Samstag, 23. Oktober 2021
9 von 10 Online-Shops in DACH betroffen

Nicht nur Online-Shopping, auch Online-Betrug boomt

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 05.07.2021 | |  
Der Betrug im Internet wird mehr. Eine Crifbürgel-Befragung unter Onlinehändlern zeigt, dass immer öfter Namens- oder Adressdaten verfälscht angegeben werden, dass sich Kunden als komplett andere reale Personen ausgegeben oder, dass Kunden die Zustellung der Ware bestreiten. (Grafik: Crifbürgel) Der Betrug im Internet wird mehr. Eine Crifbürgel-Befragung unter Onlinehändlern zeigt, dass immer öfter Namens- oder Adressdaten verfälscht angegeben werden, dass sich Kunden als komplett andere reale Personen ausgegeben oder, dass Kunden die Zustellung der Ware bestreiten. (Grafik: Crifbürgel) Eine Befragung von Crifbürgel unter Online-Händlern im DACH-Raum zum Thema „Betrug im E-Commerce" zeigt: Nicht nur einkaufen, sondern auch betrügen im Internet boomt. 9 von 10 Online-Shops im DACH-Raum seien von Betrug betroffen. 61,5% der deutschen E-Commerce Unternehmen führen Anstieg des Betrugs auf die Corona-Pandemie zurück.

In der Pandemie schoss Onlineshopping durch die Decke. 65% der von Crifbürgel befragten Online Shops in Deutschland geben an, seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Umsatz gemacht zu haben. „Doch mit dem Siegeszug des E-Commerce steigt für die Händler auch das Risiko, Opfer von professionellem Betrug zu werden“, warnt Crifbürgel und bezieht sich dabei auf die Ergebnisse einer Befragung unter Online-Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Demnach waren 91% der Händler im vergangenen Jahr mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. In der jährlich durchgeführten Studie ‚Betrug im E-Commerce‘ zeige sich ein kontinuierlicher Anstieg des Betrugs und mit über 90% ein neuer Rekordwert im DACH-Raum, wie Crifbürgel berichtet- Im Vergleich zum Vorjahr sei für 41% der befragten Unternehmen die Betrugsgefahr gestiegen, für 49% sei die Entwicklung des Betruges gleichgeblieben.

In Deutschland gaben sogar 65% der befragten E-Commerce Unternehmen an, dass der Betrug stark oder sehr stark angestiegen ist. Über 61,5% der Shops in Deutschland führen diesen Anstieg auf die Corona-Pandemie zurück.

„Mit den steigenden Umsätzen wächst aber auch das Risiko für Betrug, wie die neue Fraud-Studie von Crifbürgel eindringlich belegt. Unsere Händler haben längst gelernt, ihre stationären Geschäfte sicher zu machen. Nun gilt es, auch die digitale Filiale – den Webshop – bestmöglich abzusichern. Zumindest ein Viertel der Onlinehändler hat im Bereich der Sicherheit noch Aufholbedarf“, bestätigt Rainer Will, Geschäftsführer Handelsverband AT und Board of Directors EMOTA – European eCommerce Association.

„Mit der steigenden Zahl an Online-Shoppern geht auch eine Zunahme an professionellen und organisierten Betrugsversuchen einher. Diese sind meist schwer zu durchschauen und die Auswirkungen für die Händler reichen von finanziellen Einbußen über hohe juristische Kosten bis hin zu Reputationsschäden“, ergänzt Crifbürgel Geschäftsführer Dr. Frank Schlein.

Identitätsmissbrauch als häufigste Betrugsform

Die Studie zeigt: Die Methoden der Betrüger reichen von simple bis hochprofessionell – allen voran sei der Identitätsmissbrauch die häufigste Betrugsform: 76% der befragten Online-Händler im DACH-Raum waren laut Umfrage davon betroffen, dass Namens- oder Adressdaten verfälscht angegeben wurden. 75% haben die Erfahrung gemacht, dass sich ein Kunde als eine komplett andere reale Person ausgegeben hatte. Auch die Zahlungsunfähigkeit und -unwilligkeit der Kunden – nämlich das Bestellen einer Ware mit dem Wissen, die Rechnung nicht bezahlen zu können bzw. zu wollen – stellte für 71% ein Problem dar. Bei 52% der Shops kam es vor, dass der Kunde die Zustellung der Ware bestritten hatte und bei 50% wurde eine gänzlich erfundene Identität angegeben, um Waren zu bestellen.

Betrugsschaden

Was den Schaden in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres angeht, zeigt die Studie: 63% der Online-Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Gesamtverlust von bis zu 10.000 Euro eingebüßt. Bei knapp jedem zehnten Shop lag der Gesamtausfall hingegen bei über 100.000 Euro.

Betrugsvermeidung als Conversion-Killer

Um sich gegen Internet-Kriminalität und Betrug zu schützen, führen 80% der befragten Online-Händler im DACH-Raum Maßnahmen zur Betrugserkennung durch. 70% setzen dabei auf eine Kombination aus Betrugsvermeidungs-Tool und manueller Prüfung verdächtiger Bestellungen. Gleichzeitig stellt aber der manuelle Prüfungsaufwand für 47% der Befragten eine große Herausforderung dar. Für mehr als die Hälfte der Online-Händler (52%) ist zudem die größte Schwierigkeit, die richtige Methode in der Betrugsvermeidung zu finden, die die Conversion nicht gefährdet.

„In einem so wachsenden und wettbewerbsintensiven Markt wie dem Online-Handel geht es vorrangig um Maximierung der Conversion. Alles, was die Kunden in ihrer Shoppinglaune stören könnte, stellt dabei eine Gefahr für einen Kaufabbruch dar. Besonders in der Betrugsvermeidung muss man als Shop daher das richtige Maß an Risikovermeidung und einer userfreundlichen Customer Journey finden. Denn zu viel Schutz vor Betrug lässt den Umsatz sinken – wie die geschlossene Ladentür im stationären Handel. Crifbürgel versteht sich als Lösungsanbieter und hilft der E-Commerce Branche im DACH-Raum und darüber hinaus dabei, Kunden zu identifizieren und Betrugsversuche zu vermeiden. Mit einer intelligenten Entscheidungslogik können verschiedene Risk- & Fraud-Tools auf Basis eines Regelwerks eingesetzt werden. Beispielsweise überprüfen wir die Bestellungen automatisiert auf Betrugsmuster anhand definierter Fraud Features, wie etwa dem verwendeten Endgerät“, erklärt Dr. Schlein.

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