Mittwoch, 21. April 2021
13,9 Mrd Umsatz – Betonung von Home Connect

BSH Hausgeräte 2020 mit Rekordjahr

Kleingeräte Hausgeräte | Dominik Schebach | 23.03.2021 | Bilder | |  
Die BSH Hausgeräte hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis eingefahren. Die BSH Hausgeräte hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis eingefahren. Die BSH-Hausgeräte hat 2020 ihr umsatzstärkstes Jahr in ihrer 50-jährigen Geschichte erzielt. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 13,9 Mrd Euro (+5,3%). Dabei profitierte der Hersteller 2020 von der gestiegenen globalen Nachfrage nach hochwertigen Haushaltsgeräten. Der Zuwachs wurden in allen Produktkategorien und Regionen weltweit erzielt, wie die BSH-Spitze heute im Rahmen einer Online-Pressekonferenz mitteilten.

„2020 war für die BSH ein Rekordjahr. Dank des engagierten Einsatzes unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit ist es uns gelungen, die Herausforderungen der globalen Pandemie erfolgreich zu meistern. Durch die gestiegene Bedeutung des eigenen Zuhauses und der Küche als Wohlfühlort erlebt unsere Branche einen Aufschwung. Mit unserem starken Markenportfolio, innovativen Produkten und digitalen Lösungen konnten wir die Wünsche und Erwartungen der Konsumenten erfüllen“,erklärte Carla Kriwet, Vorsitzende der BSH-Geschäftsführung.

Zu den Herausforderungen der Corona-Krise zählten unter anderem die weltweiten Verwerfungen in den Lieferketten wie z.B. bei der Verfügbarkeit von Komponenten sowie in der Logistik. Dennoch fahren derzeit alle Werke auf Volllast, um die weltweit gesteigerte Nachfrage nach Haushaltsgeräten zu befriedigen. Im Bereich der Forschung & Entwicklung bleibt der Fokus derweil auf den Bereichen konsumentenzentrierte Innovationen, IoT-Lösungen sowie Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Die Ausgaben lagen hier im Jahr 2020 mit 708 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres und entsprechen 5,1% des Gesamtumsatzes. Aufgrund der hohen Nachfrage stieg auch der Mitarbeiterstand. Der wuchs vor allem durch Neuaufnahmen im Bereich der Fertigung auf rund 60.000.

Wachstum in allen Regionen

Besonders erfreulich: Die BSH konnte ihr Wachstum in allen Regionen erzielen. Damit ließ sich auch der zu Beginn der Pandemie eingetretenen Einbruch des Geschäfts im Laufe des Jahres überkompensieren und die Umsätze insgesamt deutlich steigern. So legte die BSH in der Region Europa 2020 um 4,8% zu (wechselkursbereinigt +8,6%). Insbesondere in Deutschland, Großbritannien und Nordeuropa stieg der Umsatz deutlich. Die BSH bleibt damit die Nummer Eins der Hausgerätebranche in Europa und betreibt mit Home Connect das führende digitale Ökosystem der Branche.

Bei den außereuropäischen Märkten sticht vor allem der amerikanische Markt hervor: Dort konnte die BSH an Marktanteilen zulegen und ein Umsatzwachstum von 7,7% erzielen. Besonders nachgefragt wurden Kühlschränke mit hohem Fassungsvermögen sowie Geschirrspüler. In der Region Asien-Pazifik / Afrika lag das Geschäft 5,3% (wechselkursbereinigt +7,7%) über dem Vorjahresniveau. In China waren bereits im Februar die Auswirkungen der Pandemie spürbar. Ab Mai setzte eine deutliche Erholung des Geschäfts mit hohen Wachstumsraten ein. Vor allem die Nachfrage nach Geschirrspülern (Umsatzplus von 34%) und Wäschetrocknern (+59%) entwickelte sich in China besonders positiv. Die BSH ist in China der stärkste nicht-chinesische Hersteller von Hausgeräten und konnte Marktanteile hinzugewinnen. Auch in Indien und Afrika ist die BSH gewachsen und plant, ihr Geschäft in den aufstrebenden Märkten substanziell auszubauen.

Österreich

Sehr erfolgreich präsentiert sich die BSH in Österreich. Auch hier zu Lande blickt das Unternehmen auf ein Rekordjahr 2020 zurück. Das Wachstum betrug 11,2%. Im D2C-Geschäft kommt der BSH Österreich eine Vorreiterrolle innerhalb der BSH Hausgeräte GmbH zu. Auf den 2017 eröffneten, ersten Bosch Store Europas in Wien folgte im Mai 2020 der zweite in der Shoppingcity Graz-Seiersberg. Der Online-Verkauf hat sich mit über 400% Umsatzwachstum als Verkaufskanal etabliert, vor allem für den Ersatzbedarf.

Auffällig stark gewachsen sei laut BSH bei den Österreicherinnen und Österreichern der Wunsch nach moderner Technologie zur Vorratshaltung und zusätzlichem Stauraum beim Kühlen und Gefrieren. XXL-Kühlgeräte waren bei allen Marken und in allen Werteklassen besonders gefragt, ebenso kabellose Staubsauger und Waschtrockner.

