Freitag, 27. November 2020
Steigender Paketumsatz kompensiert schwächelndes Werbegeschäft

Post Quartalsbilanz als Spiegel der Corona-Krise

Hintergrund | Dominik Schebach | 14.05.2020 | |  
Bei der Post stehen steigende Umsätze im Paket-Geschäft einem deutlichen Rückgang bei den Werbesendungen gegenüber. Bei der Post stehen steigende Umsätze im Paket-Geschäft einem deutlichen Rückgang bei den Werbesendungen gegenüber. (© Post / Christian Stemper) Die heute vorgestellte Bilanz der österreichischen Post für das Q1/2020 ist von der Corona-Krise geprägt. Zwar konnte der Umsatz leicht gesteigert werden, bei den einzelnen Positionen ergab sich allerdings eine deutliche Verschiebung. Der Rückgang bei den Brief & Werbesendungen (-4,6%) wurde demnach durch ein gutes Paketwachstum (+23,8%) kompensiert.

„Die Zahlen des ersten Quartals 2020 verdeutlichen die aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen“, so Generaldirektor Georg Pölzl. „Bei steigenden Umsätzen von 2,1 % wurde ein niedrigeres Ergebnis erzielt.“  Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post Konzerns verbesserten sich im ersten Quartal 2020 um 2,1 % auf 502,9 Mio Euro gegenüber der Vorjahresperiode. Wegen des Rückgangs bei den Brief & Werbesendungen sowie den Anlaufkosten für das Bankgeschäft der eigenen bank99 reduzierte sich das Konzernergebnis (EBIT) im Q1 auf 33,3 Mio Euro.

Besonders drastisch war der Ausfall bei den Werbesendungen. Hier waren wegen der behördlichen Schließungen im Handel rund 50% der Werbesendungen betroffen – womit die Post allein im diesem Bereich nach eigenen Angaben Umsatzeinbußen von 4 Mio Euro pro Woche verzeichnete. In der Division Paket & Logistik erfolgte ein Umsatzanstieg von 23,8 %, getragen von einem organischen Wachstum durch Online-Bestellungen sowie Mehrmengen aufgrund der Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group seit August des Vorjahres. Die Mengenentwicklung im Paketbereich lag leicht über den ursprünglichen Annahmen, mit positiven Impulsen bei Privatkunden-Paketen (B2C) und negativen Effekten bei Geschäftskunden-Paketen (B2B).

Für das Gesamtjahr stellt COVID-19 die Post vor einige Probleme. Denn hier können die Umsatzverluste der hochmargigen Briefdivision laut Unternehmen ergebnisseitig durch steigende Paketumsätze nicht wettgemacht werden. Als Grund dafür führt die Post die hohen Kosten im Logistik-Geschäft an. Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren will der Konzern auch 2020 zusätzlich zu den 70 Mio Euro Instandhaltungsinvestitionen mehr als 50 Mio Euro in den Ausbau seines Logistiknetzes investieren.

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