Mittwoch, 27. Januar 2021
Weihnachtsgeschäft 2020

Bundessparte: Tage nach Weihnachten fehlen massiv

Hintergrund | Dominik Schebach | 23.12.2020 | |  
Sehr deutlich wird Handelsobmann Rainer Trefelik, wenn es um die fehlenden Einkaufstage zum Jahresende geht: „Der harte Lockdown nach Weihnachten ist für den Handel eine Katastrophe. Sehr deutlich wird Handelsobmann Rainer Trefelik, wenn es um die fehlenden Einkaufstage zum Jahresende geht: „Der harte Lockdown nach Weihnachten ist für den Handel eine Katastrophe." Das Weihnachtsgeschäft hat im Handel einen besonders hohen Stellenwert. Das gilt allerdings nicht nur für die Wochen vor dem heiligen Abend, sondern auch für die Einkaufstage zwischen Weihnachten und Neujahr. Der nun angekündigte Lockdown trifft deswegen die Branche besonders hart, wie auch Handelsobmann Rainer Trefelik kritisiert.

Für den Einzelhandel endet der Monat Dezember wie er begonnen hat: Mit einer knappen Woche harten Lockdown und geschlossenen Geschäften. „Der harte Lockdown nach Weihnachten ist für den Handel eine Katastrophe“, sagt BundesspartenObmann Rainer Trefelik. „Die Einkaufstage nach Weihnachten fehlen dem österreichischen Handel massiv.“

Im allgemeinen steigt während des Weihnachtsgeschäfts das Umsatzniveau im Einzelhandel von Woche zu Woche, um in den Tagen vor und nach Weihnachten seinen Höchststand zu erreichen. Heuer werden allerdings die Tage nach dem Fest, die sonst zum Einlösen von Gutscheinen oder zum Einkaufen mit den Geldgeschenken genutzt werden corona-bedingt entfallen. Trefelik berichtet in diesem Zusammenhang von einem beunruhigenden Trend: Jene Branchen, für die das Weihnachtsgeschäft besonders wichtig ist, die also Produkte verkaufen, die häufig verschenkt werden, erzielten auch während der Öffnungstage (seit dem 7. Dezember) insgesamt keine höheren Tagesumsätze als an den Vergleichstagen des Vorjahres. Dies bedeutet, dass sich das Umsatzminus im Dezember laufend erhöht. – Einzig die nicht geschlossenen Branchen (Lebensmittelhandel und Drogerien) erzielen Umsatzsteigerungen.

Online-Handel profitiert

In noch nie dagewesenem Ausmaß wächst dagegen das Weihnachtsgeschäft im InternetEinzelhandel: Das OnlineWachstum im Weihnachtsgeschäft 2020 wird laut KMU Forschung Austria voraussichtlich bei 50% liegen. In Summe ist damit mit Online-Weihnachtsumsätzen in Höhe von rund 177 Mio Euro zu rechnen. Der Internet-Einzelhandel trägt damit derzeit rund 11% zum gesamten Weihnachtsgeschäft im heimischen Einzelhandel bei. Aber nicht nur der österreichische Onlinehandel profitiert von Covid-19 in der Vorweihnachtszeit. Die internationalen Onlineriesen erwirtschaften im heurigen Weihnachtsgeschäft Umsätze von über 200 Mio Euro.

Trefelik kritisiert in diesem Zusammenhang, dass diese Handelskonzerne in Österreich keine Steuer zahlen fordert ein Gegensteuern der Politik: „Es muss im Sinne der Wettbewerbsgleichheit endlich zu einer fairen Besteuerung der Internetriesen kommen, die digitale Betriebsstätte auf europäischer Ebene ist überfällig.“

Problematische Deckelung

Die Situation im Handel sei jedenfalls dramatisch. Für Trefelik sind die Unternehmen teilweise in ihrer Existenz bedroht. „Schon die ersten beiden Lockdowns führten zu einem Umsatzausfall von rund 1,5 Mrd Euro, dazu werden weitere Millionen kommen“, zeigt der Obmann die Lage auf. „Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss und Umsatzersatz sind wichtiger denn je. Der Deckel von 800.000 Euro je Unternehmen, der sich aus dem europäischen Beihilfenrecht ergibt, muss aufgrund der Krise temporär außer Kraft gesetzt werden, ansonsten sehe ich für das 2. und 3. Quartal des nächsten Jahres enorme Probleme auf den Handel zukommen. Hier braucht es dringend Bewegung der EU-Kommission, weil diese Deckelung vor allem für Mittelständler problematisch ist.“

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