Mittwoch, 21. April 2021
1,6 Millionen Wärmepumpen mehr in Europa und 31.721 in Österreich

Wärmepumpenmarkt: Wachstumstrend setzte sich auch 2020 fort

Energiezukunft | Wolfgang Schalko | 19.03.2021 | |  
Entwicklung der Wärmepumpen-Verkaufszahlen (Inlandsmarkt) von 2011 bis 2020. Entwicklung der Wärmepumpen-Verkaufszahlen (Inlandsmarkt) von 2011 bis 2020. (© Wärmepumpe Austria) Der Europäische Markt wuchs 2019 in den 21 untersuchten EU-Staaten um über 1,6 Million Wärmepumpen, was einem Anstieg um 23% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz am europäischen Markt in 2019 entsprach über 10,7 Milliarden Euro. In Bezug auf die gesamte abgesetzte Stückzahl von 31.986 Anlagen liegt Österreich 2020 an 13. Stelle im Europäischen Ländervergleich.

Derzeit befinden sich mehr als 13,27 Millionen Wärmepumpen in Europa in Betrieb (Österreich: 352.000). In Österreich wurden dabei 8,5 Wärmepumpen pro 1000 Haushalte verkauft. Europaweite Spitzenreiter sind Norwegen und Finnland mit 41,7 bzw. 39 verkauften Wärmepumpen pro 1000 Haushalten.

Zahlen des Inlandmarktes Österreich 2020

Mit 31.721 Stück verkauften Wärmepumpen im Absatz des Inlandsmarktes wurde 2020 ein neuer Rekordabsatz erreicht. Die 31.721 in Österreich verkauften Wärmepumpen teilen sich dabei auf 24.715 Heizungswärmepumpen, 6.721 Brauchwasserwärmepumpen sowie 237 Wohnraumlüftungswärmepumpen und 48 Industriewärmepumpen (projektspezifische Fertigung) auf.

Auch der Gesamtmarkt inklusive der Exporte österreichischer Hersteller war für die Wärmepumpenbranche von einer deutlichen Absatzsteigerung geprägt. Der Gesamtabsatz von Heizungswärmepumpen (alle Märkte, alle Leistungsklassen, exklusive Wohnraumlüftung) steigerte sich vom Jahr 2019 mit einem Absatz von 31.383 Stück auf das Jahr 2020 mit einem Absatz von 34.650 Stück um 10,4%. Der Exportanteil bei den Heizungswärmepumpen betrug dabei im Jahr 2020 28,7%.

Verantwortlich dafür war vor allem der stark wachsende Markt (+11,4%) im niedrigeren Leistungsbereich bis 10 kW.

Im Inlandsmarkt für Heizungswärmepumpen (alle Leistungsklassen, exkl. Wohnraumlüftung) konnten im Jahr 2020 24.715 Stück abgesetzt werden, was einem Anstieg vom 9,6% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (22.553 Stück) entspricht.

Beeindruckend war auch der Zuwachs der Absatzzahlen im mittleren Leistungssegment zwischen 10 kW und 20 kW, der sich im Inlandsmarkt um 9% auf 10.326 Stück erhöhte.

Der langjährige Trend zu Luft/Wasser-Wärmepumpen war auch im Jahr 2020 ungebrochen und stieg von 17.964 Stück im Jahr 2019 auf 20.197 Stück im Jahr 2020 an. Der relative Anteil dieses Wärmequellensystems erhöht sich damit auf 82% im Jahr 2020. Somit waren 8 von 10 verkauften Heizungswärmepumpen im Jahr 2020 Luft/Wasser-Wärmepumpen. Sole/Wasser-Wärmepumpen hatten im Jahr 2020 einen Anteil von 16% (3.976Stück) am Inlandsmarkt. Bei den Wasser/Wasser-Systemen gab es einen leichten Rückgang auf 1,2% (304 Stück), bei den Direktverdampfungs-Systeme auf 1,0% (238 Stück).

Politische Rahmenbedingungen

Als Interessenvertretung der Wärmepumpenbranche hat der Verband Wärmepumpe Austria auch einige Vorschläge parat, um die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Wärmepumpen weiter zu verbessern. Dazu zählt etwa eine Steuer- und Abgabenbefreiung von Strom für den Betrieb von Wärmepumpensystemen sowie der Entfall der Steuern und Abgaben und der verbrauchsabhängigen Netzgebühren bei netzdienlichen Wärmepumpen mit dem sog. „smart-grid-ready-label“. Weiters sollte die Möglichkeit für Gemeinschaften und genossenschaftliche Strukturen zur Erzeugung, Speicherung und Lieferung von erneuerbarem Strom auch über Liegenschaftsgrenzen hinweg auf Wärme ausgedehnt werden – wofür sich kalte Fernwärmenetze (Anergienetze) mit Wärmepumpen hervorragend eignen würden. Außerdem würden Wärmepumpensysteme durch technisch nicht begründbare Anforderungen beim Erhalt von Förderungen benachteiligt, zB in der Einschränkung der Förderung auf Wärmepumpensysteme mit einer Vorlauftemperatur von kleiner als 40°C.

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