Donnerstag, 25. Februar 2021
Editor's ChoiceInitiative „Händler helfen Händlern“

Merkur verkauft „Red Zac“ Elektrogeräte

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 08.01.2021 | | 40  
Red Zac-Vorstand Brendan Lenane und Vertriebsvorstand Billa-Merkur Harald Meißner. (Foto: R. Harson) Red Zac-Vorstand Brendan Lenane und Vertriebsvorstand Billa-Merkur Harald Meißner. (Foto: R. Harson) Seit 7. Jänner 2021 finden sich in allen Merkur Märkten in Österreich Red Zac-gebrandete Shop-in-Shop-Module mit einem kleinen Fachhandels-Basis-Sortiment, sprich mit ausgewählten Elektrogeräten aus dem Red Zac Lager. Mit dieser zeitlich begrenzten Initiative will Red Zac auch im Lockdown am PoS präsent sein und die Marke stärken. Es soll jedoch keine Konkurrenz zu den Red Zac-Fachhandelsgeschäften entstehen, wie die Vorstände Brendan Lenane und Peter Osel betonen.

Um auch in Zukunft sicher aufgestellt zu sein, beschäftigt sich die Kooperation Red Zac seit einigen Monaten sehr intensiv mit der Diversifizierung ihres Geschäftsmodells, wie Vorstand Brendan Lenane im Gespräch mit elektro.at erklärt: „Natürlich soll Red Zac auch künftig im stationären Handel das Maß aller Dinge bleiben, darauf liegt der Fokus. Und natürlich soll Red Zac auch online gut aufgestellt sein. Dennoch gilt es neben dem Point of Sale, also unseren stationären Fachhandelsgeschäften, und in dem digitalen Umfeld, in dem wir uns bewegen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und das ist uns nun gelungen. Wir gehen im Zuge des dritten Lockdowns eine Kooperation mit Merkur Markt, einem Teil der REWE Gruppe, ein. Genauer gesagt startete Merkur eine Initiative unter dem Titel ‚Händler helfen Händlern‘. Merkur will damit ein Zeichen gegen das Verhalten anderer Lebensmittelhändler, wie Spar oder Hofer, setzen, die völlig ungeniert im Lockdown verstärkt Elektrogeräte verkaufen und on top massiv bewerben – und das entgegen der klar geregelten Verordnungen des Gesetzgebers“, berichtet Lenane, der sich schwer verärgert über das Vorgehen von Spar & Co, aber umso erfreuter über das Engagement von Merkur zeigt.

Ein kleines FH-Basis-Sortiment

Mit einem „Shop-in-Shop“ Konzept werden in eigenen Bereichen nun in den Merkur Lebensmittelmärkten als Red Zac gekennzeichnete Produkte verkauft. Der aus diesem Verkauf lukrierte Gewinn kommt den regionalen Red Zac-Händlern zugute, Gewährleistung und Garantie werden durch die Zentrale von Red Zac übernommen. (Fotos: S. Bruckbauer)

Im Zuge der Initiative „Händler helfen Händlern“ findet sich seit 7. Jänner 21 in jedem der 140 Merkur Märkte in Österreich ein kleines Fachhandels-Basis/ Einsteiger-Sortiment. Auf einem Shop-in -Shop-Modul wird dabei exklusiv ein überschaubares Elektrogeräte-Sortiment ausgestellt.

„Für uns ist das in mehrerlei Hinsicht eine ganz wichtige Aktivität“, sagt Lenane. So werde damit ua eine Urbanisierungsstrategie verfolgt, soll heißen: „Merkur findet sich meist in frequenzstarken, urbanen Lagen, also dort wo sich eher weniger Red Zac Händler finden. Merkur ist in allen Bundeshauptstädten und Ballungsgebieten vertreten und zählt in seinen 140 Märkten rund 1 Million Einkäufer pro Tag. Davon profitieren nun auch wir. Denn diese Kooperation ermöglicht es uns, dass wir trotz aktuellem Lockdown, eine entsprechende Positionierung am POS haben und Einnahmen generieren können.“ Die Marke Red Zac soll massiv davon profitieren, wie Lenane sagt. „Immerhin werden jeden Tag rund eine Million Leute an einem mit ‚Red Zac‘ ausgeschilderten Regal vorbeigeschleust.“

Diese Kooperation ist als reine Lockdown-Aktivität angesetzt. Sie ist zeitlich begrenzt, soll bis Februar 2021 laufen. Allerdings ist die Initiative so konzipiert, dass sie (sollten weitere Lockdowns kommen) immer wieder kurzfristig hochgefahren werden kann.

Keine Konkurrenz!

