Donnerstag, 21. Januar 2021
Studie des Arval Mobility Observatory

Fuhrpark Barometer 2020: Interesse an E-Fahrzeugen und alternativen Mobilitätslösungen steigt

Elektromobilität | Wolfgang Schalko | 17.08.2020 | |  
Für Österreich zeigt das Fuhrparkbarometer vier klare Trends, insbesondere wachsende Anteile von E-Mobilen und steigende Bedeutung von alternativen Mobilitätslösungen. Für Österreich zeigt das Fuhrparkbarometer vier klare Trends, insbesondere wachsende Anteile von E-Mobilen und steigende Bedeutung von alternativen Mobilitätslösungen. Das jüngste Fuhrpark Barometer von Arval zeigt, dass die Flotten durchwegs „grüner” werden und die Nachfrage an alternativen Mobilitätslösungen weiter zulegt – womit sich der Trend der letzten Jahre fortsetzt und durch die Corona-Krise zum Teil noch beschleunigt wird. Außerdem gewinnt Leasing als Finanzierungsmethode an Bedeutung.

Das Arval Mobility Observatory ist die Wissens- und Forschungsplattform des auf Full-Service-Fahrzeugleasing und neue Mobilitätslösungen spezialisierten Unternehmens Arval. Ziel ist die Analyse und Prognose von mittel- und langfristigen Trends im Bereich der Mobilität. Das diesjährige Fuhrpark Barometer – das insgesamt sechzehnte – wurde zwischen Jänner und März 2020 erhoben. Insgesamt 5.600 Flottenmanager aus 20 Ländern, davon 249 aus Österreich, hat man befragt. Das Fuhrpark Barometer untersucht mittel- und langfristige Mobilitätstrends. Daher wird die Coronakrise, die kurz nach der Erhebung der Daten eingetreten ist, wenn überhaupt, nur temporäre Auswirkungen auf die Kernergebnisse der Studie haben.

Für Österreich zeigt das Fuhrparkbarometer vier klare Trends. „Ich bin überzeugt, dass die Nachfrage nach zuverlässigen und bequemeren Mobilitätslösungen steigen wird“, so Brigitte Becksteiner-Bichler, Commercial Director Arval Austria. „Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für Leasing als Finanzierungsmethode, denn diese Lösung erfordert keine Anzahlungen oder größere Investitionen. Auch bei E-Fahrzeugen geht der Trend in Richtung Leasing und wird durch die Corona-Krise noch beschleunigt.“

„Die im ersten Quartal 2020 durchgeführte Studie bestätigt den Trend der letzten zwei Jahre: die Flotten werden insgesamt „grüner“ und die Mobilitätslösungen vielfältiger“, sagt Yaël Bennathan, Leiterin des Arval Mobility Observatory. „Der Anteil an Unternehmen, die bereits elektrische Fahrzeuge nutzen, ist noch niedrig, wird aber in den nächsten drei Jahren massiv wachsen – auch dank der Fördermaßnahmen, die in den letzten Monaten von vielen Regierungen beschlossen wurden.“

#1: Dieselanteil wird in den nächsten drei Jahren deutlich sinken

Österreichs Flotten haben traditionell einen hohen Anteil an Dieselfahrzeugen. Derzeit liegt er bei über 80 Prozent. In den nächsten drei Jahren wollen Unternehmen den Dieselanteil auf 52 Prozent senken. Allerdings zeigt das Fuhrpark Barometer deutliche Unterschiede hinsichtlich Unternehmensgröße: kleine Unternehmen scheinen stärker vom Diesel abhängig zu sein. In drei Jahren wird der Anteil noch bei 61 Prozent liegen.

Ein Drittel der Unternehmen setzt bereits jetzt auf zumindest eine alternative Antriebsform im Fuhrpark. In den nächsten drei Jahren soll das bei 61 Prozent der Unternehmen der Fall sein. Am beliebtesten sind derzeit vollelektrische PKW (22%) vor Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. Bei Unternehmen, die bereits vollelektrische PKW oder Plug-in-Hybride in ihrer Flotte haben oder dieses in den nächsten drei Jahren planen, hat die Hälfte der Unternehmen bereits Ladepunkte installiert oder plant dieses, und 45 Prozent unterstützen ihre Mitarbeiter bei der Schaffung von Lademöglichkeiten.

Die Unternehmen reagieren offensichtlich sensibel auf staatliche Anreize und Beschränkungen und passen ihren Energiemix entsprechend an: Steuerliche Anreize, das Recht, in Zonen zu fahren, in denen umweltschädliche Fahrzeuge verboten sind, sind ebenso wichtig wie der Nutzen für das Firmenimage.

#2: Alternativen zum Auto werden wichtiger

Österreich ist anderen europäischen Ländern bei alternativen Mobilitätslösungen weit voraus: 72 Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern mindestens eine alternative Mobilitätslösung an (Europa-Durchschnitt bei 61%). Bei den Österreichern sind öffentliche Verkehrsmittel sehr beliebt, weiters Ride-Sharing (Fahrgemeinschaften) und flexibles Mid-Term Rental – also ein Auto für wenige Wochen oder für mehrere Monate zu mieten, zeitlich sehr flexibel, mit allen gewohnten Vorteilen, die man aus dem Leasing kennt.

Auch wenn alternative Mobilitätslösungen in Österreich bereits besonders gut entwickelt sind, wird laut Fuhrpark Barometer das Angebot in den nächsten drei Jahren weiter steigen: 81 Prozent der Unternehmen haben bereits zumindest eine alternative Mobilitätslösung implementiert oder planen dies innerhalb der nächsten drei Jahre zu tun.

#3 Der Trend geht in Richtung Leasing

Der Autokauf ist für Österreichs Fuhrparkmanager nach wie vor die beliebteste Finanzierungsmethode (40%). Finanzierungsleasing wird am zweithäufigsten genutzt (30%), während Operating-Leasing nur 24 Prozent der Flotten finanziert. Vor allem große Unternehmen bevorzugen Operating-Leasing: 35 Prozent der großen und 44 Prozent der sehr großen Unternehmen haben diese als Hauptfinanzierungsmethode ihrer Flotten genannt.

Wie die Studie zeigt, hängt die Finanzierungsmethode vor allem von der Unternehmensgröße ab. Über alle Unternehmensgrößen hinweg betrachtet besteht jedoch ein enormes Wachstumspotenzial, um vom klassischen „Besitz“ auf eine reine Nutzung umzuschwenken: 41 Prozent aller Unternehmen planen Operating-Leasing in den nächsten drei Jahren zu nutzen bzw. noch mehr zu nutzen.

#4 Bei Telematik sind Österreichs Unternehmen zögerlich

Österreich liegt beim Einsatz von Telematik deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt – nur 25 Prozent der österreichischen Unternehmen setzen diese Technologie bereits für ihre Flotte ein (europäischer Durchschnitt bei 33%). KMU sind zurückhaltender, während größere Unternehmen immerhin zu einem Drittel Telematiklösungen in der Flotte verwenden. Ausschlaggebend für die Nutzung ist vor allem die größere Effizienz der Abläufe, etwa für Abrechnung und Wartung.

Dennoch gibt es Gründe für den zögerlichen Einsatz von Telematik in Unternehmen, die es bisher noch nicht nutzen. Zum einen sind Flottenbetreiber nicht überzeugt, was den Nutzen betrifft. So ist nicht ausreichend klar, wie die dokumentierten Fahrzeugdaten zu mehr Kostersparnis führen bzw. für ihre Geschäftstätigkeiten nützlich sein können. Zum anderen sind es Bedenken wegen des Datenschutzes.

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