Freitag, 5. Juni 2020
Bilanz: „Die aktuelle Situation ist herausfordernd“

Covid 19 beschert MediaSaturn deutliches Minus

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 21.04.2020 | |  
(Bild: Thorben Wengert/ pixelio.de) (Bild: Thorben Wengert/ pixelio.de) Ceconomy veröffentlichte seine Bilanz für das zweite Quartal und diese zeigt: Die Auswirkungen der Corona-Krise haben dem Unternehmen ein sattes Minus beschert. Der Umsatz sei deutlich zurückgegangen, wie die MediaSaturn-Mutter letzte Woche informierte. Das Online-Geschäft sei hingegen angestiegen.

Der Ceconomy CEO Dr. Bernhard Düttmann sagte: „In den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 hat sich unser Geschäft solide entwickelt. Wir waren zufrieden mit dem Ergebnisanstieg und auf gutem Weg, unsere Gesamtjahresprognose zu erreichen. Seit Mitte März sind jedoch die Auswirkungen der regulatorischen Entscheidungen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gruppenweit spürbar geworden. Ceconomy hat unverzüglich darauf reagiert. In den vergangenen Wochen ist unser Online-Geschäft stark gewachsen. Zudem haben wir umfangreiche Kosten- und Liquiditätsmaßnahmen eingeleitet. Gleichzeitig blicken wir schon in die Zukunft und bereiten die Wiedereröffnung nach dem Lockdown vor (Anm.: elektro.at berichtete). Die aktuelle Situation ist herausfordernd, aber sie wird als Katalysator für die Transformation unseres Geschäftsmodells dienen.“

Düttmann geht in seiner Aussage nicht konkret auf die Verluste ein. Diese sind aber deutlich vorhanden, wie die Zahlen zeigen. Anhand vorläufiger Daten zeigt sich für Q2 2019/20: Der Umsatz ging währungs- und portfoliobereinigt um –6,6% zurück. Der berichtete Umsatz sank um –7,7% auf 4.631 Mio. Euro. Der Rückgang sei ausschließlich auf Store-Schließungen im Zusammenhang mit Covid-19 zurückzuführen, wie Ceconomy betont. „In den Monaten Jänner und Februar stieg der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um +3,7%.“

In der DACH-Region ging der Umsatz währungsbereinigt um –6,0% zurück. „Deutschland, Österreich und die Schweiz sind von Storeschließungen im März betroffen, was nur teilweise durch den deutlichen Anstieg im Online-Geschäft kompensiert wurde“, sagt Ceconomy und: „Ungarn performed weiterhin mit starkem Wachstum. Dies ist teilweise bedingt durch Markteröffnungen im Vorjahr.“

1 Halbjahr

Vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr 2019/20 des Geschäftsjahres zeigen: Der Umsatz ist währungs- und portfoliobereinigt mit –3,1% rückläufig. Bis Ende Februar hätte sich der Umsatz jedoch erwartungsgemäß entwickelt (währungs- und portfoliobereinigt +0,9%), getrieben durch ein solides Wachstum bei Services & Solutions und Online.

Das bereinigte EBIT liegt aufgrund der Store-Schließungen im Zusammenhang mit Covid-19 bei 159 Mio. Euro und damit um –137 Mio. Euro unter Vorjahr. „Nach den ersten fünf Monaten (Anm.: Februar) war das bereinigte EBIT voll im Rahmen der Erwartungen, nämlich bei 219 Mio. Euro (–34 Mio. Euro unter Vorjahr)“, berichtet Ceconomy.

Online-Boom

Stark entwickelte sich dagegen das Onlinegeschäft. Der Umsatz im Internet kletterte um rund +24% im Vergleich zum Vorjahr, damit erreichte der E-Commerce Anteil nun knapp 19% des Konzernumsatzes. Im März seien die reinen Online-Verkäufe sogar um 98% angestiegen. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, werden Online-Bestellungen für Produkte, die im Online-Lager nicht verfügbar sind, teilweise aus den Märkten heraus bedient.

Der Umsatz mit Services & Solutions (ohne MediaMarktSaturn Griechenland) liege nahe zu auf Vorjahresniveau bei rund 6% des Gesamtumsatzes, nach einem zweistelligem Wachstum in den ersten beiden Monaten des zweiten Quartals.

Düttmann beschreibt die Situation in vielen Kernmärkten von MediaMarktSaturn als herausfordernd. Bis zum 16. April waren insgesamt 881 von 1.025 Märkten vorübergehend geschlossen. In Österreich gibt es insgesamt 52 Media- und Saturn-Märkte. Diese sind seit dem 16. März geschlossen und sollen voraussichtlich am 2. Mai wieder eröffnet werden. In Deutschland gibt es insgesamt 428 Märkte. Ein Teil davon wird ab morgen, 22. April, wieder geöffnet (elektro.at berichtete).

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