Sonntag, 16. Mai 2021
Handelsverband Blitzumfrage: Zweite Woche nach Lockdown II

„Einigermaßen zufriedenstellend“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 21.12.2020 | | 1  
Eine Handelsverband Blitzumfrage zeigt: Der österreichische Handel sich mit der zweiten Woche nach der Wiedereröffnung des stationären Non-Food-Handels nach dem zweiten Lockdown zufrie-den. Die Vorbereitungen für den 3. Lockdown laufen bereits. Der Handelsverband fordert, dass der Umsatzersatz (der laut Bundesregierung nur bis Ende Dezember berechnet werden soll) den gesam-ten Lockdown-Zeitraum umfassen muss, also auch die ersten beiden Jänner-Wochen. (Bild: Karin Jung/ pixelio.de) Eine Handelsverband Blitzumfrage zeigt: Der österreichische Handel sich mit der zweiten Woche nach der Wiedereröffnung des stationären Non-Food-Handels nach dem zweiten Lockdown zufrie-den. Die Vorbereitungen für den 3. Lockdown laufen bereits. Der Handelsverband fordert, dass der Umsatzersatz (der laut Bundesregierung nur bis Ende Dezember berechnet werden soll) den gesam-ten Lockdown-Zeitraum umfassen muss, also auch die ersten beiden Jänner-Wochen. (Bild: Karin Jung/ pixelio.de) „Einigermaßen zufrieden“ zeigt sich der österreichische Handel mit dem Weihnachtsgeschäft in der letzten Woche (KW 51). Im Vergleich zur Vorwoche hätten sowohl die Umsätze als auch die Kundenfrequenz in den Geschäften leicht zugelegt. Auch der letzte Einkaufssamstag vor Weihnachten sei solide verlaufen, so die Ergebnisse einer Handelsverband Blitzumfrage.

Der österreichische Handelsverband beleuchtete die zweite Woche nach der Wiedereröffnung des stationären Non-Food Handels nach dem zweiten Lockdown im Vergleich zur Woche davor (KW 51 im Vergleich zu KW 50) und bilanziert. „Ohne Feierlaune aber einigermaßen zufrieden zeigt sich der österreichische Handel mit dem Weihnachtsgeschäft. Sowohl die Umsätze als auch die Kundenfrequenz in den Geschäften hat leicht zugelegt. Auch der letzte Einkaufssamstag vor Weihnachten verlief solide.“

„Die Händler verzeichneten sowohl in den Einkaufsstraßen als auch in den Shoppingzentren gute Kundenfrequenzen. Wie erwartet war der Samstag (19.12.20) im 6-Tage-Vergleich am umsatzstärksten, jedoch deutlich schwächer als im Vorjahr„, berichtet Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes, ergänzt: „Positiv hervorzuheben ist auch, dass sich die Hygiene- und Sicherheitskonzepte des heimischen Handels erneut bewährt haben. Alle Weihnachts-Shopper halten sich an die Maskenpflicht und den vorgegebenen Mindestabstand, bezahlt wird weiterhin bevorzugt bargeldlos. Die Vollauslastung der Geschäfte kann damit geordnet und sicher abgewickelt werden.“

Bundesländer im Vergleich

Wie schon in der Vorwoche gab es auch in KW 51 deutliche regionale Unterschiede im Kaufverhalten, wie der Handelsverband berichtet:  „Während sich die Händler in Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark heute insbesondere in den Bezirksstädten über relativ gute Umsätze und Frequenzen freuen durften, sind die Zahlen in den westlichen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg ebenso wie in Kärnten und Wien summa summarum schwächer. Nicht zuletzt ein Resultat der weiterhin fehlenden Touristen. Vor allem in der Bundeshauptstadt sowie im Großraum Klagenfurt hatte die Branche mit deutlich mehr Andrang gerechnet“, so Rainer Will.

