Freitag, 18. Juni 2021
Fast Hälfte des Umsatzes online

Ceconomy: MediaMarkt-Mutter mit herben Verlusten im Q2

Hintergrund | Dominik Schebach | 12.05.2021 | | 4  
Schließungen und Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie bei MediaMarkt und Saturn vor allem in Deutschland drücken aufs bei Konzernmutter Ceconomy aufs Ergebnis. Schließungen und Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie bei MediaMarkt und Saturn vor allem in Deutschland drücken aufs bei Konzernmutter Ceconomy aufs Ergebnis. (© MMS) Das zweite Quartal 20/21 hat Ceconomy einen deutlichen Verlust beschert. Der MMS-Mutterkonzern hat im Zeitraum von Jänner bis März 2021 einen Umsatz von 4,3 Mrd Euro eingefahren. Das ist ein Rückgang von 5,7% gegenüber dem Vorjahr. Das EBIT betrug im selben Zeitraum -146 Mio Euro (Q2 19/20: -131 Mio Euro). Der Konzern führt dies auf die anhaltenden Lockdowns besonders in Deutschland und die Niederlanden zurück.

So habe sich im Q2 der Umsatz in Ländern wie Italien, Türkei, Schweden und Spanien, die nicht von temporären Marktschließungen betroffen waren, wie bereits im ersten Quartal sehr positiv entwickelt. In Ländern wie Österreich und Polen konnte der Konzern von Nachholkäufen profitieren. Der Rückgang des bereinigten EBIT wird deswegen von der Konzernleitung maßgeblich auf die geschlossenen Märkte in Deutschland und den Niederlanden zurückgeführt. – Hier waren die Märkte im Q2 überwiegend geschlossen bzw nur kurzzeitig unter Einschränkungen geöffnet. 2020 war der Konzern dagegen im selben Zeitraum nur zwei Wochen von Marktschließungen betroffen. Staatliche Unterstützungen wie Kurzarbeitergeld, geringere Personalkosten und weitere Kosteneinsparungen konnten laut Unternehmen diesen umsatzbedingten Rückgang nicht vollständig ausgleichen.

Das 1.HJ des Geschäftsjahres 2020/21 entwickelte sich dagegen laut Ceconomy positiv. Hier konnte das Unternehmen einen Umsatz von 11,8 Mrd Euro (+4,5%) einfahren. Das bereinte EBIT lag bei 199 Mio Euro, um 41 Mio Euro mehr als im Vorjahr.

„Der zweite Lockdown ist deutlich länger und tiefgreifender als der erste vor einem Jahr. Dass wir das zweite Quartal trotz allem insgesamt gut gemeistert und nur leicht unter Vorjahr abgeschlossen haben, belegt die Resilienz unseres Omnichannel-Geschäftsmodells“, erklärt Bernhard Düttmann, CEO von Ceconomy, der im August an seinen designierten CEO Karsten Wildberger übergeben wird.Die gute Entwicklung in Ländern, die nicht von Marktschließungen betroffen sind, zeigt: Wir haben viel Potential. In unserem Transformationsprozess sind wir trotz massiver staatlich verordneter Einschränkungen weiterhin auf Kurs.“

Starke Zuwächse bei Online

Das zeigen auch die Zahlen im Online-Geschäft. Auch im Q2 stieg der Umsatz mit +146,5% hier deutlich an und machte mit 2,1 Mrd Euro (49%) nahezu die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Zudem verzeichnete der Konzern mehr als zwei Millionen Online-Neukunden. Zudem sei der Online-Anteil des Services & Solutions-Geschäfts in den drei Monaten deutlich gestiegen. Den Rückgang aus dem stationären Geschäft konnte allerdings nicht aufgefangen werden, weswegen der Umsatz in diesem Segment gegenüber dem Vergleichsquartal um 80 Mio Euro auf 199 Mio Euro sank.

Der neue CFO Florian Wieser sieht Ceconomy wegen der anhaltenden Lockdowns in Deutschland in einem schwierigen Fahrwasser, gibt sich aber dennoch optimistisch: „Nach wie vor sind die weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens schwer vorherzusehen. Die derzeitigen Rahmenbedingungen erlauben keine konkrete Prognose. Insbesondere die erneute Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen in Deutschland stellt uns vor erhebliche Herausforderungen. Das vergangene Jahr hat jedoch gezeigt, dass wir gut vorbereitet sind, um von Aufholeffekten nach der Wiedereröffnung unserer Märkte zu profitieren.“

Kommentare (4)

  1. Es wird kaum ein Unternehmen oder einen Konzern geben, der diese Krise ohne blauem Auge meistern wird oder kann. Sobald man am Gesundheitswesen nicht mitpartizipiert wird die Findung von Absatzkanälen- und Märkten eng. Meiner Meinung nach meisert das Media Markt den Umständen entsprechend sehr gut und die Situation wird sich, solange kein nächster Lockdown kommt, in den nächsten Monaten sicherlich zu Vorteil von Media Markt entspannen und man wird wieder Margen schreiben können. Den Online Auftritt sehe ich nun als geglückt, wobei noch nicht perfekt – da geht noch mehr und es geht noch besser, die 20 Jahre Anlaufschwierigkeiten sind überwunden!

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