Sonntag, 20. September 2020
WKÖ und Handelsverband zeigen sich erfreut

„KMU.E-Commerce“: Die neue E-Commerce-Förderung für KMU

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 07.09.2020 | |  
Beim neuen Förderprogramm „KMU.E-Commerce Beim neuen Förderprogramm „KMU.E-Commerce" für kleine und mittelständische Händler werden 2 Mio. Euro in die Hand genommen, um den Ausbau des digitalen Vertriebs in Österreich zu unterstützen. (Bild: Timo Klostermeier/ pixelio.de) Das von Wirtschaftsministerin Schramböck präsentierte neue Förderprogramm „KMU.E-Commerce" für KMU-Händler – bei dem zwei Millionen Euro in die Hand genommen werden, um den Ausbau des digitalen Vertriebs in Österreich zu beflügeln – wird von WKÖ und Handelsverband sehr begrüßt.

Bei der neuen E-Commerce-Förderung „KMU.E-Commerce” werden Einführung und Ausbau von Online-Shops, die Nutzung von Vertriebs- und Dienstleistungsplattformen aber auch die Einrichtung von E-Commerce-Geschäftsprozessen bis hin zur Einrichtung von E-Commerce-Gütezeichen unterstützt. Gefördert werden 30% der Projektkosten von mindestens 2.000 und maximal 100.000 Euro. Der höchstmögliche Zuschuss liegt damit bei 30.000 Euro. Die Antragstellung ist ab Dienstag, 8. September, bei der Austria Wirtschaftsservice (aws) möglich – „es gilt das first come first serve-Prinzip“, ergänzt der Handelsverband.

WKÖ begrüßt die Initiative

Der Obmann der WKÖ Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, Rainer Trefelik, zeigt sich erfreut über die Initiative: „Die Corona-Pandemie hat in Sachen Digitalisierung einen Boost bewirkt, dem Thema einen Schub verliehen. Die Digitalisierung bietet auch und gerade für KMU viele Möglichkeiten und Vorteile. Daher sind Unterstützungsmaßnahmen wie die neue E-Commerce-Förderung KMU.E-Commerce und KMU.Digital, die Digitalisierungsoffensive des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) in Kooperation mit der WKÖ, wichtige Schritte zu mehr Digitalisierungs-Fitness. Diese Maßnahmen sind wichtige Signale und können Vorbild auch für andere Länder sein, wie kleine und mittlere Unternehmen sinnvoll und zielgerichtet begleitet und unterstützt werden können.” Trefelik lädt alle Unternehmer dazu ein, von den Angeboten Gebrauch zu machen.

Auch Handelsverband zeigt sich erfreut

„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig krisenresiliente Vertriebskanäle sind. Die Digitalisierung spielt hier eine entscheidende Rolle. So konnten jene heimischen Händler und Marktplätze, die während des Lockdowns auf eCommerce setzen konnten, ihre Online-Umsätze beträchtlich steigern und oftmals vervielfachen, da sie Ihre Kunden über digitale Kanäle erreichten. Jetzt bieten wir mit ‚KMU.E-Commerce‘ ein förderbares Rüstzeug für kleine und mittelständische Händler an“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will, laut dem es gelte, hier anzusetzen und „den Einsatz zukunftsträchtiger Technologien im heimischen Handel zu forcieren“.

Um Händlern die Möglichkeit zu geben, im Rahmen der kurzen Beantragungszeitleiste (Antragstellung ist ab Dienstag, 8. September) unbürokratisch von der Förderung zu profitieren, hat der Handelsverband – wie Will sagt – „zwei maßgeschneiderte Onlinehandels-Leistungspakete“ geschnürt.

Das „KMU.E-Commerce Starter Kit“ richtet sich an kleine und mittelständische Händler, die in den Online-Handel einsteigen: „Ein Rundum-Sorglos-Paket mit Warenwirtschaft, Webshop, Gütesiegel ‚Trustmark Austria‘ und ‚Ecommerce Europe Trustmark‘ und vielem mehr – bei fixer Projektlaufzeit, fixen Projektkosten, skalierbar und zukunftsfähig. Die Kosten des Paketes liegen bei 10.000 Euro, davon können bis zu 3.000 Euro vom Wirtschaftsministerium gefördert werden“, beschreibt der Handelsverband.

Das „KMU.E-Commerce Upgrade Kit“ richtet sich an kleine und mittelständische Händler, die mehr aus ihrer bestehenden eCommerce Infrastruktur herausholen möchten: „Die Erhöhung der Sichtbarkeit des eigenen Online-Shops, die Schaffung von Vertrauen mittels Gütesiegeln sowie die Implementierung eines  professionellen Monitoring des eigenen Shops bzw. der Online-Kundschaft werden hier neben zahlreichen weiteren Services zu einem extrem niedrigschwelligen Paket gebündelt, welches 2.000 Euro kostet und mit bis zu 600 Euro gefördert werden kann“, beschreibt der Handelsverband.

Rainer Will sagt dazu: „Diese Leistungen decken die Bedürfnisse der meisten Händler in dieser Phase präzise ab. Eine Dienstleistungsplattform, die weitere eCommerce Services modular anbietet und für Händler wie ein digitales Taschenmesser zu verstehen ist, wird in den kommenden Tagen vorgestellt, um im Rahmen der eCommerce Förderung weitere bezuschussbare Leistungen unserer Partner abzurufen und KMU zielsicher zu unterstützen.“

Eigene Fördermaßnahme für Onlinehändler

Für all jene Onlinehändler, die auch Schritte im eCommerce setzen wollen, jedoch derzeit kein Investitionsprojekt mit mehr als 2.000 Euro stemmen können, hat der Handelsverband eine eigene Fördermaßnahme vorgesehen. „Um den Kunden mehr Transparenz und  Sicherheit zu geben, bieten wir das ‚KMU.E-Commerce Gütesiegel Kit‘ an, welches die beiden Siegel Trustmark Austria und Ecommerce Europe Trustmark für 12 Monate umfasst und bis Jahresende mit einer 20%-Vergünstigung angeboten wird“, erklärt der Handelsverband.

Handelsverband fordert MwSt-Senkung & Plattformhaftung

Parallel dazu empfiehlt der Handelsverband eine „rasche und unbürokratische Senkung der regulären Mehrwertsteuer von 20% auf 16% analog zu Deutschland, um den Konsum in Österreich anzukurbeln und gleichzeitig die entstandene Wettbewerbsverzerrung im Crossborder Handel mit der Bundesrepublik auszugleichen“. Auch die Einführung einer Plattformhaftung sei überfällig. „Es braucht auch faire Wettbewerbsbedingungen und gleiche Spielregeln für alle Marktteilnehmer. Nur so können wir die Wertschöpfung langfristig im Land halten, heimische Betriebe unterstützen und die 9-prozentige Onlineumsatzquote der KMU-Händler nach oben schrauben“, so Rainer Will abschließend.

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