Donnerstag, 16. Juli 2020
Zahlen zur Kurzarbeit: Unterschiedlich und zum Teil dramatisch

GPA-djp fordert Fairnesspaket für österreichischen Handel

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 23.06.2020 | | 1  
„Die Zahlen zur Kurzarbeit zeichnen ein unterschiedliches und zum Teil dramatisches Bild“, sagt die GPA-djp, die ein Fairnesspaket für den österreichischen Handel fordert. „Die Zahlen zur Kurzarbeit zeichnen ein unterschiedliches und zum Teil dramatisches Bild“, sagt die GPA-djp, die ein Fairnesspaket für den österreichischen Handel fordert. Derzeit befindet sich jeder zweite Handelsangestellte und jeder zweite Betrieb in Kurzarbeit. Diese Zahlen zeichnen ein zum Teil dramatisches Bild, wie die GPA-djp sagt und dringend Impulse von Seiten der Politik zur Kaufkraftstärkung fordert.

„Die aktuellen Zahlen zur Kurzarbeit im Handel zeichnen in Teilbereichen ein dramatisches Bild. Es braucht dringend Impulse von Seiten der Politik zur Kaufkraftstärkung. Durch den verfestigten Trend zum Online-Handel ist ein Fairnesspaket nötig, um den Konkurrenzkampf zwischen stationärem Handel und Onlinehandel auszugleichen“, so Anita Palkovich (GPA-djp), KV-Verhandlerin im Handel, und Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp.

Eine Analyse der Zahlen des AMS zur ersten Etappe der Kurzarbeit zeigt wie unterschiedlich die Situation im Handel ist. Demnach befindet sich derzeit jeder zweite Handelsangestellte (das sind über 280.000) und jeder zweite Betrieb in Kurzarbeit. „Der Lebensmittelhandel blieb in der Lockdownphase als systemrelevanter Bereich sowohl von Umsatzeinbrüchen, steigenden Arbeitslosenzahlen als auch von Kurzarbeit verschont. Ganz anders der Textil- und Schuhhandel, in dem sich fast 90% der Beschäftigten in Kurzarbeit befinden. Der Großhandel und der KfZ-Handel werden sich angesichts der internationalen Entwicklungen und aufgrund der Entwicklung anderer Teile der Wirtschaft hoffentlich wieder rasch erholen“, sagen Palkovich und Müllauer.

Rekordhoch im Onlinehandel

Gleichzeitig sind die Umsätze im Onlinehandel schon 2019 auf ein Rekordhoch von 7,5 Milliarden Euro gestiegen. Durch die Coronakrise hat sich der Trend zum Online-Shopping weiter verstärkt. „Dieser Trend ist sowohl bei den Konsumenten als auch bei den Betrieben zu beobachten. Große Teile der Gewinne sind ins Ausland abgeflossen. Amazon, Zalando und Co. profitieren von ungeregelten und ungleichen Wettbewerbsregelungen“, kritisiert die GPA-djp.

„Deshalb braucht es umgehend ein Fairnesspaket um den Konkurrenzkampf zwischen stationärem Handel und Onlinehandel entgegen zu treten. Die Bundesregierung darf hier nicht mehr länger zuschauen und muss alle Akteure zur Erarbeitung eines digitalen Aktionsplans an einen Tisch bringen. Im Rahmen eines Fairnesspakets im Handel muss unter anderem die Digitalsteuer rasch auf Gebühren für Onlineplattformen ausgedehnt werden. Dieses Geld soll Zukunftsperspektiven schaffen und zweckgewidmet für dringend notwendige Qualifizierungsmaßnahmen für Handelsangestellte zur Verfügung stehen. Zum einen werden in der Branche neue Qualifikationen rund um den Onlinehandel nachgefragt und zum anderen muss die Entwicklung in andere Branchen wie zB. den Gesundheitssektor möglich sein“, so Palkovich.

Die GPA-djp begrüßt die Senkung des Einstiegssteuersatzes, jedoch müsse eine steuerliche Ersparnis von mindestens 350,- Euro für alle garantiert sein. „Hier muss die angekündigte Negativsteuer entsprechend angepasst sein. Teilzeitbeschäftigte spüren die steuerlichen Maßnahmen der Bundesregierung kaum und benötigen dieses Geld aber dringend, dies würde auch dem Handel zugutekommen“, so Palkovich weiter.

Klare Priorität

Wie die GPA-djp-Vertreter sagen, gibt es im Hinblick auf die kommende KV-Runde eine klare Priorität. „Wir werden für den Erhalt des größten Flächenkollektivvertrages kämpfen. Die halbe Million Handelsangestellten brauchen jetzt Sicherheit und Berechenbarkeit als Grundlage für Konsum. Die Sicherung der Kaufkraft ist insbesondere für den österreichischen Handel existenzsichernd. Der Handel würde sich selber immens schaden, wenn Beschäftigte Reallohnverlust erleiden würden“ erklärt Müllauer abschließend.

Kommentare (1)

  1. „Durch den verfestigten Trend zum Online-Handel ist ein Fairnesspaket nötig, um den Konkurrenzkampf zwischen stationärem Handel und Onlinehandel auszugleichen“

    Aha… also für die nächsten hundert Jahre?? Oder glaubt irgendjemand, dass sich an dieser Situation jemals was ändern wird?

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