Mittwoch, 27. Januar 2021
Editor's ChoiceArbeitsplätze sichern! „Die Lage ist schlimmer denn je“

Handelsverband startet Corona-Petition #arbeitsplätzeretten

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 14.01.2021 | | 4  
Unter der vor kurzem vom Handelsverband gestarteten Initiative #arbeitsplätzeretten können Händler, Unternehmer oder Privatperson ihre Unterschrift leisten und damit „zur Absicherung des Einkommens tausender Familien beitragen“, wie der Handelsverband sagt. (Screenshot www.arbeitsplaetzeretten.at) Unter der vor kurzem vom Handelsverband gestarteten Initiative #arbeitsplätzeretten können Händler, Unternehmer oder Privatperson ihre Unterschrift leisten und damit „zur Absicherung des Einkommens tausender Familien beitragen“, wie der Handelsverband sagt. (Screenshot www.arbeitsplaetzeretten.at) Der Handelsverband weist seit Monaten darauf hin, dass die aus der Corona-Pandemie resultierenden Maßnahmen zigtausend Arbeitsplätze in Österreich kosten könnten. Nun wurde die Plattform www.arbeitsplaetzeretten.at ins Leben gerufen. Dort werden online Unterschriften gesammelt, um Wirtschaft, Arbeitsplätze & Lehrstellen abzusichern und betroffenen Betrieben bei der Politik endlich Gehör zu verschaffen, wie es heißt.

Der Handelsverband schreibt in einer Aussendung: „Seit mehr als 300 Tagen befindet sich Österreich im Corona-Krisenmodus. Handelshäuser, Geschäfte und viele weitere Betriebe müssen immer wieder geschlossen werden. Selbstständige (EPU), kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) – das Rückgrat der österreichischen Volkswirtschaft – leiden ganz besonders unter den behördlich angeordneten Geschäftsschließungen.“

Mit dem dritten harten Lockdown sei für viele Branchen das schlimmste Szenario eingetreten, so der Handelsverband weiter. Denn nun beginne auch die Insolvenz-Lawine zu rollen. Unzählige Betriebe stehen vor dem Ende ihrer wirtschaftlichen Existenz, hunderttausende Arbeitsplätze seien in Gefahr. „Das können wir nicht länger hinnehmen“, so der Handelsverband, der daher eine Online-Petition gestartet hat. Dabei werden alle Mitbürger aufgerufen, die Wirtschaft unseres Landes, die heimischen Arbeitsplätze und Lehrstellen mit ihrer virtuellen Unterschrift zu unterstützen. Die Initiative läuft unter dem Hashtag #arbeitsplätzeretten und egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – „jeder und jede ist eingeladen, die Petition auf www.arbeitsplaetzeretten.at zu unterzeichnen“, sagt Handelsverband Geschäftsführer Rainer Will.

Der Hintergrund: „Unzählige Existenzen stehen vor dem Abgrund“

Rainer Will erklärt den Hintergrund der Aktion wie folgt: „Mittlerweile ändern sich die Spielregeln für betroffene Unternehmen fast täglich und die Schließungen dauern immer länger. Unzählige Existenzen stehen vor dem Abgrund. Im Handel musste bereits jedes zehnte Geschäft seinen Betrieb wegen der Covid-Krise einstellen, gleichzeitig steigt die Anzahl der Arbeitslosen von Tag zu Tag. Die Hälfte der verbliebenen Händler hat massive Existenzängste, sie wissen nicht, wie es weitergeht. In vielen anderen Branchen ist die Lage ähnlich dramatisch.“

„Wenn wir nicht rasch gegensteuern, fallen viele der 490.000 Arbeitsplätze im Non-Food Handel, im Großhandel sowie von anderen Geschäften und Betrieben weg. Die Lage ist schlimmer denn je. Nur gemeinsam, als bundesweite, branchenübergreifende Initiative, werden wir Gehör finden, um das drohende Ortskernsterben und die Verödung unserer Innenstädte zu verhindern“, bestätigt Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch.

