kommentare (26)

  1. Geschrieben wurde, gilt nicht für folgende Bereiche:
    1.
    öffentliche Apotheken
    2.
    Lebensmittelhandel

    Hätten die Spezialisten geschrieben Handel mit Lebensmitteln anstatt Lebensmittelhandel wäre es eine klare Sache.

  2. Also ich bin auch der Meinung, dass unter Einhaltung der COVID-19 Schutzmaßnahmen eine Übergabe von Ware erfolgen darf.

    1. Die großen Lebensmittelhändler und selbst die großen Lebensmittelgroßhändler wie M……. haben sofort auch die Türen für alle anderen Produkte geöffnet und das ohne Einhaltung der COVID-19 Schutzmaßnahmen, denn die gelten ja nur für die EPU und KMU . Menschenansammlungen in den Geschäften und kein Sicherheitsabstand !!!!
    2. Wurde sogar das Bundesheer eingesetzt, dass die großen die Ware auch noch ganz schnell in die Regale bringen . Wer zahlt? Natürlich wir alle, da wurden die großen tatkräftig von der Regierung unterstützt. Kein einziger Lebensmittelhändler hat seine Regale von den Non-Food-Produkten leergeräumt.
    3. Gehen nach wie vor ganze Familien zu den Lebensmittelhändlern und Lebensmittelgroßhändlern einkaufen (Familienausflug) und keine Spur von COVID-19 Schutzmaßnahmen. Da wird nichts kontrolliert und munter die Vieren verbreitet. Aber wenn zB. Eine Person unter Einhaltung der COVID-19 Schutzmaßnahmen eine Übergabe von Ware übergibt dann soll das nicht in Ordnung sein? Da sollte sich mal jeder fragen was da wohl schief läuft in Österreich und welche Verordnungen erlassen werden ((natürlich von der Regierung, die dann in Zukunft auf Spenden hoffen könnte)) die nur die großen bevorzugen.
    4. Und wie soll es auch anders sein, dürfen großen Lebensmittelhändler bis 11.4.2020 alles und danach auf freiwilliger Basis zB. noch immer Spielzeug verkaufen, wo die Spielzeuggeschäfte geschlossen halten müssen. Das nennt sich wohl Gerechtigkeit ! Da kritisiere ich auch die WKO die leider sehr zu viel an die großen denkt und viel zu nahe an der Regierung sitzt. Eigentlich hätte ein Verordnung bezüglich Sortiment alles geregelt, aber das wollte von der WKO und Regierung keiner.
    5. Hätte zB. Auf jede online Bestellung ein COVID-19 Schutzbeitrag eingeführt werden müssen denn Am……….. verkauft Non-Food-Produkte augenscheinlich unter EK und die Post hilft auch noch mit indem sie Warenpakete für Firmen (oft wichtige Ersatzteile) im Auslieferungslager liegen lassen aber Hauptsache die Pakete von Am……… werden pünktlich ausgeliefert

    Ich hoffe nur, dass nach der COVID-19 Kriese ein Umdenken bei allen und wirklich bei allen einsetzt, dass es so nicht weiter gehen kann. Nur groß und größer, ohne Grenzen, nur Zocken an den Börsen und alles ins Ausland verkaufen kann nicht die Lösung sein und vor allem muss endlich eine Gerechtigkeit her jeder muss das gleiche in unser System einzahlen nicht die Großen wenig bis nichts und die Kleinen alles !!!
    Die Hoffnung stirbt zu letzt.

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  3. Ein kleiner Zusatz sei mir noch erlaubt:

    Der EFH kann die Thematik aber auch am anderen Ende der Lieferkette anpacken – man sehe sich doch mal die Unternehmen an, die gerade in diesen Zeiten gute Geschäfte mit TV, WaMa, Kaffeevolautomaten usw mit Spar/Rewe/Lidl/Hofer usw fahren.

    Da sind auch etliche bekannte Brands dabei. Und ob ich die im Laden nach der Krise noch aktiv anbiete oder bewerben werde, bleibt mir als Händler selbst überlassen. Für fast alle werde ich adequate Ersatzprodukte finden.

    Denn in den Branchenmedien den EFH in den Himmel loben und dann in der Krise LEH Aktionen zu fahren, zeigt nicht gerade von voller Unterstützung des EFH.

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  4. Also ich sehe, als absoluter Nichtjurist, keine Verordnung, die dem Lebensmitteleinzelhandel den Non-Food-Verkauf verbietet.

    In der 96. Und 110. Verordnung des Gesundheitsministers ist nur die Betretung von Betriebsstätten zum Zweck des Erwerbs von Waren oder Dienstleistungen geregelt.

    Dh für mich einfach nur OFFEN/ZU.