„Diese Angebote sind ergänzend zu unseren Fachhändlern zu sehen“, sagt Lenane und er betont: „Ein ganz wichtiger Punkt ist: Wir stehen damit nicht in Konkurrenz zu unseren Händlern! Wir reden hier von einem abgegrenzten Einsteigersortiment, von Ware, die sich ohne Beratung einfach verkaufen lässt, und von Marken, die wir nicht im Premiumbereich ansiedeln.“

Die Red Zac Händler waren im ersten Moment nicht unbedingt begeistert von der Kooperation mit Rewe, wie Lenane berichtet. Allerdings habe sich das schnell geändert, nachdem den einzelnen Mitgliedern die Beweggründe und Gedanken hinter dem Projekt erklärt wurden, wie der Vorstand sagt. „Ein wichtiger Punkt ist: Alle Erträge, die wir als Kooperation mit dieser Sache generieren, kommen unseren Händlern entsprechend zugute. Ua in Form von Ausschüttungen, Erhöhungen der Werbeleistung, etc.“ Gewährleistung und Garantie werden übrigens durch die Red Zac-Zentrale übernommen.

Abschließend meint Lenane: „Für uns als Red Zac sind diese Shop-in-Shop-Lösungen nicht nur eine Möglichkeit, an stark frequentierten Orten Produkte aus unseren Beständen zu verkaufen, vor allem gilt es auch, die Marke Red Zac zu positionieren und in Zukunft auch krisenfester aufgestellt zu sein.“ Damit sollen die Red Zac Händler „massiv unterstützt“ werden – „und für diese Hilfe in der Krise wollen wir uns bei REWE auch herzlich bedanken“, sagt der Vorstand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare (40)

  1. Ich verstehe es noch immer nicht, wie hier kalkuliert wird, dass Alle etwas daran verdienen.
    Sollte in Zukunft wirklich der gesamte LEH, Elektrogeräte im regulären Sortiment haben,
    dann müssen die Preise doch konkurrenzfähig sein ..
    im Vergleich zum Online Handel bzw. zur Großfläche.
    Sonst verstauben die Geräte im Regal.
    Red Zac ist hier im Prinzip Großhändler, der für sich (seine Mitglieder 😉 ) Marge machen möchte.
    Ich denke nicht, dass die großen Zuwächse im klassischen LEH zu erwarten sind.
    Ausserdem haben sich die Diskonter mittlerweile gut als Verkäufer etabliert.
    Das Corona Jahr ist hier sicher auch eine Ausnahme.
    Die Märkte werden weiter wachsen, aber wahrscheinlich im Online Handel.

    1
  2. Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.
    und
    Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.

    2
  3. Billa oder besser gesagt Billa PLUS will ja Shop in Shop Konzepte machen, ich kann mit schon vorstellen, dass einige Mitbewerber da einen Shop nehmen. Ist sicher die vernünftigere Strategie als Aktionsware auf Paletten oder Selbstbedienungsregalen zu verramschen.

    Shop in Shop Konzepte hat es schon viele gegeben, waren diese auch im Elektrohandel erfolgreich?

    1
  4. Thema „Merkur wird Billa“…Na ja ,vieleicht ein weiterer (strategiescher) Schritt der Faultiere…. ! 144 Merkurmärkte werden zu Billa-Plus …Die Marke Billa selbst betreibt derzeit rund 1000 Filialen in Österreich..! Hier könnte man mit einen kleinen feinen Sortiment im Kleingerätebereich noch tätig werden….???!!!??

    1
  5. Wehe der Industrie die es sich erlaubt eine Lebensmittelkette zu beliefern! Doch wie man sieh, ist das nur eine Frage auf welcher Seite man steht.
    Grundsätzlich ist es nicht verwerflich diesen Absatzmarkt zu versorgen,…… doch wie heißt es so schön: Der, dem das Wasser bis zum Halse steht,…scheut den Teufel auch nicht mehr!

    Also bitte liebe REDZAC-Zentrale,…. überdenkt das nächste mal wenn ihr einen Stein in Hand nehmt,….ob IHR diesen dann auch wirklich werfen wollt.

    Doch noch eines zum Abschluss,…. sollten Kaufmännische Überlegungen (Lagerbereinigung) zu diesem Schritte geführt haben – darf man sich nicht wundern! Wie viele Geräte für wie viele Mitglieder wären das gewesen um es innerhalb zu bereinigen?

    Und an alle andere Koop´s – passt nur auf das euch nicht selbiges blüht. Denkt bitte auch ihr darüber nach ob ihr den Stein tatsächlich werfen wollt, denn es ist immer leicht zu sagen,…. der andere ist der schuldige !

