Dienstag, 18. Mai 2021
Küche&Co geht virtuelle Wege mit Kompakt-Konzept

Holz trifft Hightech

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 19.04.2021 | |  
E&W-Redakteur Wolfgang Schalko taucht im Küche&Co Studio von Horst Trethan und Christian Bitzan in Wien-Josefstadt virtuell in die Welt der Küchen und Badezimmer ein. Mit dem VR-Konzept des Franchiseanbieters Küche&Co kann man kleine Studios zu „großen“ machen. E&W-Redakteur Wolfgang Schalko taucht im Küche&Co Studio von Horst Trethan und Christian Bitzan in Wien-Josefstadt virtuell in die Welt der Küchen und Badezimmer ein. Mit dem VR-Konzept des Franchiseanbieters Küche&Co kann man kleine Studios zu „großen“ machen. Küche&Co hat den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung getan. Seit Ende letzten Jahres bietet das Franchisesystem für Partner ein neues 120 m2 Studiokonzept an. Die eher kompakte Studiogröße wird durch eine virtuelle Möbelausstellung erweitert, die der Kunde mittels Virtual Reality (VR) beschreiten und „erleben“ kann. Küche&Co Austria GF Michael Stangl ist in Österreich noch auf der Suche nach Franchisepartnern. Elektrofachhändler erachtet er in diesem Zusammenhang als prädestiniert, wie er bei einem Treffen mit E&W schildert.

Neun Küche&Co-Studios gibt es bereits in Österreich. Mindestens doppelt so viele sollen es mittelfristig werden. So lautet zumindest der aktuelle Plan von Küche&Co Österreich GF Michael Stangl, den wir im Küche&Co-Studio in Wien Josefstadt trafen. Stangl und die Studio-Inhaber Horst Trethan und Christian Bitzan zeigten uns dort die jüngste Innovation von Küche&Co: Ein Studio-Konzept, das sich bereits ab 120m² umsetzen lässt und mittels Virtual Reality erweitert wird.

So funktioniert‘s

Die Flächengröße eines klassischen Küche&Co Studios, das rund zehn Ausstellungsküchen beinhaltet, bewegt sich zwischen 200 m² und 300 m². Das neue kompakte Konzept dreht sich wie gesagt um Studiogrößen ab 120 m². Zur Ausstattung gehören mindestens vier Musterküchen, davon eine Funktionsküche für Werbeaktionen wie zB Showkochen, sowie mindestens zwei Beraterplätze. Die kleineren Studios (die übrigens den gleichen Markenauftritt haben wie ihre „großen“ Kollegen) sollen Einsparungen bei Investment, Miete und Betriebskosten ermöglichen. Somit soll man Studios zukünftig auch in starkfrequentierter Innenstadtlage eröffnen können. Aber auch als eine Art Shop-in-Shop-Lösung eignet sich das 120 m2-Studio-Konzept, zB in einem Elektrohandelsgeschäft …

Obwohl es sich um kleinere Varianten handelt, können Kunden auch dort die gesamte Küche&Co Vielfalt erleben. Wie das geht? Dank umfangreichem Virtual Reality (VR) Equipment in einem extra Bereich, das zur Grundausstattung der kompakteren Studios gehört. Die Kunden können dort mittels einer VR-Brille durch eine große Musterküchenausstellung wandeln. Und nicht nur das. Neben Küchen können Kunden auch Badezimmer, Vorzimmer und in Zukunft ebenso Hauswirtschaftsräume im virtuellen Raum begutachten. Die virtuelle Möbelausstellung wird von Küche&Co zur Verfügung gestellt. Die Studiobetreiber können diese aber auch nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. „Sie können im virtuellen Raum zB komplexe Referenzküchen bauen, um ihre Kompetenz, ihr Können zu demonstrieren“, sagt Michael Stangl.

Zwischen den Welten

Es ist beeindruckend, welche Möglichkeiten VR eröffnet. Man benötigt lediglich eine freie Fläche von mindestens rd. 4 mal 4 Metern (16 m2), eine VR Brille am Kopf, einen Cursor in der Hand und schon kann man auf Entdeckungsreise in der riesigen virtuellen Möbelausstellung gehen. Mittels Cursor bewegt man sich vor-, rück- und seitwärts, einmal die gewünschte Stelle anvisieren, klicken und schon ist man da. Innerhalb der 4×4 Meter-Fläche kann man sich frei bewegen. Nähert sich der Nutzer der Grenze des bewegungsfreien Raumes, taucht ein virtuelles Gitter auf, um ihn daran zu hindern irgendwo dagegen zu laufen.

Das Tolle am Küche&Co VR Konzept ist: Man kann sich nicht nur eine schöne Möbelausstellung ansehen, sondern auch die eigene zukünftige Küche, die zuvor mit dem Küchenplaner entworfen wurde. Man kann sich davon überzeugen, ob die Arbeitsfläche hoch genug ist, die Abstände zwischen den einzelnen Modulen groß genug sind, die Küchenkästen in der richtigen Höhe hängen, ob man generell genug Bewegungsfreiheit hat und ob die Farbe auch wirklich gefällt. Jeder Kunde kann seine Küche, sein Bad, sein Vorzimmer „erleben“, bevor die Räume überhaupt existieren.

Der richtige Weg

Michael Stangl ist Geschäftsführer von Küche&Co Österreich.