    Über Warensortimente steht da kein Wort.

    Und lt 12.BG (Covid-19 Gesetz) vom 15.3. Artikel 8 (Covid-19 Maßnahmengesetz) §1 kann der Gesundheitsminister auch nur die Betretung per Verordnung untersagen oder erlauben.

    Meiner Meinung nach kann er den Verkauf einzelner Warengruppen per VO nicht untersagen.

    Da müssten die Juristen der WKO oder des Handelsverbandes eine andere Möglichkeit finden das zu unterbinden.

    Mir ist nur nicht klar, wo Mancher die klare Rechtslage sieht, dass Non-Food Verkauf verboten ist.

    Vielleicht kann hier ja mal ein Jurist dazu Stellung nehmen.

  5. Die Rechtslage ist ganz eindeutig. Non Food Verkauf ist verboten. Das ist auch der Grund, warum in Vorarlberg ein Händler den Müller angezeigt hat – dann nämlich muss die Behörde aktiv werden und sich rechtfertigen wenn sie nicht gemäß Verordnung agiert. Und ich mutmaße, dass das auch der Grund ist warum Müller – im Gegensatz zu allen anderen – seinen NF Bereich gesperrt hat – sonst wird’s nämlich teuer. Ich verstehe auch nicht, warum sich niemand anderer findet, um Hofer etc. anzuzeigen. Dann – und nur dann, bei einer untätigen und die Handelskonzerne schützenden Politik – muss was getan werden.

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    1. Also ich sehe da keine klare Rechtslage, die das verbieten würde.

      Weiter unten gibt es von der Redaktion den Link zur Anschober Verordnung. Da steht nur wer zusperren muss und aufsperren darf. Dass der Lebensmittelhandel keine z.B. Kühlschränke verkaufen darf sehe ich nicht. Lasse es mir aber gerne erklären.

      1. Gerne. In der VO des Herrn Anschober ist folgendes zu lesen: „§ 2. § 1 gilt nicht für folgende Bereiche: […] 2. Lebensmittelhandel“. Hier wird bewusst weder auf Verkaufsstätten noch auf den LEH als Ganzes abgestellt, sondern eben auf die Sortimente. Dies war von Anfang an die Rechtsmeinung unter Juristen, die nun von Juristen des Sozialministeriums („Wien“) bestätigt wurde: https://vorarlberg.orf.at/stories/3041995/. Konsequenz: Nicht sudern, sondern anzeigen. So hat es nämlich in Vbg funktioniert und das ist auch der Grund, warum Müller sein Sortiment weitgehend abgesperrt hat (er war Adressat der Klage). Die WKO wird einem nicht unterstützen können, da die Regierung kein Interesse daran hat.

        1. Ja, die Verordnung kenne ich. Da aber einige Ketten des Lebensmittelhandels „immer schon“ auch non-food geführt haben, würde ich mich an deren Stelle auf sowas wie „Gewohnheitsrecht“ berufen.

          Alles was bisher dazu gesagt wurde sind Interpretationen und Mutmaßungen, was denn gemeint wäre. Wenn der gute Herr Anschober in seine Verordnung so etwas geschrieben hätte wie „der Verkauf von nicht zum Kernbereich gehörender Handelsware ist verboten“ gäbe es keine Diskussion. Würde aber auch bedeuten, dass in anderen Bereichen (etwa Apotheken, Tierfutterhändler) einiges nicht mehr verkauft werden darf.

          Die WKO ist doch nicht Teil der Regierung. Wenn die Juriusten der Fachgruppe der Meinung sind, dass die Verordnung so zu interpretieren ist, wie Sie das sehen, dann sollte unsere Fachgruppe endlich den A**** hochkriegen und was für die Mitglieder tun von denen sie leben. Das herumgelabere und traurige/beleidigte Presseaussendungen hift niemenden was.

          Persönlich bin ich der Meinung, dass die Maßnahmen für den Elektrofachhandel (aber auch andere Branchen) vollkommen überzogen sind, da hier die Personendirchte üblicherweise erheblich niedriger ist wie im Lebensmittelhandel. Bei der Großfläche wie Media/Saturn würde ich es eher noch sehen. Der typische kleine EFH hat doch keine 2000m², wahrscheinlich nicht einmal 400.

  6. Wenn der heimische LH reglementiert wird, gewinnt in erster Linie der internationale online Handel. Ist eine lose-lose Situation für Österreich!

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  7. Noch eine Anmerkung:

    Wie man im Artikel https://elektro.at/2020/03/31/corona-krise-lebensmittelhandel-legt-massiv-zu/ liest, hat laut GfK der Lebensmittelhandel eben um 17% zugelegt.

