Sonntag, 17. Januar 2021
Einfluss durch Pandemie und Klimawandel

gfu: Deutscher Kleingerätemarkt boomt

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 22.10.2020 | |  
Auch in Deutschland boomt der Hausgerätemarkt weil corona-bedingt vermehrt zuhause gekocht und gebacken wird. (Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de) Auch in Deutschland boomt der Hausgerätemarkt weil corona-bedingt vermehrt zuhause gekocht und gebacken wird. (Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de) Gute Nachrichten für den deutschen Kleingerätemarkt. Stolze 10% soll er laut gfu im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr gewachsen sein. Kochen und backen zuhause – und die dafür benötigten Geräte – haben offenbar auch in Deutschland einen kleinen Boom erlebt.

Um gut +10% wuchs der deutsche Markt für Elektrokleingeräte laut gfu im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr. „Während des Lockdowns geschlossene Restaurants und später Befürchtungen vor Infektionen bei zu viel Nähe mit Fremden haben dafür gesorgt, dass Kochen und Backen zuhause – und die dafür benötigten Geräte – einen kleinen Boom erlebt haben. Mehr als jeder Vierte (29%) der Befragten gab an, dass Corona-bedingt nun häufiger gekocht wird. Backen legte um +16% zu“, so die gfu Consumer & Home Electronics GmbH über die Ergebnisse einer aktuellen Studie.

„Wenn Menschen häufiger zuhause bleiben, dann wollen sie dort mehr Qualität erleben und genießen. Die Zubereitung von frischen Speisen hat gerade in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen. Beim Kochen zeigt sich stets, dass sowohl Zutaten als auch die Werkzeuge, sprich: die Küchengeräte, optimal zusammenspielen müssen, um Ergebnisse zu produzieren, die gut schmecken und deren Zubereitung gleichzeitig Spaß macht“, sagt Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu.

Wenn der eigene Esstisch an Bedeutung gewinnt, sind Restaurantbesuche folgerichtig rückläufig. In konkreten Zahlen: 53% sagen, dass sie seltener auswärts essen gehen und auch die Bewirtung von Gästen zuhause hat bei 43% der Befragten abgenommen. Beim Bestellen von Essen nach Hause gibt es hingegen kein einheitliches Bild: 29% sagen, dass sie insgesamt seltener Essen bestellen, eine kleinere Gruppe von 13% sagt, dass sie aktuell häufiger bestellen.

Internet liefert Inspiration für neue Rezepte

Die Studienergebnisse zeigen auch: Selbst zu kochen gehört für die Mehrheit zum Tagesgeschäft. Mehr als die Hälfte (55%) der Befragten geben an, dass sie (fast) täglich kochen, weitere 26% kochen mindestens einmal pro Woche. Dass es dabei besonders in den vergangenen Monaten recht kreativ zuging, zeigt eine weitere Zahl: 22% sagen, dass sie aktuell häufiger neue Koch- und Backrezepte ausprobieren. Häufigste Quelle der Inspiration ist dabei das Internet. Knapp zwei Drittel (65%) finden hier ihre Rezepte. Das klassische Kochbuch gibt bei gut der Hälfte (53%) die passenden Anleitungen. YouTube steht mit 24% auf Platz 3 der beliebtesten Kochanleitungen.

„Was schließlich auf den Teller kommt, unterliegt zunehmend einem Wandel“, sgt gfu. Zwar sagt die knappe Hälfte (47%) der Befragten, dass sie trotz Diskussionen um Tierwohl, Herstellungsbedingungen, Ressourcenverbrauch und Klimawandel in den vergangenen zwei Jahren keine wesentlichen Änderungen an ihrem Einkaufsverhalten vorgenommen hat, aber immerhin ein Drittel (33%) sagt, dass sie heute bewusster einkaufen und sich für nachhaltigere Lebensmittel entscheiden würden. Die restlichen 20% geben an, dass sie schon vor den Diskussionen der jüngeren Zeit Wert auf nachhaltige Lebensmittel gelegt haben.

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