Wachstum in allen Produktkategorien sowie im Kundenservice

Die BSH ist in allen Produktkategorien deutlich gewachsen: So verzeichneten die Produktbereiche Kochen, Kälte und Spülen einen signifikanten Umsatzanstieg um jeweils rund 6% (wechselkursbereinigt um +8 bis +10%). Im Bereich Wäschepflege lag der Umsatz leicht über dem Vorjahr. Sehr positiv entwickelte sich der Umsatz bei den Consumer Products mit über 9% Wachstum (wechselkursbereinigt +12%).

Sehr positiv angenommen wurde auch das Serviceangebot des Kundendienstes (+8%, wechselkursbereinigt +11 Prozent). Die rund 15.000 Kundendienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter von BSH und BSH Service-Partnern unterstützten während der gesamten Corona-Pandemie in rund 50 Ländern ununterbrochen die Konsumenten.

Wachstumsbereiche

Als besonderen Wachstumsbereich hat sich im Vorjahr das Online-Geschäft der BSH erwiesen. Dieses konnte um 25% zulegen. So nutzen laut Hersteller immer mehr Konsumenten Online-Tools, wie beispielsweise die Markenwebsites der BSH dazu, sich bequem von Zuhause aus beraten zu lassen und das für sie optimale Gerät auszuwählen.

Interessant ist auch die Entwicklung im Bereich des digitalen Ökosystems Home Connect. Kriwet bezeichnet das Unternehmen in diesem Zusammenhang nicht mehr als klassischen Hersteller, sondern Anbieter von vernetzten Geräten und den dazugehörigen Services. Diese sollen im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden, wie z.B. durch zusätzlich Funktionen in der Home Connect App für das Speichern und Teilen von selbstentwickelten Rezepten, und deren Verwendung auf verschiedenen Plattformen wie dem Cookit und dem klassischen Backofen.

Auch der BSH Kundendienst nutzt vernetzte Hausgeräte, um Ferndiagnosen zu stellen und wird mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz künftig vorausschauende Wartungen vornehmen können. Damit lassen sich einerseits Reparaturen vermeiden und Reparaturkosten senken.

Nachhaltigkeit und Mietmodell

Einen Meilenstein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit erreichte die BSH Ende 2020: Seit diesem Zeitpunkt sind alle BSH Produktions-, Entwicklungs- und Verwaltungsstandorte weltweit CO2-neutral. Dies gelang vor allem durch Energieeffizienzmaßnahmen an Gebäuden und Anlagen, den Ausbau eigener regenerativer Energie sowie den Zukauf von Ökostrom. Verbleibende, unvermeidbare CO₂-Emissionen gleicht die BSH durch die Unterstützung ausgewählter Klimaschutzprojekte aus. Bis 2030 wird die BSH den Anteil an selbst erzeugter, grüner Energie von derzeit 10 GWh verfünffachen.

Für CEO Carla Kriwet ist Nachhaltigkeit auch sonst ein zentrales Thema: „Neben der Energieeffizienz leisten unsere Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der BSH Nachhaltigkeitsstrategie. Material, Verpackung sowie Zerlegbarkeit und Wiederverwertbarkeit der Komponenten unserer Geräte müssen zu Beginn des Entwicklungszyklus auf Nachhaltigkeit ausgelegt werden. Gleichzeitig arbeiten wir in nachhaltigen Geschäftsmodellen die Geräte wieder auf und stärken so die Kreislaufwirtschaft.

Hier wurde seitens Kriwet auch das Mietmodell BlueMovement für Bosch-Geräte hervorgehoben. Dieses wurde bisher in den Niederlanden erprobt und soll nun in Deutschland ausgerollt werden. Danach ist ein Rollout in ganz Europa vorgesehen, wobei Österreich laut Kriwet „ganz oben“ auf der Liste stehe.

Ausblick 2021

Für das Jahr 2021 geht Kriwet davon aus, dass die derzeitige positive Entwicklung zumindest noch das 1.HJ anhält. Dass danach das Pendel stark in die andere Richtung ausschlägt glaubt sie allerdings nicht. „Die Pandemie hat das Verhalten der Menschen verändert. Wer zum Kochen angefangen hat, der hört nicht plötzlich wieder auf“, so die CEO der BSH Hausgeräte auf eine Journalistenfrage.

Als besondere Stärke sieht sie in diesem Zusammenhang die international starke Position der BSH, und mit Home Connect werde man nicht nur die Wünsche der Endkunden erfüllen, sondern auch die Ressourcen schonen.

Bilder
Der BSH-Vorstand um Clara Kriwet (r.) mit CMO Matthias Ginthum (l.), COO Silke Maurer und CFO Gerhard Dambach.
Der BSH-Vorstand um Clara Kriwet (r.) mit CMO Matthias Ginthum (l.), COO Silke Maurer und CFO Gerhard Dambach.

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