    Allerdings ist das Umsatz. Wie ich gehört habe, sind diese Zuwächse aber leider in Produktgruppen die man nicht so gern verkauft, weil man da wenig Marge hat. Also mehr Umsatz=mehr Aufwand, aber weniger Ertrag. Vielleicht ist das der Grund, warum man sich so an den non-food Bereich klammert. …

  8. Welcher Pausenkaspar hat denn das gesagt “ Im Übrigen könne man unseren Kunden nicht verbieten, bestimmte Waren zu kaufen.“.
    Der Kasparl hat ja damit recht, hat er aber auch schon bedacht, das er diese Dinger überhaupt nicht verkaufen sollte dürfen?
    Wo bleibt den wieder die wie sie sich nennt, die Gewerbeordnung, es ist keine Ordnung es ist ein …Haufen.
    Es ist ja schon immer so, aber jetzt kommt das so richtig ans Licht. Gewerbeordnung, ha, was heißt das?

    1. Handel ist ein freies Gewerbe. Da kann man alles was nicht explizit gebunden ist (z.B. Medikamente, Chemikalien, …) verscherbeln.

      Das kommt natürlich dem „Lebensmittelhandel“ entgegen. Und das war auch schon „immer“ so. Früher mal die Greißler, besonder am Land. Wer sich noch an den Konsum erinnern kann, da hast auch in kleinen Filalen vieles aus dem non-food Bereich bekommen. Und in großen Filialen und KGMs erst recht. Also kein wirklich neues „Problem“

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  9. Noch was zu den „armen“ Lebensmittler, die schon Ihre Prospekte in der Pipeline haben und das angeblich nicht mehr stoppen können.

    Das Argument ist doch schon per se eine Frechheit. Was ist denn mit den ganzen Prospekten die wir (bzw. die Kooperationen) schon vorbereitet haben. Die können wir auch einstampfen, da zahlt niemand was dafür. Oder?

    Wenn ich nicht WILL, dass eine Werbung raus geht, dann verschicke ich sie nicht. Kann mich dunkel erinnern, dass es sogar schon Fälle gegeben hat, wo Prospekte wieder zurückgerufen werden mussten…

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  10. Bitte kann jemand mal im Klatext schreiben, was in der Verordnung unserer geschätzen Bundesregierung dazu steht. Oder noch besser einen Link ins RIS reinstellen oder wo immer man den Originaltext findet.

    Das ist doch seit Tagen ein ärgerliches rumgeeiere. Wenn’s verboten ist, dann gehören die Lebensmittler abgestraft. Wenn’s doch nicht klar verboten ist, dann hätte man halt bei den Verhandlungen präziser arbeiten müssen.

    Was mich auch interessieren würde ist, welchen absoluten und prozentuellen Umsatz die Lebensmittler vor Corona gemacht haben und jetzt damit machen. Die Abteilungen gabs ja schon vor Corona. Wenn die sich SO dran klammern, muss das doch ein erheblicher Umsatz sein. Oder sehe ich das falsch? Dann haben die uns doch auch schon zu normalen Zeiten erkleckliche Umsätze weggenommen.

      1. Vielen Dank!
        Die Verordnung ist aber nicht mehr gültig: § 4. (3) Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 22. März 2020 außer Kraft.

        Ok, habe im RIS die Fortsetzung gefunden: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2020_II_112/BGBLA_2020_II_112.html
        Also Frist bis 13.4. 🙂

        Aber unabhängig vom Gültigkeitsdatum, ich kann in der Verordnung nicht erkennen, dass es dem Lebensmittelhandel verboten wäre non-food zu verkaufen. Oder wo steht das?

        Da gab es doch vor einigen Jahren eine Gewerberechtsnovelle, wonach es bis zu einem gewissen Prozentsatz (25%?) erlaubt ist auch andere Gewerbe auszuüben, ohne dafür einen Gewerbeschien beantragen zu müssen.

  11. Die Politik hat es erlaubt, dass Supermärkte offen halten dürfen! Die selbe Politik hat dem Fachhandel unterschiedlichster Sparten, ausdrücklich untersagt seine Ladengeschäfte offen zu halten!

    Diesen unschätzbaren Wettbewerbsvorteil gilt es für diese Handelsketten jetzt „gnadenlos“ zu nützen! Der Fachhandel ist hier in einer ganz, ganz schlechten Verhandlungsposition – auch weil von der Politik, die dieses Dillemma eigentlich verursacht hat, außer „Griesknödel-Bla-Bla“ jede Unterstützung fehlt!