    Es grüßt euch unter dem Motto „Seid faul! Red Zac macht’s Euch bequem.“

    Ein Faultier

    15
    1. Oh welch weise Worte da hernieder rieseln und das auch noch von einem „Faultier“.

      Generell stellt sich jedoch die Frage mit welchen Konditionen die Ware das Lager verlassen hat, oder noch tiefergehende Frage nach dem „was passiert mit der Ware die nicht verkauft wird?“

      Oder ist es gar Kommissionsware ?

      Ohja da fallen einem „kritischen Faultier“ viele Fragen diesbezüglich ein, welche hier jedoch nicht hingehören.

      In diesem Sinne
      Ein „kritisches Faultier“

      9
      1. Für mich stellt sich die Frage unter welchem Titel die Ware am POS steht – nachdem ich einen Bericht in den regionalen Medien gelesen habe, dürfte es sich tatsächlich um Ausstellungsware handeln, woraus sich für mich 2 unabdingbare und essenziell wichtige Fragen stellen:

        1. bekommen die treuen und patriotischen RED ZAC Mitglieder auch Ausstellungsware?

        2. nachdem der „harte“ Lockdown ja zu Ende ist, warum wird die Ware noch immer im Merkur präsentiert?

        Ohja diesbezüglich gäbe es aber noch eine Vielzahl von Fragen, welche zu beantworten wären, da dies ein echter und tiefer Einschnitt in die Elektrofachhandelslandschaft mit sich bringen wird, welcher sich kurz- und mittelfristig sehr bedrohlich auswirkt.

        2
  6. habe mir jetzt das Foto vom „Shop in Shop“ Konzept angeschaut.
    Tolle Präsentation auf Palette und am Billigst Metall Regal.
    Das tut der MARKE Red Zac als FH Marke mit Qualitätsanspruch sicher gut 🙁
    Es wäre sinnvoller gewesen, Geld im Bereich Online Shop/Werbung und Einbindung der Fachhändler als
    Abholpunkt zu investieren.
    Die Schnapsidee des Jahres ….aber das Jahr ist noch jung…mal schauen was noch kommt 😉

    18
  7. Den treuen Red Zac Mitgliedern gegenüber ein Tritt in den Ar….
    Die Zentrale packelt mit dem Lebensmittelhandel während der Elektrohandel von der Lockdown Zeit schwer betroffen ist.
    unwürdiger Vertrauensbruch.

    11
  8. Das hätte ich eher EP zu getraut 😉 die bereits im Trading und GH aktiv sind ;-).
    Aber Red Zac /Euronics die Fachhandelsmarke.
    Es wäre sinnvoller gewesen, wenn sich Kooperationen im Einkauf koordinieren, zusammen tun und optimieren und nicht im Alleingang versuchen, komplette andere Positionen zu vertreten und den LEH beliefern.
    Das passt doch überhaupt nicht.
    Ausserdem werden die Einkäufer von Merkur bald bemerken, dass sie ohnehin mit den Marktpreisen nicht mithalten können, weil es einfach nicht möglich ist über mehrstufige Vertriebsstrukturen Geld zu verdienen.
    Der Lieferant will was verdienen, Red Zac auch (natürlich nur für Mitglieder 😉 ) und Merkur auch.
    Und dann soll der Promotion Preis auch noch passen.
    kann nicht funktionieren.
    Die mit CE erfolgreichen Lebensmittelhändler und Diskounter kaufen nur direkt ein.
    So läuft der Markt eben….

    11
  9. „…neue Geschäftsmodelle entwickeln…“
    „…Urbanisierungsstrategie…“
    „…Positionierung am POS…“
    „Die Marke Red Zac soll massiv davon profitieren…“
    …“Ware, die sich ohne Beratung einfach verkaufen lässt..“
    …“die Marke Red Zac zu positionieren…“

    Während der Fachhandel in ganz Europe in die Digitalisierung investiert und auf Online setzt, setzt Red Zac Österreich auf den stationären Lebensmittelhandel, der noch dazu bei deren Markenpositionierung helfen wird.
    Fail of the Year!

    12
  10. Wann startet Red Zac bei Interspar, die haben sogar schöne Braun- und Weißwarenabteilung. Da passt das LOGO sehr gut rein. Die haben dann auch sicher Jobs für alle Kooperationsmitglieder, falls diese einen Job benötigen.

    9
  11. Die Hisense TV´wurden für die Fußball WM Sommer 2020 (Handelsagentur Blumberger?) eingekauft. Sicher zuviel Ware am Red Zac Lager. WM 2020 wurde bekanntlich wegen Corona abgesagt. D.h. der Lebensmittelhandel darf jetzt im Lockdown doch Elektrogeräte ganz offiziell (was vor wenigen Monaten von der Red Zac Zentrale noch vehement angefochten wurde) verkaufen. Händler helfen Händler wie lächerlich. Red Zac baut auf Kosten des Fachhandels seinen Altbestand ab.

