Montag, 13. Juli 2020
„Viele Programme, wenig Projekte“

Energieversorger: Mit Erneuerbarer aus der Krise

Hintergrund Energiezukunft | Dominik Schebach | 25.05.2020 | |  
Österreichs Energiewirtschaft will mit Investitionen in Erneuerbare Energie aus der Corona-Wirtschaftskrise kommen und fordert dazu Unterstützung vom Staat wie Österreichs Energiewirtschaft will mit Investitionen in Erneuerbare Energie aus der Corona-Wirtschaftskrise kommen und fordert dazu Unterstützung vom Staat wie "Incentives", schnellere Verfahren und weniger Bürokratie. (© Österreichs Energie) Österreichs E-Wirtschaft spürt die Corona-Krise. Das zeigt eine Befragung in der Branche durch Meinungsforscher Peter Hajek. Als Weg aus der Krise fordern die österreichischen Strom-Erzeuger vor allem ein Anreizsystem für den Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbarer Energien. Damit wären aber auch die ambitionierten Klimaziele – 100% Strom aus erneuerbaren Quellen – erreichbar.

„In der Krise haben wir einmal mehr gezeigt, dass wir für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verlässliche Partner sind. Nun steht die Branche in den Startlöchern für den Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energien und richtet den Blick wieder nach vorne“, erklärt Leonhard Schitter, Präsident von Oesterreichs Energie. „Denn nach der Krise braucht es Wachstum.“

Laut der aktuellen Umfrage hat die Krise zwar deutliche Spuren in den Bilanzen der Energieversorger hinterlassen. Die Einbußen sind allerdings weniger schlimm, als in anderen Branchen. Im Durchschnitt rechnen die Unternehmen für dieses Jahr mit Umsatzrückgängen von durchschnittlich 9%.

Der Wille ist da

Geht es um die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung, so war schon vor dem Ausbruch der Corona-Krise die Einschätzung der Branche zurückhaltend. Jetzt geht mehr als die Hälfte (56%) der befragten Unternehmen davon aus, dass die Erreichung der Ziele 2030 eher schwierig wird. Immerhin ein Drittel glaubt an die fristgerechte Umsetzung und nur 10% glauben daran „sicher nicht“.

„Diese Einschätzung spiegelt die Erfahrung einer Branche wider, die in den vergangenen Jahren zwar viele Programme, aber wenige Projekte erlebt hat. Es freut uns aber, dass die Regierung beim kommenden Konjunkturpaket dem Klimaschutz eine zentrale Rolle einräumen will. Das kann ich aus Sicht der Branche nur unterstützen“, so Schitter. Denn ein Ausbauprogramm setze nicht nur Schritte in Richtung Klimaneutralität, sondern schaffe auch Arbeitsplätz und heimische Wertschöpfung.

Immerhin 48% der Unternehmen halten in diesem Zusammenhang nach wie vor an den eigenen Investitionsprogrammen fest. Immerhin 42% fürchten allerdings, dass sie den bestehenden Fahrplan nach der Corona-Krise überdenken und Investitionen hintanstellen müssen. Außerdem fordert die Branche für weitere Investitionen die rasche Umsetzung beim Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz.

Zusätzlich wünschen sich die Energieversorger vor allem eine „Incentivierung“ für den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien Wasser, Wind und Photovoltaik (66%). Größere Unternehmen in der Branche (58%) wünschen sich vor allem Verfahrensbeschleunigungen. Knapp die Hälfte (48%) der Unternehmen fordert einen generellen Bürokratieabbau, sowie eine stärkere Unterstützung bei Netzausbau (46%).

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