Montag, 25. Oktober 2021
Jahresbericht der Schlichtungsstellen

RTR: Beschwerdetrend zeigt leicht nach oben

Telekom | Dominik Schebach | 18.05.2021 | |  
RTR-GF Klaus M. Steinmaurer berichtet zwar über mehr Verfahren für die Schlichtungsstelle der RTR, dafür sei der durchschnittliche Streitwert so gering wie nie. RTR-GF Klaus M. Steinmaurer berichtet zwar über mehr Verfahren für die Schlichtungsstelle der RTR, dafür sei der durchschnittliche Streitwert so gering wie nie. Mehr als 2000 Schlichtungsverfahren hat die RTR im vergangenen Jahr durchgeführt und auch hier macht sich die Corona-Krise bemerkbar. Nach Beschwerden zu betrügerische Ping-Anrufen nahmen Verfahren zur Qualität des Internetzugangs zu. Dafür gingen Schlichtungsverfahren zu Roaming-Problemen deutlich zurück.

„Im Jahr 2020 registrierten wir 2.066 Schlichtungsverfahren zu Kommunikationsdiensten, das sind knapp 6% mehr als im Vorjahr. 1.941 Verfahren davon betrafen den Bereich Telekommunikation, 125 Verfahren den Bereich Medien. Erfreulich ist: Die von uns erzielte Einigungsquote ist mit 82% so hoch wie noch nie und der durchschnittliche Streitwert je Verfahren mit 357 Euro so niedrig wie noch nie“, präsentiert Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post, Zahlen aus dem aktuellen Jahresbericht der Schlichtungsstellen. Rund die Hälfte der Verfahren entfiel auf Vertragsschwierigkeiten mit zumeist komplexen juristischen und technischen Problemstellungen.

Verfahren zur Qualität des Internets stiegen um 50% an

„Die Corona-Pandemie hinterlässt auch in der Schlichtungstätigkeit ihre Spuren: Ein leistungsfähiger Internetzugang war für viele von uns in den letzten Monaten die Voraussetzung, um Homeoffice, Distance Learning, virtuelle Freizeitaktivitäten und dergleichen mehr in Anspruch nehmen zu können. 202 Verfahren betrafen die Qualität von Internetzugängen, das sind um 50% mehr als im Jahr zuvor. Angesichts des starken Anstiegs von Datenvolumina besteht aber kein Anlass zur Sorge“, führt Steinmaurer aus und ergänzt: „Aufgrund der sehr eingeschränkten Reisemöglichkeiten sanken im Berichtsjahr wiederum Verfahren zu Roaming und zwar um 200 Verfahren auf 113.“

Ping-Anrufe

Wenig Beschwerden gab es laut Regulator zu Diskontanbietern. Diese waren nur von 157 Verfahren (7,6%) betroffen. Ansonsten entfielen nach Angaben der RTR 368 Verfahren auf Drei, 584 auf Magenta und 908 auf A1. Regelrecht explodiert sind die Meldungen zum Rufnummern-Missbrauch, den sogenannten Ping-Anrufen: Über das von der Schlichtungsstelle ins Leben gerufene Portal „Meldestelle für Rufnummernmissbrauch“ wurden im Jahr 2020 28.379 Beschwerden zu Betrugsanrufen registriert, im Vergleich zu 2019 ist das ein Anstieg um 170%. 14.724 Beschwerden davon entfielen auf Ping-Anrufe, 2019 waren es vergleichsweise „nur“ 7.151.

Steinmaurer verspricht sich allerdings hier durch das neue Telekommunikationsgesetz eine deutliche Verbesserung für die Endkonsumenten. „Das neue Telekommunikationsgesetz wird ein guter Schutzschirm sein und einen rechtlichen Rahmen bieten, mit dem Betrugsanrufe bekämpft werden können. Mögliche Instrumente sind die Sperre von Rufnummern oder Inkassoverbote“, so der RTR-GF.

Nutzerschutz

Nach Ansicht von Steinmaurer zeigen schließlich die zahlreichen Anfragen, mit denen die Schlichtungsstelle tagtäglich konfrontiert ist, die bestehenden Informationsdefizite bei den Endkonsumenten auf. Da sich ab Mitte März 2020 gut funktionierende Telefonanschlüsse und Internetzugänge als ganz wesentliche Grundlage für die Bewältigung des beruflichen wie privaten Alltags für alle Bevölkerungsgruppen herauskristallisierten, wurden deswegen zahlreiche „Tipps für Internet und Telefon während der Coronakrise“ auf der Website veröffentlicht. Sobald neue Wellen von Betrugsanrufen erkennbar wurden, wurden die entsprechenden Rufnummernbereiche auf der Website veröffentlicht und die Öffentlichkeit aktiv informiert.

Der Jahresbericht der Schlichtungsstellen 2020 wurde auf der Website der RTR unter https://www.rtr.at/schlichtungsbericht_2020 veröffentlicht.

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