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Donnerstag, 25. April 2024
Erstmals wieder eine leichte Entspannung

HV-Konsumbarometer: „Stimmung so gut wie zuletzt vor 8 Monaten“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 19.05.2021 | |  Unter der Lupe
Handelsverband Konsumbarometer. Handelsverband Konsumbarometer. Wie das Konsumbarometer des Handelsverbandes zeigt, wird die langersehnte Erholung der Weltwirtschaft langsam auch in Österreich spürbar. Die Verbraucherstimmung sei so gut wie zuletzt vor acht Monaten, sagt der Verband.

Das Konsumbarometer des Handelsverbandes weist für die ersten vier Monate 2021 eine signifikant positive Entwicklung aus. Während der dritte und vierte Corona-Lockdown im ersten Quartal 2021 noch deutlich auf die Konsumstimmung gedrückt hatten, erreicht das HV Konsumbarometer im April 2021 mit 98,44 den höchsten Wert seit August 2020 (101,19). „Die Verbraucherstimmung ist damit so gut wie zuletzt vor acht Monaten“, sagt der Verband.

Hauptgründe für den Erholungskurs sind die optimistische Konjunkturerwartung (von 80,25 im Dezember auf 97,96 im April) und die gestiegene Ausgabenerwartung (von 90,34 auf 101,30). Gleichzeitig ist die Sparneigung der Österreicher zuletzt im Vergleich zum vierten Quartal 2020 (Rekordwert von 113 Punkten) deutlich zurückgegangen. Mit 104,63 liegt sie im April 2021 nur noch knapp über dem Referenzwert 100 von März 2019.

„Mit dem Ende des Lockdowns zeichnet sich jetzt erstmals wieder eine leichte Entspannung und ein ‚Klima der Zuversicht‘ ab. Wir wissen, dass der Weg zurück für viele Unternehmer steinig wird, doch zumindest die Richtung stimmt. Das Comeback der heimischen Wirtschaft hat begonnen, ohne Erleichterungen bei Zwangsgebühren, qualifizierten Beschäftigten und Maßnahmen zur Entschuldung wird es jedoch zu Verwerfungen kommen“, zeigt sich Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will mit Blick auf die Unternehmensbilanzen nach wie vor vorsichtig.

Einkommenserwartung bleibt auf Tiefstand

Sorgen bereitet dem Handelsverband insbesondere die weiterhin unterdurchschnittliche Einkommenserwartung. Mit einem Wert von 91,70 bleibt die Einschätzung der Konsumenten auch im ersten Quartal 2021 pessimistisch. „Konsum ist bekanntlich Psychologie und damit ein emotionales Thema“, sagt Will.

„Nur wenn der eigene Arbeitsplatz abgesichert ist, das Einkommen zumindest stabil bleibt und die Verbraucher wirtschaftlich langfristig planen können, setzen sie ihre Kaufkraft in unserer ökosozialen Marktwirtschaft wertschöpfend ein. Jetzt in der Krise geben 30% der Konsumenten deutlich weniger aus, jeder Achte beschränkt sich rein auf den Kauf lebensnotwendiger Güter. Daher muss die Bundesregierung bei ihrem Comeback-Plan gezielt konjunkturelle Anreize schaffen und alles daran setzen, möglichst viele Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern und neue Jobs zu schaffen. Es geht um die nachhaltige Stabilsierung von Unternehmen, die durch Corona einen Schuldenrucksack für Jahrzehnte aufgebaut haben und in Kürze noch die doppelten Gehälter schultern müssen“, erklärt Will.

Beschaffungskrise könnte Wirtschaftsaufschwung bremsen

Wenngleich sowohl die Unternehmen als auch die Endverbraucher die wirtschaftliche Lage zurzeit deutlich optimistischer einschätzen als noch zu Jahresbeginn, könnten die aktuelle Beschaffungskrise in der Industrie bzw. im Handel sowie damit einhergehende Preissteigerungen den weltweiten Wirtschaftsaufschwung gravierend einbremsen. Immerhin erwarten mehr als drei Viertel der heimischen Konsumenten eine deutliche Erhöhung des Preisniveaus in den kommenden drei Monaten.

„Mittlerweile kämpfen drei von vier Händlern mit Lieferverzögerungen. Auch die heimische Sachgütererzeugung und die Bauwirtschaft leiden unter massiven Rohstoffengpässen, steigenden Preisen bei Metall, Holz und Kunststoff, dem Containermangel in Fernost sowie Covid-bedingten Ausfällen bei internationalen Fabriken. Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Beschaffungskrise noch zumindest drei bis sechs Monate andauern wird. Diese Entwicklung ist eine Gefahr für die Konjunkturentwicklung und zeigt, wie wichtig es ist, regionale Wertschöpfung zu unterstützen und Fairness für Europa im globalen Wettbewerb zu schaffen“, erläutert Rainer Will.

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