Freitag, 24. September 2021
„Bewegtbildstudie 2021“ von RTR Medien und AGTT

Lineares Fernsehen in Österreich weiterhin auf Platz 1 bei der Bewegtbildnutzung

Multimedia | Wolfgang Schalko | 16.06.2021 | Downloads | |  
Heute wurde die „Bewegtbildstudie 2021” von RTR Medien und AGTT präsentiert. Heute wurde die „Bewegtbildstudie 2021” von RTR Medien und AGTT präsentiert. Durchschnittlich 4 Stunden und 41 Minuten pro Tag nutzt heuer die österreichische Bevölkerung im Alter ab 14 Jahren Bewegtbilder in Form von TV- und Video-Angeboten – gut eine halbe Stunde mehr als im Jahr 2020. Das lineare Fernsehen über Satellit, Antenne oder Kabel bleibt mit knapp 70% die mit Abstand meistgenutzte Quelle, auch die Mediatheken und Streamingangebote der TV-Sender erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das zeigt die aktuelle Bewegtbildstudie, die einmal jährlich Einblick in die Nutzungsgewohnheiten der Bevölkerung liefert. Die ORS wertet diese Ergebnisse sehr positiv und sieht sich damit in ihren Investitionen in neue TV-Technologien wie 5G Broadcasting bestätigt.

Die Bewegtbildstudie, die seit 2016 jährlich von RTR Medien und der Arbeitsgemeinschaft Teletest durchgeführt wird, unterstreicht auch heuer wieder die ungebrochen hohe Bedeutung des Fernsehens. 79,7% der Bewegtbildnutzung in Österreich entfallen auf klassische Fernsehinhalte – diese reichen von klassischem TV über Streaming- bis zu On Demand-Angeboten. Den größten Marktanteil mit 69,1% übernimmt in der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren dabei das lineare Fernsehen über Satellit, Antenne oder Kabel – was exakt demselben Anteil am täglichen Bewegtbild-Mix der Österreicher entspricht wie im Vorjahr.

Stetiger Anstieg an Bewegtbildnutzung

Die tägliche Nutzungsdauer von Bewegtbildern ist im Vergleich zum Vorjahr signifikant angestiegen: waren es 2020 noch 248 Minuten, sind es heuer 281 Minuten, die Herr und Frau Österreicher täglich an Bewegtbildern konsumieren. Das bedeutet einen Anstieg um 33 Minuten (Und das, nachdem schon im Vorjahr ein Zuwachs von 29 Minuten gegenüber 2019 zu verzeichnen war). Dabei ist das Wachstum relativ gleichmäßig über sämtliche Bewegtbildangebote – vom klassischen Fernsehen über die Sender-Mediatheken hin zu den alternativen Online-Services sowie der Videonutzung in sozialen Netzwerken – verteilt.

Von den 281 Minuten Nutzungszeit entfallen allein 194 Minuten auf die tägliche Nutzung von linearem Fernsehen über Satellit, Antenne oder Kabel. Auch die Mediatheken und Streamingangebote der TV-Sender werden zunehmend in Anspruch genommen. So wird beispielsweise die ORF TVthek von knapp einem Viertel der Befragten regelmäßig, zumindest an einem bis zu vier Tagen in der Woche, genutzt.

Die ORS wertet die Ergebnisse der jüngsten Erhebung als klare Bestätigung für das lineare Fernsehen und die damit verbundenen Technologien.

„Von den 33 Minuten Mehr-Nutzung für Bewegtbildangebote entfallen 27 Minuten auf TV-Inhalte in all ihren Verbreitungsformen und sechs Minuten auf Videonutzung bei alternativen Online-Plattformen wie Netflix oder YouTube sowie auf Social Media. Hier macht sich auch bemerkbar, dass TV-Informationsformate in Krisenzeiten traditionell stark gefragt sind. Relativ gesehen ist die Nutzungsdauer von einerseits TV-Inhalten und anderseits alternativen Videos im Jahr 2021 aber im selben Ausmaß gestiegen, nämlich um jeweils 13 Prozent“, so Oliver Stribl, Geschäftsführer des Fachbereichs Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien), der die „Bewegtbildstudie 2021“ mit Thomas Gruber, Obmann der Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT), heute online im Rahmen der Screenforce Days vorstellte.

Unterschiedliche Nutzungsdauer je nach Alter

Bei der Nutzung von Bewegtbildangeboten zeigen sich je nach Altersgruppe signifikante Unterschiede. In der Altersgruppe 50+ ist die Vorliebe für lineares Fernsehen ungebrochen hoch – sie nutzt lineare Inhalte deutlich häufiger und länger als die Jüngeren. Mehr als fünf Stunden verbringen sie täglich mit dem Konsum von Bewegtbildern, knapp über 4 Stunden entfallen davon auf lineares Fernsehen.