Es handle sich bei diesem VR-Konzept um ein hervorragendes Marketinginstrument, sagt Stangl. „Die Leute, die VR bei uns erleben, sprühen vor Begeisterung und das erzählen sie ihren Freunden weiter.“ Sicher sei anfangs noch Skepsis seitens der Kunden vorhanden gewesen, aber mittlerweile habe sich das gelegt, sagt der Küche&Co Österreich GF, der übrigens enormes Potential in der VR-Technologie sieht: „Dieses Thema wird noch richtig groß. Davon bin ich überzeugt.“

Stangl ist sich sicher mit diesem Konzept den richtigen Weg zu beschreiten. Die Welt werde immer digitaler und Corona habe diese Entwicklung weiter beschleunigt. „Wir alle müssen uns nun mit Digitalisierung auseinandersetzen, auch die ältere Generation, und viele finden Gefallen daran. Die Jungen sind sowieso deutlich digitaler, sie denken und konsumieren ganz anders als wir, und das sind die Käufer von morgen. Danach müssen wir uns richten.“

Partner gesucht

Wie eingangs erwähnt, möchte Stangl weitere Partner als Franchisenehmer an Bord holen. Als geradezu prädestiniert erachtet der Küche&Co Österreich GF dafür Elektrohändler, denn die Parallelen seien groß: „Eine Küche besteht (grob gesprochen) zu 50% aus den Möbeln und zu 50% aus Elektrogeräten. Das heißt: Eine Hälfte des Business beherrscht ein Elektrohändler schon von Anfang an. Ein Elektrohändler weiß alles über Hausgeräte. Er weiß was eine 88iger-Nische ist, worum es sich bei einem halbintegrierten Geschirrspüler und bei einer Schlepptürverbindung handelt. Einzig das Planen der Küchen muss er noch erlernen. Und er muss sich Planungskompetenz aneignen, also wissen worauf es bei einer guten Küchenplanung ankommt. Er muss ua. wissen, wieviel Laufmeter Arbeitsfläche ein Zweipersonenhaushalt benötigt und, dass ein Rechtshänder eine links angeschlagene Kühlschranktür braucht.“

Viele Für, kein Wider

Es gebe viele Punkte, die aus Sicht eines Elektrohändlers stark für den Küchenhandel sprechen können. So sei der Onlinedruck bei weitem nicht so stark wie im Elektrohandel bzw. existiere de facto gar nicht, wie Stangl erläutert: „Der Elektrohandel ist heutzutage vom Onlinehandel geprügelt. Es geht nur noch um den Preis. Im Küchenhandel geht es hingegen viel mehr um Kompetenz.“ Natürlich bekomme man im Internet Küchenzeilen bis 3.000 Euro. Für ein Küchenstudio rechne sich dieses Preissegment allerdings nicht. „An der Stelle, an der wir uns preislich und qualitativ bewegen, gibt es keine Onlinekonkurrenz!“, sagt Stangl.

Ein weiteres Problem mit dem viele EFH zu kämpfen hätten, seien zu große Geschäftsflächen, wie Stangl einräumt: „Viele Elektrohändler haben 400, 500 m2 große Geschäfte und ihnen brechen die Quadratmeterumsätze weg. Mit unserem kompakten Konzept können sie diese Flächen gewinnbringend nutzen und ein zweites Standbein aufbauen.“

Der Küche&Co Österreich Chef bringt einen weiteren Vorteil ins Spiel: „Im Küchenhandel kann man noch höhere Kalkulationen fahren. Das Schöne ist, dass man bei den Geräten keinem Preisdruck unterliegt, weil man die Küche als Gesamtpaket verkauft, also Holz und Geräte. Wenn ich ein Auto kaufe, frage ich ja auch nicht was das Lenkrad kostet oder der Motor. Ich kaufe das Auto als Ganzes und genau so verhält es sich mit einer Küche.“

Gemeinsamkeiten

Elektrohändler, die in ihr existierendes Geschäftslokal das Küche&Co 120 m2 Konzept integrieren (quasi als Shop-in-Shop-System), hätten den Vorteil, dass sie mit dem Küchenverkauf nicht gleich von Anfang an unter Druck seien, sagt Stangl. „Ein Händler mit bestehendem Elektrogeschäft kann in aller Ruhe nebenbei das Küchenbusiness aufziehen.“ Es müsse, wenn das Geschäftslokal groß genug sei, keine zusätzliche Fläche angemietet werden. Die im Normalfall schon bestehende EDV müsste lediglich durch ein Planungsprogramm ergänzt werden. Wobei die Lizenzgebühr von Küche&Co getragen wird und nur die laufenden monatlichen Gebühren vom Studiobetreiber übernommen werden müssen. Viele Elektrohändler hätten darüber hinaus einen angeschlossenen Installationsbetrieb und eine Wagenflotte zum Liefern. Ein Elektrohändler hätte weit geringere Investitionen, als jemand, der von Null an mit dem Küchenbusiness beginnt. „Das sind doch super Voraussetzungen für ein eigenes kleines Küchenstudio. Der Küchenhandel und der Elektrohandel haben viel mehr gemeinsam, als man zunächst denken könnte“, meint Stangl abschließend.

Michael Stangl erklärt sich bereit Informationsveranstaltungen für interessierte Elektrohändler in Österreich abzuhalten. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei uns in der Redaktion unter redaktion@elektro.at.

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