Donnerstag, 13. August 2020
Offener Brief an die Regierung

Klimavolksbegehren: Über 200 Unternehmen fordern Klimaschutz

Energiezukunft | Wolfgang Schalko | 15.06.2020 | Downloads | |  
Stellvertretend für die über 200 unterstützenden Unternehmen des Klimavolksbegehrens erläuterten Vertreter von BILLA, ÖBB, oekostrom AG und VBV bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sprecherin Katharina Rogenhofer die zentralen Forderungen der Initiative. Stellvertretend für die über 200 unterstützenden Unternehmen des Klimavolksbegehrens erläuterten Vertreter von BILLA, ÖBB, oekostrom AG und VBV bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sprecherin Katharina Rogenhofer die zentralen Forderungen der Initiative. (© Ines Futternknecht) Die wirtschaftliche Situation nach Corona belastet österreichische Unternehmen enorm. Gerade jetzt ist der entscheidende Zeitpunkt für kluge Investitionen, um die Wirtschaft nachhaltig zu verändern. Namhafte Unternehmen unterschiedlicher Branchen fordern deshalb konkrete Maßnahmen.

Das Klimavolksbegehren unterstrich gemeinsam mit BILLA, ÖBB, oekostrom AG und VBV bei einer Pressekonferenz, dass gerade jetzt der entscheidende Moment für mutige Klimapolitik und zukunftsfähige Wirtschaft sei. Die Unternehmen stellen sich zusammen mit über 200 weiteren – darunter auch etliche aus der Elektrobranche – hinter die Forderungen des Klimavolksbegehrens und präsentierten einen offenen Brief an die Bundesregierung (beigefügt als PDF).

Kurswechsel einschlagen

„Wir müssen diesen entscheidenden Moment nutzen, um unsere Wirtschaft zukunftsfähig und krisensicher zu gestalten: sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig”, fordert Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens. In Folge der Corona-Krise dürfe die zweite große Krise unserer Zeit – die Klimakrise – nicht hintenangestellt werden, sondern es müsse ein Kurswechsel in Richtung klima- und lebensfreundlicherer Zukunft erfolgen. Dafür fordern die Unternehmen mit dem Klimavolksbegehren konkrete Maßnahmen der Politik in der Eintragungswoche von 22.-29. Juni.

Zukunftsfähige Arbeitsplätze durch Energiewende

Gelder, die nun investiert werden, sollen dafür verwendet werden, um die Energie- und Mobilitätswende voranzutreiben. So wird nicht nur der Klimakrise entgegengewirkt, es werden gleichzeitig hunderttausende zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen. Allein in der Photovoltaik-Branche liegen bis zu 200.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze. „Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen ist nach der Covid-19 Krise das beste Konjunkturprogramm, um nachhaltige, grüne Arbeitsplätze zu schaffen. Vorrangiges Ziel muss dabei die Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 sein. Dafür braucht es jetzt massive Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz, denn auf diese Weise können ressourcenschonend regionale Konjunktureffekte erzielt werden“, erläuterte Lukas Stühlinger, Vorstand der oekostrom AG.

Klimaneutrale Mobilität sicherstellen

Da der Verkehr einer der Sektoren mit den höchsten Emissionen Österreichs ist, führt kein Weg an einer Mobilitätswende vorbei. Damit sich alle Menschen für klimaneutrale Mobilität entscheiden können, braucht es Investitionen. „Die Corona-Krise hat nichts an der Tatsache geändert, dass die Stärkung des öffentlichen Verkehrs der wesentlichste Schlüssel für die Bewältigung der Klimakrise ist. Wir müssen jetzt in den Klimaschutz investieren, für verursachergerechte Kostenwahrheit sorgen und so Innovations- und Technologieleader werden, um damit die Wirtschaft nachhaltig aufzustellen. Investitionen in die Bahninfrastruktur, das Nah– und Fernverkehrsangebot sowie Schienengüterverkehr sparen CO2, stärken den Wirtschaftsstandort und leisten so einen Beitrag für Generationen. Allein die ÖBB ersparen Österreich durch die Verkehrsleistungen mit Bahn und Bus jährlich mehr als 4 Mio. Tonnen CO2”, führte Mark Topal, ÖBB-Holding, Leiter für Systemtechnik, Sicherheit, Nachhaltigkeit aus.

Regionalität und Nachhaltigkeit

Gerade bei Produkten des täglichen Bedarfs ist eine klimafreundliche Herangehensweise essenziell. Bei Lebensmitteln auf Regionalität, Nachhaltigkeit und kurze Transportwege zu setzen ist heute wichtiger denn je. „Gerade in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels wird die Wichtigkeit des Klimavolksbegehrens besonders deutlich. Landwirtschaftliche Produkte sind besonders stark von Umwelteinflüssen abhängig. Deshalb setzen wir sowohl in der Filialgestaltung, als auch im Sortiment auf Klimafreundlichkeit. Sei es über 100% Grünstrom für die Filialen, Wärmerückgewinnung oder eine verstärkte Investition in regionale Produkte und Biodiversität. Denn Biodiversität und Regionalität gehen Hand in Hand mit Klimaschutz und einem Land voller Leben”, stellte Jan Dörrich, Projektleiter für Nachhaltigkeit bei Billa/ REWE Group, klar.

Politik gefordert, konkrete Maßnahmen zu setzen

Um unser Klima und somit unsere Zukunft zu schützen, benötigt es eine klare Richtungsentscheidung. Eine kluge Steuer- und Abgabereformen, die die Förderung fossiler Energie beseitigt und klimafreundliches Handeln belohnt, würde kaum zu Mehrausgaben führen. Das würde mit einer sozialen Rückvergütung in der Krise gerade den Haushalten helfen, die am meisten belastet sind. „Wir unterstützen das Klimavolksbegehren, weil die Klimakrise das zentrale – und dramatischste – Thema der Gegenwart und Zukunft ist. Der Wiederaufbau nach Corona muss ein grüner, nachhaltiger sein. Die Bevölkerung und weite Teile der Wirtschaft sind bereit dazu. Nun ist die Politik gefordert, konkrete Maßnahmen wie eine ökosoziale Steuerreform zu setzen“, erklärte Andreas Zakostelsky, CEO der VBV-Vorsorgekasse.

Über 200 Unternehmen unterstützen offenen Brief an Bundesregierung

Mit der Pressekonferenz wurde gleichzeitig ein offener Brief an die Bundesregierung vorgestellt, der von 203 österreichischen Unternehmen und Unternehmens-Verbänden unterzeichnet wurde. Darin wird gefordert, dass alle Investitionen, die nun getätigt werden, zukunftsfähige Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und Klimaschutz sichern sollen. Gemeinsam mit dem Klimavolksbegehren fordern diese Unternehmen die Bundesregierung zum sofortigen Handeln gegen die Klimakrise auf.

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Offener Brief an die Bundesregierung

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