Der tägliche Bewegtbildkonsum des „Nachwuchses“ im Alter zwischen 14 und 29 Jahren ist um 10 Minuten auf 250 Minuten pro Tag gestiegen. Daran hat der klassische Fernsehempfang über Antenne, Kabel oder Satellit einen Anteil von 31,9%, inklusive TV-Aufzeichnungen, TV-Livestreams und Mediatheken-Abrufen kommen TV-Inhalte in der jungen Zielgruppe insgesamt auf einen Anteil von 48,3% und liegen damit praktisch gleichauf mit der Nutzung von Videos aus Online-Quellen (48%). Online ist bei den jungen Menschen Netflix mit 12,3% Anteil am täglichen Bewegtbildkonsum am beliebtesten, dicht gefolgt von YouTube mit 11,4%. Die TV-Mediatheken in Summe liegen mit 12,1% auf dem zweiten Platz des Online-Rankings in der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen. In Summe decken die jungen Menschen somit bereits 60,1% ihres täglichen Bewegtbildkonsums aus dem Internet.

Alternative Online-Angebote stagnieren

Videos aus Online-Quellen wie Netflix, Amazon Prime oder YouTube, aber auch via Social Media auf Facebook, WhatsApp und Co. tragen laut „Bewegtbildstudie 2021“ im Schnitt pro Tag mit 18,5% zum Bewegtbildkonsum der Gesamtbevölkerung im Alter ab 14 Jahren bei. Damit ist für dieses Segment erstmals seit 2016 im Mix der genutzten Bewegtbildangebote kein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Im Vorjahresvergleich 2019 auf 2020 war der Anteil der Online-Videos am Bewegtbildkonsum noch deutlich von 13,1 auf 18,7% gestiegen. Auch in der Bewegtbildnutzung der 14- bis 29-Jährigen ist der Konsum alternativer Online-Angebote im Verhältnis zu den Vorjahren nur geringfügig von 46,8 auf 48 % gestiegen.

Großer TV-Bildschirm ist bevorzugtes Endgerät

Der „Big Screen“ daheim ist für alle Bewegtbildarten, egal ob über Rundfunk oder Internet empfangen, das meistgenutzte Endgerät. So wird Live-TV zu 99% am Fernsehgerät genutzt, aufgezeichnetes TV zu 78%, On Demand TV (Mediatheken) zu 54% und sogar livestream TV zu 46%. Die Auswahl der Endgeräte zur Nutzung von Videos aus alternativen Quellen ist zwar stärker diversifiziert, dennoch hat das TV-Gerät auch hier mit einem Anteil von 34% deutlich die Nase vorn. Dieses Ergebnis ist wesentlich auf die ständige Weiterentwicklung von Smart-TVs, aber auch smarte Peripherie-Geräte wie Settop-Boxen oder Spielekonsolen zurückzuführen, die Rundfunk- und App-basierte Internet-Dienste komfortabel auf das TV-Gerät bringen.

Fernsehen bleibt weiterhin wettbewerbsfähig

Trotz aller Veränderungen des Bewegtbildkonsums und des weltweiten Streaming-Booms ist das klassische Fernsehen in Österreich die am meisten genutzte Form der Bewegtbildangebote und kann auch weiterhin seine herausragende Marktstellung behaupten. Die Befürchtung, dass die Marktanteile von TV unter dem Wachstum der Online-Bewegtbildangebote leiden werden, ist daher nicht bzw. bei der jungen Altersgruppe nur in verhältnismäßig geringem Ausmaß eingetreten.

„Auch wenn die Nutzungszahlen insbesondere bei den jüngeren Konsumenten einen rückläufigen Trend zeigen, bewegt sich das klassische Fernsehen trotz aller Unkenrufe auf einem anhaltend hohen Niveau“, zeigt sich Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS, zufrieden. „Die ORS schafft mit einer modernen Sendeinfrastruktur (über 400 Sendeanlagen österreichweit) und maßgeschneiderten Dienstleistungen für Fernseh- und Radioprogrammanbieter eine wichtige technische Grundlage für die anhaltend hohen TV-Reichweiten. Daher investieren wir auch in neue Technologien wie etwa 5G Broadcasting. Die ORS leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Fernsehsektors im globalen Wettbewerb.“

Downloads
Bewegtbildstudie 2021
Diesen Beitrag teilen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

85 + = 88

An einen Freund senden