Mittwoch, 23. September 2020
Handelsverband & otago-Studie zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit im österreichischen Einzelhandel

Digital Visibility Report 2020

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 14.09.2020 | |  
Bereits zum zweiten Mal haben Handelsverband und otago eine sehr umfangreiche Studie zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit im österreichischen Einzelhandel durchgeführt - den „Digital Visibility Report“, bei dem der Einzelhandel (auch der Elektrohandel) anhand von 50.000 Keywords analysiert wurde. In der Kategorie „Computer & Elektronik“ belegt wieder Mal MediaMarkt den ersten Platz.

„Lage, Lage, Lage – die Standortfrage stellt sich nicht nur für Filialen, sondern auch für die Positionierung in der digitalen Welt. 85% der Konsumenten suchen Informationen zu Einzelhandelswaren im Internet. Google ist das digitale Shopping-Center, die digitale Einkaufsstraße“, sagt Rainer Will. Wer in Google nicht gefunden werde, der erziele auch keinen Traffic – „und ohne Traffic keine Kaufabschlüsse. Die Covid-Krise kurbelt diesen Trend weiter an: 77% der Lockdown-Online-Shopping-Neulinge werden wahrscheinlich auch künftig weiter online einkaufen“, so der Handelsverband GF.

Die Edition 2020 des Digital Visibility Index zeigt: „Insgesamt sind die österreichischen Händler sehr gut aufgestellt. Stationäre Händler, die konsequent ihre Omnichannel-Strategie ausbauen, behaupten sich bestens gegen den digital-affinen internationalen Online-Handel: In den Warengruppen Wohnen & Einrichten, Heimwerken & Garten oder Computer & Elektronik belegen die Omnichannel Händler XXXLutz, Obi und MediaMarkt den ersten Platz“, berichten die Studienautoren.

Jan Königstätter, Eigentümer von otago: „Zeigen Sie, was Sie können und machen Sie sich sichtbar! Eine für Suchmaschinen optimierte Seite, gute Seitengeschwindigkeit und relevanter Content zu Ihrem Angebot macht Sie dann sichtbar, wenn Menschen nach Ihren Produkten suchen.“

Covid-Fußabdrücke im Digital Visibility Report

Die im Juli erhobenen Daten für den Digital Visibility Report 2020 wurden durch das Online-Verhalten im Lockdown beeinflusst. Das schlägt sich spürbar im Report wieder, wie Handelsverband und otago feststellten: „Wurden 2019 noch 6 von 8 Warengruppen-Charts von Omnichannel Händlern angeführt, sind es jetzt nur noch 4 von 8. Amazon.de hat in nahezu allen Sparten kräftig aufgeholt: In der Warengruppe Heimwerken & Garten hat der Händler gleich 12 Ränge aufgeholt und sich in der Warengruppe Drogerie & Parfümerie an die Spitze gesetzt.

Die im Lockdown am stärksten nachgefragten Einzelhandelswaren haben aber auch neue Händler in die Charts katapultiert: dehner.at, baldur-garten.at, pflanzmich.at und meingartenshop.at haben mit ihrer SEO-Strategie die Freizeitgärtner optimal angesprochen. Fressnapf.at und zooroyal.at haben mit smartem Content die Haustierhalter geködert. Dass Fahrradfahren nicht nur ein gesunder, lockdown-tauglicher Freiluft-Sport ist, sondern auch eine Beförderungsalternative zu den Öffis darstellt, konnte bikester.at suchmaschinenoptimal bedienen – neben weiteren sechs reinen Fahrradhändlern.

Dass es auch ein spezialisierter Onlineshop für Heimfitnessgeräte (sport-tiedje.at) sowie eine Hobby-, Bastel- & Handarbeitsplattform in die Top-20 geschafft haben, ist sicherlich auch dem Extra an CoV-Freizeit zuzuschreiben.“ Rainer Will sagt dazu: „Die starke Sichtbarkeit der Pure Onliner bereitet mir keine Sorge. Viele stationäre Händler haben in der Krise erstmals konsequent in eCommerce investiert. Ich bin überzeugt, dass Omnichannel-Anbieter diesen Boden langfristig gut machen.“

„Spezialisten punkten – Nische rockt“

Die Studienautoren sagen: „Spezialisten punkten – Nische rockt“. Soll heißen: In manchen Warengruppen ringen die Einzelhändler mit eher ungewöhnlichen Mitbewerbern um die Sichtbarkeit in der Suchmaschine, so etwa im Bereich Lebensmittel. Hier haben Rezeptplattformen wie gutekueche.at oder ichkoche.at eine hohe Sichtbarkeit, sie belegen im Branchenranking die vier ersten Plätze. Obwohl diese Plattformen keinerlei Lebensmittel verkaufen, haben sie relevanten Content aufgebaut.

Dass die Suchmaschine sehr spezifischen Content belohnt, wird spätestens klar, wenn man die Top-Performer der Subkategorien betrachtet: Wer in Google eine Brille sucht, der kommt an misterspex.at mit einem Sichtbarkeitsanteil von 13% nicht vorbei. In Sachen Kindermode hat sich tausendkind.at gut sichtbar positioniert, und Bio-Gemüse findet man schnell bei adamah.at. Jeder 5te Radsportinteressierte wird via Google an bikester.at geroutet. Der Wert ist so hoch, dass sich bikester.at damit auch gleich die Erstplatzierung in „Sport & Freizeit“ insgesamt sichert. „Nicht immer sind die größten auch die digital sichtbarsten“, so das Fazit von Handelsverband und otago.

