Freitag, 25. September 2020
Wohin geht die Reise?

Smart Home: Ein 325-Millionen-Markt

Die Branche | Wolfgang Schalko | 23.06.2020 | Bilder | |  
Umsatzprognose für Smart Home: Laut Statista wächst der Markt bis 2023 von aktuell 325 Mio auf über 500 Mio Euro – besonders stark smarte Hausgeräte und Vernetzung/Steuerung. Umsatzprognose für Smart Home: Laut Statista wächst der Markt bis 2023 von aktuell 325 Mio auf über 500 Mio Euro – besonders stark smarte Hausgeräte und Vernetzung/Steuerung. (© Statista) Im Vergleich zum Weltmarkt mit einem Umsatzvolumen von knapp 75 Mrd Euro muten die 325 Mio Euro, die dem Bereich Smart Home in Österreich im heurigen Jahr progostiziert werden (Quelle: Statista), nicht gerade berauschend an. Dennoch zeigt die Wachstumskurve global wie national weiter zweistellig nach oben und es gibt auch innerhalb des Smart Home Marktes keine Subkategorie, die in den nächsten Jahren nicht zulegen wird. Dazu kommt, dass sich mit Covid-19 die Prioritäten verlagert und neue Geschäftsfelder aufgetan haben.

Laut Prognose der Marktforschungsinstituts Statista beläuft sich das Umsatzvolumen des Smart Home Markts in Österreich im Jahr 2020 auf ca. 325 Mio Euro und wird im Jahr 2023 bei etwa 502 Mio Euro liegen – was einem jährlichen Umsatzwachstum von 15,6% entspricht (CAGR 2020-2023). Die Penetrationsrate liegt 2020 bei 18,5% und erreicht im Jahr 2023 voraussichtlich 30,6%. Der durchschnittliche Umsatz pro bestehendem Smart Home beträgt derzeit rund 477 Euro – Tendenz leicht fallend. Das umsatzstärkste Segment bilden smarte Hausgeräte gefolgt von Gebäudesicherheit, am unteren Ende der Skala rangiert der Bereich Komfort und Licht.

Trends bei Smart Home

Der Online-Distributor reichelt elektronik hat kürzlich deutsche Konsumenten zum Thema Smart Home befragt und dabei herausgefunden, dass jeder zweite Deutsche (53%) mindestens ein intelligentes Gerät besitzt – allerdings nur in bestimmten Einsatzbereichen. Smarte Anwendungen sind auf den Gebieten der Lichtsteuerung (59%), Sicherheit (46%) und Heizungssteuerung (40%) sowie zum Putzen (42%) beliebt. Hier gaben die Besitzer von smarten Geräten an, dass sie zufrieden sind und das Produkt wieder kaufen würden. Bei smarten Wetterstationen und Raumluftsensoren gehen die Meinungen dagegen auseinander: 40% haben noch nie ein derartiges Produkt besessen, während 29% ein Gerät zum Monitoring der Luftqualität besitzen und für gut befinden.
Gesundheitsprodukte wie Pulsmesser besitzt fast jeder Zweite (44%), über ein Drittel (37%) hat kein solches Gerät und plant auch keine Anschaffung.

Im Kommen befindet sich demnach der smarte Garten: Bislang besitzt die überwiegende Mehrheit (72%) zwar kein solches Produkt, aber bis zum Sommer planen immerhin 43% eine Anschaffung smarter Produkte für den Garten. Vorteile dabei sehen Verbraucher darin, dass der Garten automatisch während der eigenen Abwesenheit gepflegt wird (38%), die Anwendung bequem ist (38%) und das Sparen von Wasser ermöglicht (37%). Die bereits vorhandenen Anwendungen kommen vor allem zur Bewässerung (61%), zur Beleuchtung (52%) oder zum Mähen (52%) zum Einsatz.

Die Studie lässt außerdem erkennen, dass intelligente Produkte vor allem mit der Absicht angeschafft werden, langfristig durch die Anwendung Geld zu sparen. Außerdem sollten sie Arbeitsabläufe effizienter gestalten. 39% geben an, dass sie den Hauptvorteil bei der Nutzung von smarten Produkten in der Energieersparnis sehen.

Folgende Aspekte erachten Konsumenten in puncto Automatisierung als vorteilhaft:

  • Fernsteuerung (38%)
  • Möglichkeit zur Automatisierung von Funktionen, z.B. „Wenn dies, dann das“ (36%)
  • Timerfunktion (34%)
  • automatische Benachrichtigung, dass ein Gerät nicht funktioniert und Reparaturen nötig sind (32%)

Zu viel kosten sollten diese Funktionen allerdings nicht: Die meisten Befragten (19%) würde zwischen 100 und 250 Euro für ein smartes Produkt ausgeben – dicht gefolgt von 18%, die eine Summe zwischen 250 und 500 Euro veranschlagen würden. Immerhin 15% würde sogar bis zu 1.000 Euro für den Kauf eines smarten Geräts einplanen.

Dass Kosten und Effizienz eine große Rolle spielen, zeigen auch die Antworten jener 47% der Befragten, die noch keine smarten Produkte besitzen – weil sie darin keinen Mehrwert sehen oder kein Interesse haben. Verbraucher wünschen sich günstigere Produkte (48%) und verbesserte Datensicherheit (40%), weitere 39% hoffen auf eine einfachere Installation sowie Bedienbarkeit.

Außerdem zeichnet sich Potenzial ab für neue, innovative Produkte, die für Verbraucher bislang noch nicht erhältlich sind: 51% der Deutschen interessieren sich für intelligente Haushaltsgeräte, ganz konkret für Produkte, die sich selbst anhand von Sensoren einstellen, wie zum Beispiel Waschmaschinen oder Bügeleisen. Auch smarte Küchengeräte wie smarte Töpfe, Ofen, Mikrowellen oder ähnliche haben Potenzial (48%) – wobei ein smartes Bett, das Schlafstunden und -qualität misst, die Temperatur regelt oder sogar eine Massage geben kann, ebenfalls auf so manchem Wunschzettel steht.

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In einer Umfrage erhob reichelt elektronik aktuelle Smart Home-Trends und worauf die Konsumenten Wert legen.
In einer Umfrage erhob reichelt elektronik aktuelle Smart Home-Trends und worauf die Konsumenten Wert legen. (© reichelt elektronik)

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