Freitag, 30. Oktober 2020
The Age of Nesting - Das Erbe des Lockdowns?

Beko: Paradigmenwechsel als Folge der Corona-Krise

Dominik Schebach | 16.10.2020 | |  
Nimmt man den Bericht Nimmt man den Bericht "The Age of Nesting" als Grundlage, dann geht Beko-Mutterkonzern von einem Rückzug der Menschen ins private Umfeld aus. (© Beko/Arçelik) Steht ein breiter Rückzug der Menschen ins private Umfeld bevor. Wenn es nach einem von Beko in Zusammenarbeit mit The Future Laboratory veröffentlichten Bericht – „The Age of Nesting“ – zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Zuhause geht, ja. Die Trends zu Home Office, Heim-Entertainment und häusliche Wellness haben natürlich auch Auswirkungen auf die Branche.

Ob die Folgen der Corona-Pandemie genau so eintreten, wie Beko und The Future Laboratory in dem Bericht „The Age of Nesting“ darstellen, bleibt einmal dahingestellt. Der Bericht wirft allerdings ein Licht darauf, von welchen Rahmenbedingungen Arçelik – der Mutterkonzern von Beko – für die Zukunft ausgeht. Und da wird ein umfassender Paradigmenwechsel postuliert, womit auch Produktlinien wie die kürzlich vorgestellte HygieneShield ein höhere Bedeutung erhalten.

„Die letzten neun Monate haben unser Leben für immer verändert. Unternehmen und Regierungen haben eine wichtige Rolle zu spielen, um uns bei der Anpassung an diese neue Weltordnung zu unterstützen. Insbesondere das Zuhause wird einen radikalen Wandel erfahren, da wir neu überdenken, wo und wie wir leben, und nach Lösungen suchen, die die zunehmenden Bedenken hinsichtlich Hygiene, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden widerspiegeln. Dieser Bericht skizziert die Trends, die wir in den nächsten zehn Jahren erwarten können, sowie einige der Innovationen, die uns helfen werden, die größten Probleme unserer Zeit anzugehen“, sagt Hakan Bulgurlu, CEO von Arçelik, der Muttergesellschaft von Beko.

So hätte die Gesellschaft vor der Pandemie eine Ära der Hyper-Sichtbarkeit existiert, in der Präsentismus, Non-Stop-Scrolling und die Konzentration auf die „Erlebnisökonomie“ unsere Aufmerksamkeit dominierten. Mit dem Lockdown richtete sich die Aufmerksamkeit der Konsumenten allerdings nach innen. Das Zuhause wurde zu Arbeitsplatz, Schule, Fitnessstudio, Restaurant, Krankenhaus oder Ferienhaus, wodurch die Menschen gezwungen waren, alle Bereiche ihres einst äußeren Lebens nun innerhalb des häuslichen Raums durchzuführen. Der Bericht prognostiziert, dass diese Verlagerung hin zu einer lokaleren, intern fokussierten Denkweise anhalten und ein neues Zeitalter des Nestings einläuten wird.

Neue Trends

Eine Verlagerung zu Home-Working, ein Boom im Heim Entertainment und häusliche Wellness seien nur drei neue Trends, die über Nacht da waren und durchaus länger Bestand haben werden. Mit entsprechenden Folgen, wenn es um die Ausstattung des Eigenheims geht. Die Autoren des Berichts erwarten, dass das Zeitalter des Nestings noch bis 2030 in vollem Gange sein werde. Das Erbe des Lockdowns kombiniert mit neuen Verhaltensänderungen verändere damit unsere Lebensumstände, Lebensweise und Wohnungen grundlegend:

• Ein verstärkter Fokus auf Gesundheit, Hygiene und erholsames Wohnen wird zu einer Stadtflucht führen, die Vororte und ländlichen Gebiete neu beleben wird und gleichzeitig den Städten die Möglichkeit bietet, sich stärker auf den Menschen zu konzentrieren. Junge Menschen, die sich zuvor von Städten angezogen fühlten, werden feststellen, dass sich hohe Mieten, relativ niedrige Gehälter und die Auswirkungen des Stadtlebens nachteilig auf die Gesundheit auswirken, was dazu führen wird, dass die Millenials und die Generation Z ihre „Nester“ in ländlichen und an die Stadt angrenzenden Gebieten bauen, um ein besseres physisches und emotionales Wohlbefinden zu erlangen.

Multimodale Eigenschaften – das Heim wird sich zu einem „vermischten Raum“ entwickeln, der in der Lage ist, verschiedene Arten von Arbeit, Ruhe, Erholung und Spiel fließend zu ermöglichen. Ob in neu konzipierten Megastädten oder Stadtzentren, das Vertrauen der Generation „Nesters“ in das Zuhause wird dazu führen, dass Raumnutzung und Funktionalität ganz oben auf der Tagesordnung stehen werden.

Pandemieerprobtes Wohnen – die kollektive Sorge der Verbraucher um Hygiene, Wohlbefinden und Immunität wird anhalten und die jüngere Generation prägen. Das Zuhause der Zukunft wird als pandemiesicherer Raum angesehen, überaus nachhaltige Innovationen rücken in den Vordergrund. Hausinnovationen werden entwickelt, um die Belastung durch Viren und Schadstoffe zu verringern und die persönliche Hygiene zu maximieren. Genau wie der Vanity Room – ein Ort, an dem man sich beim Betreten des Hauses die Hände waschen kann und der sich im Zuge der Spanischen Grippe entwickelt hat – werden Häuser über Eingänge verfügen, an denen die Dekontamination stattfinden kann, wenn man von der Außenwelt in sein inneres Heiligtum zieht.

Auch für Chris Sanderson, Mitbegründer von The Future Laboratory, hat diese veränderte Lebensweise weitreichende Folgen für die Wirtschaft: „Marken und Organisationen müssen heute mehr denn je auf eine Zukunft vorbereitet sein, in der sie der Menschheit helfen, sich sicher, unterstützt und inspiriert zu fühlen. Wenn Unternehmen darauf nicht vorbereitet sind, verdienen sie es in vielerlei Hinsicht, Opfer eines neuen Paradigmenwechsels bei der Vermittlung unserer Lebens-, Arbeits- und Spielweise zu werden.“

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