Mittwoch, 23. September 2020
Bewegtbild: Wer sieht was, wann und wo?

Studie „Screens in Motion“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 28.08.2020 | |  
Die Studie „Screens in Motion 2020“ von TV Spielfilm und GfK untersucht wie, wann und warum die Deutschen Bewegtbildinhalte konsumieren. (Bild: Daniela Baack/ pixelio.de) Die Studie „Screens in Motion 2020“ von TV Spielfilm und GfK untersucht wie, wann und warum die Deutschen Bewegtbildinhalte konsumieren. (Bild: Daniela Baack/ pixelio.de) TV Spielfilm und GfK analysierten bereits zum dritten Mal wie, wann und warum die Deutschen Bewegtbildinhalte konsumieren. Es wurde ua. den Fragen nachgegangen, wie stark sich der Konsum von linearem Fernsehen zwischen den Generationen unterscheidet oder wer den Video-Streaming-Markt dominiert.

Laut der Studie „Screens in Motion“ ist Streaming aktuell das einzige Bewegtbildangebot mit kontinuierlichem Wachstum. Jeder zweite Deutsche nutzt mindestens einmal pro Monat ein Streaming-Abo (54%). Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 82%.

Klassisches TV steht mit einem Nutzer-Anteil von 88% zwar weiterhin an der Spitze der Bewegtbildangebote, verliert aber zum Vorjahr zwei Prozentpunkte. Die Mediatheken-Nutzung lässt insgesamt ein wenig nach (um 6 Prozentpunkte). Bei den über 50-Jährigen stehen mit je 45% Nutzeranteil die Mediatheken von ARD und ZDF am höchsten im Kurs. Von den unter 30-Jährigen nutzen nur je 22% monatlich die öffentlich-rechtlichen Mediatheken. Knapp die Hälfte der Befragten (47%) sind der Meinung, dass „Streaming-Abos klassisches TV langfristig ablösen“ werden.

Zur Sehdauer zeigt die Studie: Während Über 50-Jährige laut der Studie noch drei Stunden pro Tag klassisches TV schauen – und nur 22 Minuten Streaming-Abos – liegt das herkömmliche Fernsehen bei 14- bis 29-Jährigen nur noch bei 49 Minuten pro Tag. Länger nutzen die Jungen Streaming (1:38 Std.) und Videoportale (1:18 Std.). Im Vergleich zu 2018 ist damit die Streaming-Dauer der unter 30-Jährigen um eine halbe Stunde angestiegen und die TV-Nutzungsdauer um eine halbe Stunde zurückgegangen. Im Durchschnitt liegt die Streaming-Dauer bei 55 Minuten täglich (und hat sich somit mit einem Plus von 20 Minuten in drei Jahren am deutlichsten verändert).

Die großen Verlierer in Sachen Bewegtbildnutzung sind der Studie zufolge übrigens Medien wie DVDs und Blu-rays, die nach 38% im Vorjahr nun nur noch von 24% der Über-14-Jährigen genutzt werden, sowie die digitale Leihe und der digitale Kauf von Bewegtbildinhalten mit nur noch 11% statt 19%.

Die beliebtesten Streaming-Anbieter

Netflix und Amazon sind mit einer monatlichen Nutzung von 39% (Netflix) und 38% (Amazon) die beliebtesten Streaming-Anbieter. Disney Plus landet mit 12% auf Platz drei. Eindeutiger Streaming-Sieger bei den Jüngeren ist Netflix mit 72%. Gefolgt folgt Amazon Prime Video mit 51%.

Das Beliebtheitsranking hängt allerdings stark davon ab nach welchen Kriterien gefragt wird. Wenn es um das umfassendste Angebot geht, belegen Netflix, Twitch und Youtube die ersten drei Plätze. In Bezug zB auf die aktuelle Corona-Berichterstattung liegen die öffentlich-rechtlichen Streaming-Angebote auf der Beliebtheitsskala der Nutzer ganz oben, angeführt von ZDF (75%) und ARD (74%).

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