    Vielleicht lernen wir ja für die Zukunft daraus – WELCHE Kunden auch in Krisenzeiten zum Fachhandel stehen !
    Die ANDEREN Nicht-/Fremd-/Irgendwo-Kunden könnten ja bei Problemen mit „ihrer Kaufhausware“ vielleicht auch einmal kompetente Unterstützung benötigen – am besten dort, wo (im Regal) der Pfeffer wächst!

    Es ist auch eine Chance, die Kunden, die „zu uns stehen“ – „Kunden auf die wir uns verlassen können“ mit geeigneten Mitteln zu belohnen und „die Anderen“ mit eben diesen geeigneten Mitteln „dauerhaft zu erziehen“!

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    1. Wie eben geschrieben ist die Frage schon, dürfens denn das.

      Aber unabhängig von der rechtlichen Seit. Glaubts Ihr wirklich, dass einer der im Interspar z.B. eine Waschmaschine kauft ein Kunde ist, der sonst im EFH gekauft hätte?

      Sind das denn nicht eher Kunden die wir, vermutlich aus unterschiedlichsten Gründen, schon vor Jahren verloren haben?

      Ja und richtig, denen müsste man Anreize bieten, dass sie wieder zurück zum EFH kommen.

      Und bitte kommts jetzt nicht mit „man muss den Kunden ein Einkaufserlebnis bieten“. Das mag schon manchmal stimmen. Aber ein Kunde der zu uns kommt weiss entweder ganz genau was er will und erwartet prompte Lieferung, perfekte Aufstellung und Abtransport des Altgerätes. Oder er möchte von uns beraten werden was er unter Berücksichtigung seiner Rahmenbedingungen und Wünsche nehmen soll.

      Wenn ich dann aber von Kollegen höre „ich verkauf‘ nur des wo i die größte Marsch hab“, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass das vielleicht nicht die zufriedensten Kunden sein werden.

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      1. Es geht jetzt aber nicht um Einkaufserlebnis, hohe Marsch usw., Einer darf verkaufen der Andere auf keinen Fall, in beide Geschäfte gehen die Menschen hinein, wobei beim kleinen EFH sich weniger
        tummeln wie bei den Lebensmittel-Ketten. Eigentlich unvorstellbar dieser Zustand, und die Kammer, Bla bla bla.
        Ich werde jetzt mit meinen Bemerkungen schon auffallen, es ist aber ein Wahnsinn was da abläuft.

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        1. Ja, das sehe ich auch so. Wahrscheinlich wäre es sinnvoll, dass die kleinen Elektrohändler und Baumärkte offen haben dürften. Ist halt dann die Frage was man als klein definiert.

          Das Problem sin aber immer die Leut‘. Manche sind einfach zu deppert zu kapieren, dass man 1m besser 2m Abstand hält. In den Gängenund an der Kassa. DA muss man mal ansetzen.

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          1. Naja das ist einfach und wird immer schon – und nun mit diesen Masken auch – über die Verkaufsfläche gelöst. Und ich find‘ 400qm eigentlich eine ganz vernünftige Größe – oder?

    2. Ich sehe es so wie Sie: die Politik leistet keine Unterstützung. Das ist seit mehr als 1 Jahr neu und beginnt damit, dess Herr BK nichts von der WKO hält und diese durch direkte Kontakte zu den Konzernen ersetzt.

      Das zeigt sich leider auch bei diesem und dem „Masken“-Thema, wo die großen 3 Handelskonzerne mit Kurz am Tisch saßen und auch die ersten Maskenlieferungen erhalten haben, während die WKO-Fachgruppen und „kleinen“ Handelsgruppen (Nah&Frisch,…) erst aus den Medien erfuhren und nun teuer Masken am Markt kaufen müssen…

      Ich sehe es auch als Chance – gerade jetzt – für den regionalen Fachhandel, denn besser könnte die Stimmung in der Bevölkerung kaum sein. Diese muss aber genutzt werden und vor allem muss man dazu auch offen haben oder in der Vergangenheit schon Online zumindest angegangen haben.

      Im übrigen sehe ich das wohl – vielleicht weil ich auch „nur“ Berater und nicht mehr Händler bin – differenzierter: die Argumentation von Hofer, dass dann alle bei Amazon kaufen, finde ich mehrfach falsch. Zum einen berücksichtigt das nicht die Kaufentscheidungsprozesse der Kunden, zum anderen nicht den Werbedruck v.a. der Diskonter hins. Non Food.

      Ich hoffe, dass es trotzdem eine Rückbesinnung zumindest eines Teils der Bevölkerung zum regionalen Handel in allen Bereichen gibt. Das sollte die WKO nutzen und von der Landwirtschaftskammer lernen, die das seit jeher ganz toll für ihre Bauern macht und das Bild in derÖffentlichkeit bestens platziert.

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