    7
    1. Dürfen die Merkur Berater dann auch hochwertig verkaufen?
      Miele Löewe, Bose, Technics, Canton etc.
      Wird die Ware auch in den Merkur Geschäften präsentiert oder kann man diese Artikel dann nur bestellen?

      7
  12. Aus Sicht der Industrie könnte mir das egal sein. Die Idee ist jedoch derart schlecht, dass ich dazu meine Gedanken äußern möchte. Meiner Meinung nach ist man nun auf der gleichen Schiene gelandet wie die ach so bösen Spar und andere Händler die im lockdown weiter Elektrogeräte verkaufen. Nur ist das „Mascherl“ ein anderes. Was wird passieren? Nun, Kunden die im Merkur so ein Gerät für Einsteiger kaufen sind für ein Upgrade beim Fachhändler verloren. Ein guter Händler versucht von der Einstiegsklasse den Kunden auf ein besseres Gerät zu bringen, zum Vorteil beider Seiten. Auch fällt der berühmte Zusatzverkauf weg, ein rasches Zubrot für so manchen klugen Händler. Weiters gibt es auch nicht die Möglichkeit ein Aufstellservice anzubieten, wieder ein Verlust von gutem Geld. Im Problemfall (den halt billige Geräte gerne machen), ist die Zentrale zuständig. Das stelle ich mir wirklich spannend vor, wie dann jemand aus Biedermannsdorf nach Tirol fährt, weil dort ein Gerät den Geist aufgegeben hat. Oder man dem Kunden erklärt das Gerät muss eingeschickt werden, auf wen wird sich des Kunden Frust entladen…..Gibt sicher noch mehr Punkte.

    Jetzt kann man natürlich entgegnen, dass diese Kunde sowieso nicht im Fachhandel gekauft hätten, nur weiß man es eben nicht und somit fertigt man den Kunden in SB Manier ab und wird ihn nicht im Fachhandel sehen, denn dieser fühlt sich im SB Bereich gut aufgehoben. Für Merkur ist das eine unbezahlbare Werbung, denn „seht, selbst der Fachhandel vertraut uns“ ist unschlagbar, noch dazu mit der Mentalität der Retter. Mit dieser Aktion schadet man eigentlich allen Kooperationen und Händlern in Österreich, sehr kurzsichtig gedacht. Vielleicht sehe ich es aber nur zu eng und es ist alles super gut.

    12
  13. Ohhh, gehts noch besser? Eine echte S……idee – Querdenker oder echte Pioniere!

    Der Handel ist Wandel und da der „Kuchen“ scheinbar aus Sicht der Akteure ja massiv wächst, wird es ja zu keiner Verdrängung kommen, sondern nur ein zusätzlicher Umsatz eingefahren – wer’s glaubt bzw. die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

    Nur als Denkanstoß: Ein Naturgesetz
    Wie ist das mit dem Kuckuck?

    Aus der Ferne betrachtet ist nicht alles Gold was glänzt.

    Einen schönen erholsamen Sonntag

    7
  14. Händler helfen Händlern …. klingt schön, sollen da die Red Zac Mitglieder am Merkur of Sale als Verkaufshilfen fungieren und sollte kein Kunde an den Geräten interessiert sein, Gemüse nachschlichten oder in der Kassa aushelfen?

    Andere Serviceleistungen werden auf der Strecke bleiben und auch der Zusatzverkauf wird leiden. Wenn der Konsument nicht mehr in den Laden kommt, brauchen wir gar nicht mehr aufsperren. Nur von der Merkur-Hilfe werden wir nicht leben können, da Merkur nicht hochpreisig und margenorientiert verkauft.

    Da wird uns vermutlich ein Grab geschaufelt aus dem wir nicht mehr herauskönnen.

    11
  15. Also ich bin schockiert.
    Wir sind Mitglied in der EP Familie, und würde EP das machen würde ich sofort das Weite suchen.
    Was soll das?? Keine Kongruenz zu den RedZack Geschäften. Schaut Ihr Eure Mitglieder für blöde an? Gerade wo im dritten Lock down das erlaubte Click und Collect erlaubt ist, wollt Ihr das wenige auch noch Euren Mitgliedern die Mitgliedbeiträge zahlen wegnehmen.
    Aber der kleine Händler ist immer der Dumme.

    24
      1. Bananenkistenschieber sind privilegiert und zahlen deshalb keinen Mitgliedsbetrag.
        Nur beim dummen Fachhandel wird abkassiert, dass sich die Bananen biegen.

        6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.