Sonntag, 7. März 2021
Bilanz Ceconomy Q1 2020/21

Rückenwind und große Herausforderungen

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 10.02.2021 | |  
Ceconomy veröffentlichte die Bilanz für Q1 2020/ 2021. Darin spricht das Unternehmen von einem starken Jahresauftakt, von Rückenwind für das weitere Jahr aber auch von großen Herausforderungen“. (Bild: Ceconomy) Ceconomy veröffentlichte die Bilanz für Q1 2020/ 2021. Darin spricht das Unternehmen von einem starken Jahresauftakt, von Rückenwind für das weitere Jahr aber auch von großen Herausforderungen“. (Bild: Ceconomy) Der Jahresauftakt verlief erfolgreich und gebe Rückenwind für das weitere Jahr. Nichtsdestotrotz seien die anhaltenden Marktschließungen aktuell eine große Herausforderung. So das Fazit der aktuellen Ceconomy Bilanz für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020/21.

Ceconomy habe das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (Oktober bis Dezember) sehr gut abgeschlossen. „Der Umsatz lag in der Zeit von Oktober bis Dezember 2020, trotz der verschärften  COVID-19-Situation in Form von COVID-19-bedingten Restriktionen und temporären Marktschließungen bei MediaMarkt und Saturn, mit 7,5 Mrd. Euro rund +11,4% über dem Vorjahr (Q1 2019/20: 6,8 Mrd. Euro). Besonders fielen dabei die ersten zwei Monate ins Gewicht, die durch erfolgreiche Aktionen im ‚Black November‘ sowie eine bewusste Entzerrung des Weihnachtsgeschäfts durch Ausdehnung des Aktionszeitraums in den Oktober und November geprägt waren. Die starke Umsatzentwicklung setzte sich aufgrund erfolgreicher Cyber Week-Kampagnen und Weihnachtsaktionen bis zu den landesweiten Lockdowns, die in Deutschland und den Niederlanden ab Mitte Dezember in Kraft traten, fort. Der Konzern erzielte insgesamt ein bereinigtes EBIT von 346 Mio. Euro (Q1 2019/20: 289 Mio. Euro), eine Steigerung von 56 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr“, so das Unternehmen hinter MediaMarkt und Saturn.

Der Anstieg des bereinigten EBIT sei maßgeblich auf die starke Umsatzentwicklung in allen Segmenten zurückzuführen. Aber auch rückläufige Personal-und standortbezogene Sachkosten sowie staatliche Unterstützungsleistungen im Kontext der Covid-19-Pandemie trugen zu dieser Entwicklung bei. „Darüber hinaus entfalteten Einsparungen im Zusammenhang mit der Einführung der konzernweit einheitlichen Organisationsstruktur (‚Operating Model‘) ihre Wirkung und unterstützten das Ergebnis im Quartal“, erklärt Ceconomy.

Ceconomy-CEO Dr. Bernhard Düttmann erklärt: „Mit dem ersten Quartal sind wir sehr erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet. Und das trotz aller Umstände, die unser Geschäft in dieser herausfordernden Zeit erschweren. Schon im letzten Jahr hatten wir eine erfolgreiche Black-Friday-Periode. Dieses Jahr haben wir unsere Chancen, nicht zuletzt durch eine gezielte Entzerrung unserer Aktionszeiträume, noch besser genutzt. Das gute Ergebnis ist auch eine erste Bestätigung dafür, dass wir strategisch die Weichen richtig gelegt haben. Dennoch verlieren wir die weitere Transformation nicht aus den Augen.“

Mit insgesamt 2,3 Mrd. Euro (Q1 2019/20: 1,1 Mrd. Euro) erzielte das Unternehmen laut eigenen Angaben so viel Online-Umsatz wie in keinem Quartal zuvor. Das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr betrug rund +116 %. Insgesamt hatte das Online-Geschäft rund 30% Anteil am Gesamtumsatz des ersten Quartals. Damit habe sich der Anteil im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt, sagt Ceconomy (Q1 2019/20: 15,4%). „Rund drei Millionen Neukunden haben sich im ersten Quartal online registriert. Durch die starken Zuwächse im Online-Bereich konnten die stationären Umsatzeinbußen infolge der Covid-19-bedingten temporären Marktschließungen im ersten Quartal überkompensiert werden.“

Das Services& Solutions-Geschäft sei Covid-19-bedingt rückläufig. Im Vorjahresvergleich sank der Umsatz in diesem Bereich um rund -9% und erreichte 343 Mio. Euro (Q1 2019/20: 375 Mio. Euro). Wie auch im dritten und vierten Quartal des Vorjahres sei die gesunkene Kundenfrequenz insbesondere aufgrund der temporären Marktschließungen maßgeblich für diese Entwicklung verantwortlich, wie der Konzern einräumt.

Covid-19-Unsicherheit deutlich zugenommen

„Unser Omnichannel-Modell hat sich auch diesmal bewährt. Die Pandemie-Entwicklung mit den damit einhergehenden Einschränkungen birgt allerdings nach wie vor Unsicherheiten. Ab Mitte des Quartals haben wir das vor allem durch die erneut angeordneten temporären Marktschließungen in mehreren Ländern gemerkt. Die weitere Entwicklung von Covid-19 ist schwer vorherzusehen. Wir bewerten die Situation daher fortlaufendneu, auch mit Blick auf unsere Prognose“, so Karin Sonnenmoser, CFO von Ceconomy.

Klarer Fahrplan für Marktöffnungen gefordert

Das erste Quartal 2020/21 war infolge der Vorgaben der nationalen Regierungen gegen die Verbreitung von Covid-19 durch lokale Lockdowns, erneute temporäre Marktschließungen sowie starke Einschränkungen im stationären Handel geprägt. In den Ländern, in denen MediaMarktSaturn präsent ist, gestaltete sich die Situation je nach nationalen Gegebenheiten und Vorgaben unterschiedlich. Insgesamt waren zum 31. Dezember 2020 europaweit rund 57% der Märkte von vorrübergehenden Schließungen betroffen, darunter auch Deutschland. (Mit 8. Februar waren europaweit rund 48% der über 1000 Filialen von vorübergehenden Schließungen betroffen, in Deutschland waren es alle 420 Märkte.)

„Der erfolgreiche Jahresauftakt gibt uns Rückenwind für das weitere Jahr. Nichtsdestotrotz sind die anhaltenden Marktschließungen für uns aktuell eine große Herausforderung. Wir wünschen uns einen klaren Fahrplan, wann und unter welchen Bedingungen wir die Märkte wieder öffnen können. Für uns geht es dabei, wie für viele andere, um jeden weiteren Tag“, so Düttmann. Und: „Wir wollen möglichst schnell wieder für alle unsere Kunden in den Märkten da sein – natürlich mit allen gebotenen Hygiene-und Sicherheitsstandards.“ Wie deutsche Medien berichten, schlug Düttmann eine Staffelung von Kundengruppen vor – berufstätige Menschen könnten so etwa zu anderen Zeiten bei Media Markt und Saturn einkaufen als beispielsweise Pensionisten.

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