Freitag, 5. März 2021
Covid-19 halbiert das deutsche Weihnachtsbudget

Deloitte Christmas Survey 2020

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 30.11.2020 | |  
Wie der Deloitte Christmas Survey 2020 zeigt, ist das Weihnachtsbudget der Deutschen in diesem Jahr nur halb so groß wie 2019. (Bild: gänseblümchen/ pixelio.de) Wie der Deloitte Christmas Survey 2020 zeigt, ist das Weihnachtsbudget der Deutschen in diesem Jahr nur halb so groß wie 2019. (Bild: gänseblümchen/ pixelio.de) Unsere deutschen Nachbarn planen dieses Jahr zu Weihnachten in etwa nur die Hälfte (im Vergleich zum Vorjahr) auszugeben. Das geht aus einer Deloitte-Umfrage hervor. Der traditionelle stationäre Einzelhandel darf sich aber scheinbar trotzdem auf ein gutes Weihnachtsgeschäft freuen.

Die Corona-Pandemie trübt die vorweihnachtliche Stimmung und Konsumfreude dieses Jahr. Trotzdem wollen die Deutschen nicht auf Weihnachtsshopping und Geschenke verzichten, wie der Deloitte Christmas Survey 2020 zeigt.

Im Gegensatz zu letztem Jahr sorgen sich deutsche Verbraucher 2020 stärker um die wirtschaftliche Situation. Ein Viertel der Befragten klagt sogar über ein geringeres verfügbares Einkommen. Gründe dafür sind Kurzarbeit, Arbeitsplatzverlust oder der im November ausgerufene Lockdown. Die wirtschaftliche Unsicherheit führt dazu, dass einer von vier Deutschen momentan lieber Geld beiseitelegt, als es auszugeben, sagt Deloitte.

Einige Einsparungen ergeben sich in diesem Jahr von selbst. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen geben deutsche Verbraucher in dieser Weihnachtssaison weniger Geld für Reisen (-88%) oder Freizeitaktivitäten (-56%) aus. Auch die Ausgaben für Essen und Getränke gehen aufgrund der geschlossenen Gastronomie um -22% zurück. „Der Rückgang fällt aber vergleichsweise gering aus, da Konsumenten die fehlenden Restaurantbesuche durch höhere Ausgaben bei Lebensmitteln und Getränken für den heimischen Konsum teilweise ausgleichen“, sagt Deloitte.

Wie der Christmas Survey 2020 zeigt, wird dieses Jahr auch bei Geschenken gespart. Die Befragten schätzen, dass sie 2019 im Durchschnitt 194 Euro für Präsente ausgegeben haben. Dieses Jahr rechnen sie mit Kosten von durchschnittlich 168 Euro. Das wären 13% weniger als im Vorjahr.

„Insgesamt halbieren sich die geplanten Weihnachtsausgaben“, stellt Deloitte fest. Betrugen sie 2019 noch 642 Euro, liegen sie jetzt nur noch bei 343 Euro. Auch in anderen europäischen Ländern sinkt das Ausgabenniveau zur Weihnachtszeit, wie Deloitte anmerkt: „In Spanien (361 Euro), Italien (255 Euro) und den Niederlanden (205 Euro) schmelzen die geschätzten Gesamt-Weihnachtsausgaben ebenfalls um die Hälfte ab. In Polen fällt der Rückgang mit rund einem Drittel nicht ganz so stark aus.“

Geschenkeranking

Die Bescherung fällt trotz Sparambitionen nicht aus. bei den Deutschen Dieses Jahr wird laut Christmas Survey 2020 ein Drittel der Kinder und Jugendlichen (elektronische) Spiele, Bücher oder Puppen unter dem Weihnachtsbaum vorfinden. 28% erhalten Geld von Verwandten und Freunden und 18% werden mit Kleidung beschenkt.

Bei den Geschenkwünschen sind sich Männer und Frauen dieses Jahr einig: Geldgeschenke sind der Favorit. Abgesehen davon stehen bei Männern noch elektronische Gadgets (19%), Lebensmittel & Feinkost (18%) sowie Kleidung (15%) auf dem Wunschzettel. Frauen kann man hingegen mit Kosmetikartikeln & Parfums (31%), Kleidung, Schuhen & Accessoires (29%) oder Wellnessprodukten-/angeboten (19%) eine Freude zu Weihnachten bereiten.

Mehr als ein Fünftel der Befragten plant laut Umfrage, Geschenke zu kaufen, die angesichts der COVID-19 bedingten Einschränkungen einen praktischen Nutzen haben. Dazu zählen beispielsweise Masken und Sportausrüstung für zu Hause, aber auch Abos für Online-Fitnesskurse oder Lebensmittel-Lieferdienste.

Deutsche halten dem stationären Handel die Treue

Der Deloitte Christmas Survey 2019 zeigt: Vor einem Jahr war das Internet die Nummer eins für den Weihnachtseinkauf – wenn auch knapp. „Dieses Jahr beabsichtigen die deutschen Verbraucher, Weihnachtsgeschenke trotz Pandemie wieder stärker stationär zu kaufen“, sagt Deloitte. Lebensmittel und Feinkost werden von 82% der Befragten bevorzugt im stationären Handel gekauft, bei Kosmetikartikeln und Parfums sind es mehr als zwei Drittel. Auch bei Drogerie- (69%), Wellness- (67%), Einrichtungs- (66%) und Luxusprodukten (63%) wird vorwiegend offline geshoppt. Die Hälfte aller stationären Weihnachtseinkäufe erfolgt in lokalen Ladengeschäften, ein Viertel in Fachgeschäften und ein Sechstel in Kaufhäusern.

Für Spielwaren, Smartphones und elektronische Gadgets bleibt im heurigen Jahr dagegen das Internet der favorisierte Shoppingkanal. Dominiert wird der E-Commerce von den großen Online-Marktplätzen, auf denen zwei Drittel der Online-Käufer Geschenke shoppen. Traditionelle Händler-Websites machen 18% der Internetkäufe zu Weihnachten aus, Onlineshops von stationären Marken hingegen weniger als ein Zehntel. 7% aller Weihnachtseinkäufe erfolgen mittlerweile über Apps und Social Media, berichtet Deloitte.

Shoppingtrips mit Bedacht

Der Deloitte Christmas Survey 2020 zeigt auch: Auf den vorweihnachtlichen Einkaufsbummel wollen Verbraucher nicht verzichten. Jedoch hat die Hälfte vor, Läden und Kaufhäuser dieses Jahr gezielter und früher anzusteuern, um das Risiko einer möglichen Ansteckung zu minimieren. Laut Umfrage startete rund ein Viertel der Deutschen bereits im November mit dem Kauf der Weihnachtsgeschenke. Einer von zehn Befragten nutzt hierfür den Black Friday. In Italien (23%) und Spanien (20%) wird dieser Aktionstag bereits intensiver genutzt.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.