Samstag, 4. Juli 2020
Flächendeckende Versorgung auch in der Peripherie

NÖ-Landesregierung will 100 Mio Euro für Breitbandausbau mobilisieren

Telekom | Dominik Schebach | 27.05.2020 | |  
Glasfaser nicht nur in der Stadt, sondern auch in den peripheren Gebieten, das ist das Ziel der niederösterreichischen Landesregierung. Sie will dafür 100 Mio Euro für den Ausbau locker machen. Glasfaser nicht nur in der Stadt, sondern auch in den peripheren Gebieten, das ist das Ziel der niederösterreichischen Landesregierung. Sie will dafür 100 Mio Euro für den Ausbau locker machen. (© Expert Luwy) Die niederösterreichische Landesregierung will die Glasfaserversorgung in den peripheren Regionen des Landes ausbauen. Dazu soll heute ein entsprechender Antrag samt Fahrplan im Landtag eingebracht werden. Der mit 100 Mio Euro veranschlagte Plan soll weiteren 115.000 Haushalte in Niederösterreich Zugang zu Glasfaser ermöglichen. Die Finanzierung soll dabei zu jeweils der Hälfte durch das Land und die Gemeinden erfolgen.

Geht es nach Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner so soll die Corona-Krise einen weiteren Digitalisierungsschub in Niederösterreich auslösen. „Dank unserer Digitalisierungs-Initiativen waren und sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Corona-Zeiten in der Lage, Anfragen und Anliegen der Landsleute jederzeit weiterzubearbeiten. Zwischenzeitlich haben bis zu 80% der Mitarbeiter im Home Office gearbeitet. Fakt ist aber auch, dass der digitale Wandel für Wirtschaft und Industrie nur dann möglich ist, wenn die dafür notwendige digitale Infrastruktur in bestmöglicher Qualität vorhanden ist.“

Der Bedarf für eine leistungsfähige Versorgung sei vorhanden. Alleine in den beiden vergangenen Monaten sei der mobile Datenverbrauch in Niederösterreich um 30% auf 1,65 Millionen GB täglich gestiegen. Dabei werden laut Mikl-Leitner derzeit 80% der niederösterreichischen Haushalten mit bis zu 30 Mbit/s versorgt. Das reiche zwar für normales Home Office, sei aber für zukünftige Anwendungen zu wenig, wie die Landeshauptfrau betonte: „Daher ist es unser erklärtes Ziel, so rasch wie möglich einen nahezu flächendeckenden Ausbau mit mehr als 100 Mbit/s für alle rund 800.000 Haushalte sowie Wirtschaft und Industrie in Niederösterreich sicherzustellen.“

Nach Ausbau in Pilotregionen, der Versorgung in städtischen Regionen durch private Telekom-Unternehmen sowie der Gründung der Niederösterreichische Glasfaserinfrastruktur GmbH (NÖGIG) sei dies nun der vierte Schritt, um die Vollversorgung im Land sicherzustellen. Damit sollen jene 115.000 Haushalte und Unternehmen in peripheren Lagen erreicht werden. Das Fördermodell kostet rund 100 Mio Euro, welche Land und Gemeinden zu je 50% tragen. Seitens des Landes und der Gemeinden erhofft man sich dadurch die Ansiedlung neuer Betriebe und einen Stopp der Abwanderung in bisher benachteiligten Regionen des Landes, sowie die unmittelbare Schaffung von rund 5.600 Arbeitsplätzen.

40% müssen Angebot annehmen

Für das Mammut-Projekt werde den Gemeinden auf die Bundesförderung diese zusätzliche Förderung aufgezahlt, wie Digitalisierungslandesrat Jochen Danninger bei gestrigen der Präsentation im Landhaus erklärte. Dazu soll zuerst eine Beratung der Gemeinde durch die Breitbandkoordination Niederösterreich erfolgen. Danach kommt es zur Entwicklung des Projekts sowie zur Einreichung der Förderung bei Bund und Land. Nach deren Förderzusage müssen 40% der Bevölkerung und Betriebe zusagen, dass sie das Angebot auch annehmen.

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