SEO zahlt sich aus

Dass SEO (=Suchmaschinenoptimierung) sich auszahlt, machen gleich drei Händler vor: mueller-drogerie.at war 2019 gar nicht in den Charts vertreten, ist dieses Jahr aber – nach einigen Pure Online Playern – der führende Omnichannel Händler im Ranking. Zwei weitere prominente Neueinsteiger: Spar.at hat sich zielsicher zum zweitsichtbarsten Händler im Lebensmittelhandel, morawa.at zum drittsichtbarsten bei Büchern hochoptimiert.

Vergleichsplattformen & Marktplätze

Über alle Branchen hinweg sehr gut platziert sind Preisvergleichsplattformen und Marktplätze. Branchenübergreifend erzielt – wenig überraschend – Amazon die besten Ergebnisse (33%), wenn man aber die Hoheit über seinen Verkaufskanal behalten möchte, sind idealo.at (20%) und willhaben.at (10%) sehr sichtbare Alternativen.

„Shops, die also (noch) keine wettbewerbsfähige, generische Position in der Suchmaschine erreichen, können sich via Vergleichsplattformen und Marktplätze eine gute Sichtbarkeit erkaufen. Oder eben durch bezahlte Google Ads. Langfristig kostengünstiger ist es aber, das eigene Online-Angebot für die Suchmaschine zu optimieren.“, raten Handelsverband und otago.

Computer & Elektronik

Gewonnen in der Kategorie Computer & Elektronik haben:

  • mediamarkt.at (Platz 1)
  • saturn.at (Platz 2)
  • amazon.de (Platz 3)

„Die Anbieter in der Branche Computer & Elektronik haben sich offensichtlich schon mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung auseinandergesetzt“, sagen Handelsverband und Otago. Die Unternehmen Saturn und MediaMarkt schaffen es jeweils auch mit ihrer deutschen Schwesterdomain (saturn.de und mediamarkt.de) in die österreichische Marktanalyse. Die hohe Sichtbarkeit ergibt sich daraus, dass die Produktbezeichnungen in beiden Ländern größtenteils dieselben sind und die Optimierungen jeweils beider Domains in den Suchergebnissen augenscheinlich greifen.

„In der Branche ist zu erwähnen, dass in diesem Jahr mediamarkt.at und saturn.at den Ton angeben. Die Vergleichsportale geizhals.at, idealo.at, wogibtswas.at, preisvergleich.at und preisjaeger.at sind jedoch nach wie vor in der Branche sehr sichtbar. Diese decken durch ein breites Spektrum an Produkten die Kategorien ab und erreichen dadurch viel Sichtbarkeit“, sagen Handelsverband und Otago.

Beim Kauf elektronischer Geräte führt der Weg heute oft ins Internet – Anbieter, Erfahrungsberichte und Shops werden genutzt, um mehr über Produkte zu erfahren und sie zu vergleichen. Das Angebot ist groß, der Durchblick schwierig – daher wird auch online nach Kaufberatung gesucht. „Hier liegt auch für die übrigen Anbieter viel Potenzial: Suchen im Elektronikbereich finden oft mit klaren Produkt-bzw. Modellbezeichnungen statt und haben die Konsumenten hier ein großes Vorwissen. Starke, sinnvolle Inhalte können hier zum Beispiel in Form von Produktvergleichen und Tests geschaffen werden. Das steigert auch das Vertrauen der Kunden. cyberport.at startete als reiner Onliner und besitzt nun auch Stores in Deutschland und Österreich, electronic4you.at besitzen sogenannte Abholshops“, so die Studienautoren, die zum „Sieger“ mediamarkt.at noch anmerken: „Die interne Verlinkung, vor allem bei den Kategorie-Seiten, ist sehr gut. Zudem sind auch die Unterkategorien bei den Übersichtsseiten der einzelnen Kategorien gut verlinkt. Dies ist besonders wichtig, da der Google Crawler somit alles auffinden kann. Weiters ist auffällig, dass in den verschiedenen Aktionstexten passende Produkte verlinkt sind. Zu einzelnen Produkten sind kurze Beschreibungen vorhanden, wo Produkte verlinkt werden. Mediamarkt verlinkt all seine Services auf der Startseite.“

Große Seiten, wie auch Mediamarkt, profitieren von ihrer Markenbekanntheit. Dadurch erreichen sie einen hohen Grad an Vertrauen. Zudem profitieren Online Shops oftmals davon, dass sich Kunden im Vorhinein darüber informieren, ob bestimmte Produkte vorhanden sind.

Ein großer Anteil der Sichtbarkeit ergibt sich auch durch verschiedenste saisonale Angebote und Aktionen.

Die Plätze 4 bis 16

Die Plätze 4 bis 16 belegen übrigens:

  • Idealo.at
  • Cyberport.at
  • Preisvergleich.at
  • Conrad.at
  • Electronic4you.at
  • Geizhals.at
  • Wogibtswas.at
  • Willhaben.at
  • Quelle.at
  • Marktguru.at
  • Hartlauer.at
  • Preisjaeger.at
  • Saturn.de

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