5 Forderungen an die Bundesregierung

Bereits über 2.800 Unterstützer aus Handel, Gewerbe, Industrie und Privathaushalten haben ihre virtuelle Unterschrift unter die Forderungen gesetzt. 626 Unternehmen stehen auch mit ihrem Namen hinter dieser Petition. (Screenshot www.arbeitsplaetzeretten.at)

Die branchenübergreifende Petition beinhaltet fünf Forderungen an die Bundesregierung:

1.) Lockdown ehest möglich beenden

Die erste Forderung lautet, den Lockdown ehest möglich zu beenden. Will erklärt: „Die Geschäfte sollten so rasch wie möglich wieder öffnen dürfen – im Sinne einer verantwortungsbewussten Selbsthilfe. Gerade der Handel ist kein Corona-Hotspot und hat sich immer gemeinsam mit den Kunden an die Sicherheits- und Hygienekonzepte gehalten. Eine aktuelle Studie der renommierten US-Eliteuniversität Stanford zeigt überdies, dass Geschäftsschließungen de facto keinen Effekt auf das Corona-Infektionsgeschehen haben.“

2.) Hilfen für direkt und indirekt betroffene Unternehmen rasch und fair ausbezahlen

Die zweite Forderung lautet, Hilfen für direkt und indirekt betroffene Unternehmen rasch und fair auszubezahlen. Will dazu: „Die Politik muss halten, was versprochen wurde: ein rascher und fairer Schadenersatz, der tatsächlich bei den Unternehmen ankommt. Für alle Betroffenen und über die gesamten Lockdown-Zeiträume. Der Verlustersatz muss von 3 auf zumindest 5 Mio. Euro erhöht werden, denn der durch die Lockdowns entstandene Schaden ist enorm. Nur so können die Arbeitsplätze, das Einkommen der Mitarbeiter und das Überleben der Unternehmen gesichert werden.“

3.) Planungssicherheit schaffen

Die dritte Forderung an die Bundesregierung lautet, Planungssicherheit zu schaffen. Will erklärt: „Kunden, Arbeitnehmer und Unternehmer brauchen Planungssicherheit in zeitlicher, finanzieller und steuerlicher Hinsicht. Das ermöglicht ein nachhaltiges Wirtschaften trotz Corona und einen Aufschwung der gesamten Wirtschaft nach der Krise.“

4.) Transparente Test- und Impfstrategie

Eine transparente Test- und Impfstrategie ist Inhalt der vierten Forderung. Es brauche eine bundesweite, freiwillige Test- & Impfstrategie mit Positiv-Anreizen (Gutscheine), erläutert Rainer Will. „Angebote der stärkeren Einbindung privatwirtschaftlicher Unternehmen beim freiwilligen Testen sollten endlich angenommen werden. Transparenz und seriöse Aufklärung in aller Offenheit sind das A und O für die Schaffung eines Bewusstseins für die Wichtigkeit und den Sinn von Corona-Maßnahmen“, so der Handelsverband GF.

5.) Knowhow von erfahrenen Praktikern nutzen

Die fünfte Forderung lautet, das Knowhow von erfahrenen Praktikern zu nutzen. „Die Corona-Krise kann nur gemeinsam bewältigt werden, daher sollten insbesondere auch Praktiker, freie Verbände und Wirtschaftsvertreter stärker eingebunden werden.

Hinzu kommt: Während heimische Unternehmen Milliarden an Gebühren, Abgaben und Steuern leisten und damit die Sozialtöpfe finanzieren, kassieren digitale Giganten ohne Betriebsstätte in Österreich Jahr für Jahr Steuergutschriften. Erstere zahlen die Krisenschulden, während letztere unseren Staatshaushalt belasten, ohne etwas zum Gemeinwohl beizutragen.“

Egal ob man Händler, Unternehmer oder Privatperson ist, jeder kann die Petition #arbeitsplätzeretten unterschreiben und „zur Absicherung des Einkommens tausender Familien“ beitragen, wie der Handelsverband sagt.

Ihre Unterschrift können Sie unter www.arbeitsplaetzeretten.at leisten. Der Vorgang ist unkompliziert, man gibt lediglich Name, E-Mail-Adresse und Postleitzahl/ Wohnort an. In einem Retourmail des Handelsverbandes muss man seine „Unterschrift“ bzw. Teilnahme an der Petition nochmals bestätigen und das war’s.

Bis jetzt (Anm. 14. Jänner 10.00 Uhr) haben bereits 2.800 Unterstützer aus Handel, Gewerbe, Industrie und Privathaushalten ihre virtuelle Unterschrift unter die Forderungen gesetzt.

Mehr unter https://arbeitsplaetzeretten.at

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