Branchen im Vergleich

„Im Branchenvergleich verzeichnete diese Woche erneut der Handel mit Lebensmitteln, Spielzeug, Bekleidung, Fitnessgeräten, Unterhaltungselektronik und Einrichtungsgegenständen moderate Zuwächse. Allerdings gilt dies nur für Geschäfte abseits von Tourismusgebieten. In den Einkaufszentren wiederum drückt die verkürzte Aufenthaltsdauer der Kunden aufgrund der fehlenden Gastronomie die Umsätze nach unten, das zeigt die zweite Woche seit Ende des harten Lockdowns deutlich“, so Mayer-Heinisch.

„Dritter Lockdown wird Loch von 3 Mrd. Euro in die Kassen reißen“

„Allein durch den Lockdown Light entgehen dem heimischen Handel zwischen 7. und 26. Dezember rund 450 Millionen Euro. Der dritte harte Lockdown von 26. Dezember bis 17. Jänner wird uns sogar ein Loch von bis zu 3 Milliarden Euro in die Kassen reißen“, erklärt Rainer Will.

Corona-Hilfen: Handel pocht auf Lockdown-Umsatzersatz bis 17. Jänner

In puncto Corona-Hilfen habe mittlerweile ein Großteil der Betriebe den beantragten Umsatzersatz für den zweiten Lockdown erhalten, wie der Handelsverband berichtet. „Eine wichtige Liquiditätsspritze für die Unternehmen, wenngleich der mit max. 800.000 Euro gedeckelte Umsatzersatz bei vielen mittelständischen und größeren Händlern nur einen Bruchteil der Verluste ausgleichen kann. Daher muss die betragliche Begrenzung des Lockdown-Umsatzersatzes auf jeden Fall dringend entfallen„, sagt der Vizepräsident des Handelsverbandes, Frank Hensel.

Hinzu komme: „Der Umsatzersatz für den dritten Lockdown soll laut Bundesregierung nur bis Ende Dezember berechnet werden, wobei als Vergleichszeitraum – wie vom Handelsverband vehement gefordert – der Dezember-Umsatz des Vorjahres gilt. Für die ersten beiden Jänner-Wochen würden die von der Schließung betroffenen Unternehmen jedoch durch die Finger schauen. Ein absolutes No-Go für den Handel“, so Rainer Will und er stellt weiters klar: „Selbstverständlich muss der Umsatzersatz den gesamten Lockdown-Zeitraum umfassen, also auch die ersten beiden Jänner-Wochen. Darüber hinaus appellieren wir sowohl an das Finanzministerium als auch an die Europäische Kommission, das Instrument des Verlustersatzes von 3 auf zumindest 5 Millionen Euro zu erweitern, damit unsere mitarbeiterintensiven mittelständischen und großen Unternehmen ebenfalls für ihre Umsatzverluste fair entschädigt werden.“

Wie der Handelsverband schon öfters betont hat, habe die Corona-Krise längst auch für den B2B-Großhandel existenzbedrohende Ausmaße angenommen. Für viele Lebensmittel-, Möbel-, Textil- oder Elektrogroßhändler sowie andere Zulieferer von Gastronomie und Hotellerie sei der de facto Wegfall des gesamten Weihnachtsgeschäfts eine wirtschaftliche Katastrophe. Der Handelsverband habe daher seit Wochen ein entsprechendes Umsatzersatz-Modell für indirekt vom Lockdown betroffene Unternehmen gefordert.

Diese Kompensationsleistung für indirekt betroffene Branchen kommt nun fix und soll ab Ende Jänner beantragbar sein, wie Rainer Will berichtet. „Wir freuen uns, dass die Bundesregierung unsere Forderung aufgegriffen hat und auch die indirekt vom Lockdown betroffenen Unternehmen für ihre Verluste entsprechend entschädigen wird. Jetzt zählt jede Stunde, immerhin stehen 190.000 Jobs im österreichischen Großhandel auf der Kippe.“

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