Donnerstag, 21. Januar 2021
1. Einkaufstag nach dem Lockdown

„Hunderte Meter lange Schlangen“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 07.12.2020 | | 2  
In einem Beitrag der ZIB wird über einen enormen Andrang auf der Wiener Mariahilfer Straße berichtet. (Bild: Screenshot ORF ZIB) In einem Beitrag der ZIB wird über einen enormen Andrang auf der Wiener Mariahilfer Straße berichtet. (Bild: Screenshot ORF ZIB) Seit heute dürfen wieder alle Geschäfte in Österreich offenhalten. Laut Handelsverband sorgt dieser erste Einkaufsmontag nach dem Ende des harten Lockdowns „für weniger Kundenandrang, als noch im Vorfeld von der Politik befürchtet“. Ein Beitrag in der ZIB zeigt etwas anderes ....

Nach drei Wochen „hartem Lockdown“ dürfen seit heute wieder alle Geschäfte in Österreich offenhalten. „Die Händler befinden sich nun in der heißesten Phase des Jahres, dem Weihnachtsgeschäft. Allerdings ist davon bis dato nicht viel spürbar. Bis zu 2,7 Milliarden Euro gingen Lockdown-bedingt bereits verloren, nur rund ein Drittel davon kann im Dezember noch nachgeholt werden“, sagt der Handelsverband.

Der Handelsverband erwartet in seiner ersten Weihnachtsprognose heuer übrigens einen Rückgang der Weihnachtsausgaben im Dezember um -20% auf 1,15 Milliarden Euro brutto. „Im Vorjahr konnten wir noch das Rekordergebnis von 1,43 Milliarden Euro umsetzen“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Pro Kopf dürften die Gesamtausgaben der Österreicher für Weihnachtsgeschenke heuer bei 430 Euro liegen, so das Ergebnis einer aktuellen Blitzumfrage von Mindtake Research im Auftrag des Handelsverbandes.

„Kundenfrequenzen am Tag der Wiedereröffnung noch überschaubar“

Laut Handelsverband sorgt der erste Einkaufsmontag nach dem Ende des harten Lockdowns „für weniger Kundenandrang, als noch im Vorfeld von der Politik befürchtet“.  „Weder Innenstadtlagen und Einkaufsstraßen noch Fachmarktzentren und Shoppingcenter meldeten am Vormittag überdurchschnittliche Frequenzen. Dies gilt sowohl für den urbanen Bereich als auf für die ländlichen Regionen. Es dürfte damit zusammenhängen, dass die Gastronomie als wichtiger Frequenzbringer des Handels noch bis mindestens 7. Jänner geschlossen bleibt. Durch den Lockdown Light entgehen dem Handel im Dezember weiterhin rund 150 Millionen Euro pro Woche“, so Will.

„Hunderte Meter lange Schlangen“

Der ORF zeigt etwas anderes: Schon seit den frühen Morgenstunden schieben sich die Leute auf der Wiener Mariahilfer Straße, wie der ORF in der ZIB berichtet. Die Leute stehen in Schlangen, hunderte Meter lang angestellt, berichtet ZIB-Reporterin Saskia Veenenbos. Es würde 20 bis 30 Minuten dauern bis die Leute in die Geschäfte reinkönnen. Verstärkend kommt hinzu, dass viele Handelsketten mit Megarabatten locken. Man nütze den Fenstertag, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen, erklären die Konsumenten auf Frage des ORF.

Der morgige verkaufsoffene Feiertag

Zumindest für den morgigen verkaufsoffenen Feiertag (Maria Empfängnis) rechnet dann auch der Handelsverband mit zunehmendem Andrang, auch Schlangenbildungen vor den Friseursalons, Möbel-, Textil- und Elektrogeschäften seien zu erwarten. Doch die Händler hätten ihre Hausaufgaben gemacht und können dank umfassender Hygienemaßnahmen die Sicherheit ihrer Kunden bestmöglich gewährleisten, wie Will sagt: „Die Händler haben pünktlich Sicherheits- und Hygienekonzepte vorgelegt, um mit einem durchdachten Besuchermanagement die Besucherströme zu entzerren. Drinnen wie draußen braucht es das Zusammenwirken aller: der Händler, der Shoppingcenter-Betreiber, der Exekutive sowie der Konsumenten, die noch 16 Tage Zeit für den Weihnachtseinkauf haben. Gemeinsam können wir ein nachhaltiges Weihnachtsgeschäft ermöglichen und damit Arbeitsplätze absichern.“

„Österreich-Schecks“ als Anreiz für freiwillige Corona-Tests

Generell gehe die Planungsunsicherheit und die aktuelle Konjunkturflaute in Kombination mit hohen Arbeitslosenzahlen und Corona-Kurzarbeit auf Kosten der Konsumlaune, wie Rainer Will berichtet. Umso wichtiger wären jetzt lenkungspolitische Maßnahmen, damit der Bevölkerung einerseits ein frohes Weihnachtsfest möglich ist und gleichzeitig die negativen gesundheitlichen Folgen der Pandemie bestmöglich bekämpft werden. „Hier liegt ein Anreizsystem auf der Hand, das einen Win-Win erzeugen würde“, sagt der Handelsverband, der bereits im Frühling ein entsprechendes Konzept vorgestellt hat, das hier ansetzen kann.

„Schenken wir allen Menschen mit Hauptwohnsitz in Österreich, zumindest jenen, bei denen die jüngste Steuerreform keine Wirkung entfacht hat, heuer Österreich-Schecks. Also einen Gutschein in Höhe von mehreren hundert Euro, der im heimischen Handel eingelöst werden kann. Man könnte diese Initiative auch mit den freiwilligen Corona-Tests der Bundesregierung verknüpfen, um damit einerseits einen Anreiz zu schaffen sich testen zu lassen und andererseits einen Beitrag zu leisten, die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Das wäre lenkungspolitisch ideal und hätte sowohl aus epidemiologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht nur Vorteile“, ist Rainer Will überzeugt.

Kommentare (2)

    1. Lieber User „Ich bins”,

      wir können Ihr Problem bei der Nutzung unserer Seite leider nicht nachvollziehen. Beim Klick auf den Screenshot wird dieser vergrößert angezeigt. Beim Klick auf den Werbebanner von Jura erfolgt die Weiterleitung zu Jura-Produktseite und beim Klick auf den Nabo Werbebanner die Verlinkung zu Baytronic. Alles das funktioniert reibungslos und ist genau so gewollt!

      Beste Grüße,
      Wolfgang Schalko

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