Sonntag, 20. September 2020
„Gründe für Ängste eher diffus“

durchblicker-Studie: 5G – Jeder Dritte hat Angst, die Mehrheit freut’s

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 15.09.2020 | |  
Eine Umfrage im Auftrag von durchblicker zeigt, dass jeder dritte Österreicher Angst vor 5G hat. (Grafik: durchblicker) Eine Umfrage im Auftrag von durchblicker zeigt, dass jeder dritte Österreicher Angst vor 5G hat. (Grafik: durchblicker) durchblicker hat eine Studie zur Akzeptanz gegenüber der neuen Mobilfunkgeneration 5G durchgeführt und die Ergebnisse zeigen: Die Österreicher sind besorgt, aber weniger skeptisch als die Deutschen.

Im August hat die respondi AG im Auftrag von durchblicker erhoben, wie die Österreicher zu 5G stehen. Das Ergebnis: Eine deutliche Mehrheit wünscht sich den raschen Ausbau von 5G Netzen. Gut ein Drittel hat aber immer noch Angst vor der neuen Technologie. Und immerhin jeder Vierte würde sogar eine Bürgerinitiative gründen, wenn in seiner Nachbarschaft ein neuer 5G-Mast errichtet wird.

Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker: „Wenn auch Corona-bedingt verspätet steht der große Ausbau von 5G in Österreich jetzt unmittelbar bevor. Die Österreicher sind, wenn es um 5G-Masten vor ihrer Haustüre geht, besorgt. Jeder Vierte würde gar eine Bürgerinitiative starten. Alles in allem scheinen wir aber offener als unsere deutschen Nachbarn für neue Technologien zu sein.”

In einer vergleichbaren Studie des deutschen Digitalverbandes Bitkom im April dieses Jahres hat sogar jeder zweite Deutsche angegeben, sich vor neuen Funkmasten zu fürchten und dagegen protestieren zu wollen. In Österreich sagen derzeit 26%, sie gründeten eine Bürgerinitiative und 7% sie zögen aus, wenn ein 5G-Mast neben ihrem Wohnort aufgestellt werde. 65% der Österreicher betonen dagegen, sie hätten keine Angst vor 5G und immerhin 61% sind explizit für den 5G Netzausbau.

Allerdings zeigen sich auch in Österreich große Unterschiede: Im traditionell mobilfunkkritischen Bundesland Salzburg haben mit 45% deutlich mehr Menschen Angst vor der neuen Mobilfunkgeneration als in Wien mit 25% . Und generell sind Frauen (40%) im Hinblick auf 5G deutlich besorgter als Männer (29%).

Gründe für Ängste diffus

Die Gründe für die Ängste sein eher diffus, wie durchblicker sagt. „Zwei Drittel können danach gefragt keine genaue Angabe machen, warum sie sich sorgen. Jeder Fünfte fürchtet sich vor Funkmasten als Quelle elektromagnetischer Strahlung. Der Rest der Befragten befürchtet Krebs oder Hirntumore als Folge vom Smartphone am Ohr (8%) bzw. Überwachung oder Spionage (5%)“, so die Ergebnisse.

Masten und Handys als Strahlungsquelle und Gefahr für die Gesundheit fürchten die Befragten laut Umfrage aber generell mehr als das Röntgen beim Arzt, die Sicherheitsschleuse am Flughafen oder die Mikrowelle zuhause.

Baudisch sagt dazu: „Die Ängste zum Start einer neuen Mobilfunkgeneration sind nicht neu. Auch bei 4G wurde heftig über Grenzwerte diskutiert und dennoch kommen auf jede Österreicherin und jeden Österreicher heute 1,5 SIM-Karten.”

Laut durchblicker erreicht man mit ersten 5G-Anschlüssen derzeit bei weitem noch nicht die einst angekündigten Übertragungsraten von 1 bis 2 Gigabit. 12 der aktuell 15 verfügbaren 5G-Tarife beinhalten Downloadraten von 150 bis 300 Megabit – Geschwindigkeiten, die man, wenn auch vielleicht nicht so verlässlich, genauso mit einem geeigneten 4G-Tarif erreicht.

„Der Bedarf nach mehr Internet-Geschwindigkeit hält sich ohnehin derzeit noch in Grenzen“, sagt Baudisch. Nur 12% der Österreicher sagen laut Umfrage, dass sie mit ihrer Internetverbindung derzeit eher unzufrieden oder gar nicht zufrieden sind.

Fazit

Das Fazit von Baudisch: „5G bleibt derzeit noch ein Nischenprodukt. Wie auch bei 3G und 4G wird sich das in den kommenden Jahren aber rasch ändern. Und wenn der Bedarf steigt, sinkt dann wohl auch die Angst vor der 5G-Technologie.”

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