Mittwoch, 29. September 2021
Konjunkturbeobachtung Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker

Optimismus im Gewerbe

E-Technik | Dominik Schebach | 08.07.2021 | |  
Mehr Aufträge und bessere Geschäftsaussichten: Wie die KMU Forschung Austria berichtet, schätzen die Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker im Q2/2021 die Aussichten wieder positiver ein. Mehr Aufträge und bessere Geschäftsaussichten: Wie die KMU Forschung Austria berichtet, schätzen die Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker im Q2/2021 die Aussichten wieder positiver ein. (© Elektro Mitterhuemer) Die Erholung der Wirtschaft festigt sich laut Angaben der KMU Forschung Austria auch bei den Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechnikern. Wie aus dem Konjunkturbericht für das Q2/2021 hervorgeht, beurteilten 40% der befragten Betriebe die Geschäftslage mit gut, 24% sahen die Geschäftslage als saisonüblich an und 36% bewerteten die Lage als schlecht.

Per Saldo (Anteil der Betriebe mit guten abzüglich schlechten Beurteilungen) überwiegen die Betriebe mit guter Geschäftslage um 4 %-Punkte. Im Vergleich zum Vorquartal ist das Stimmungsbarometer von -1% um 5 Prozentpunkte gestiegen. Vor allem Vergleich zum Vorjahr, der ersten Welle der Corona-Krise, stellt sich die Situation der Betriebe deutlich besser da. denn im Q2/2020 bewerteten nur 13% der Betriebe die Lage mit gut aber 61% mit schlecht.

Im Branchendurchschnitt hat der Auftragsbestand im Q2/2021 eine Vollauslastung für 17,8 Wochen gesichert. Im Vergleich zum Q2 des Vorjahres ist der Auftragsstand 41,1% gestiegen. Laut KMU Forschung Austria entfielen dabei 62% des Gesamtauftragsbestandes auf private/gewerbliche Auftragsgeber, 22% auf öffentliche Bauprojekte, die über Generalunternehmer bzw Bauträger abgewickelt werden und 16% auf Direktvergaben durch Bund, Länder und Gemeinden.

30 % der Betriebe meldeten im 2. Quartal 2021 eine Auslastung von 1 bis 4 Wochen. Bei 20 % lag der Auftragsbestand bei 5 bis 9 Wochen. 27 % verfügten über eine Auslastung von 10 bis 19 Wochen und 18 % über eine Auslastung von 20 und mehr Wochen. 5 % der Betriebe hatten keinen Auftragsbestand. Gleichzeitig können nur 41% der Betriebe nach eigenen Angaben sofort zusätzliche Aufträge ausführen (gegenüber 43% im Q1/2021 und 56% im Vorjahr). Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wie Christina Enichlmair von der KMU Forschung Austria ausführte: Vor allem im Bereich der Elektrotechnik zeige sich eine Erholung nach der Corona-Pandemie, was sich in einer erhöhten Nachfrage und mehr Aufträgen in den Büchern widerspiegle.

Zudem muss laut Enichlmair bei Betrachtung der Branche berücksichtigt werden, dass sie derzeit „zweigeteilt“ ist: Die Elektrotechniker sowie die Hersteller von Alarm- und Sicherheitseinrichtungen können von der guten Auftragslage profitieren, während die Beleuchter und Beschaller, also Elektrotechniker, die im Veranstaltungsbereich tätig sind, bis dato keine gute Geschäftslage aufwiesen. Dementsprechend melden 40% der befragten Betriebe eine gute Geschäftslage, 24%  eine saisonübliche und 36% eine schlechte Geschäftslage.

Erwartungen Q3/2021

Für das Q3/2021 gehen die befragten Unternehmen davon aus, dass sich der Trend fortsetzt. So rechnen 30% der Betriebe mit einer Steigerung der Auftragseingänge gegenüber dem Q3/2020 (im Vorjahr lag der Wert bei 18%). 52% der Betriebe erwarten keine Veränderung (38%) und 18% einen Rückgang (im Vorjahr 44%). Per Saldo (Anteil der Betriebe mit positiven abzüglich negativen Erwartungen) überwiegen die optimistischen Einschätzungen um 12 %-Punkte. Der positive Saldo liegt erheblich über dem Niveau des Vorjahres (-26 %-Punkte). Es gibt hier allerdings eine Zweiteilung im Gewerbe, wie Enichlmair  ausführte. So sei bei größeren Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern der Anteil der Unternehmen, die eine Steigerung erwarten, größer als bei kleineren Unternehmen.

Zudem planen 29% der Unternehmen ihren Beschäftigungsstand zu erhöhen (im Vorjahr 19%), 65% der Betriebe wollen ihren Personalstand konstant halten (75%). Im Durchschnitt ergibt sich daraus eine geplanteErhöhung des Beschäftigtenstandes um 3,8 %. Der Personalbedarf liegt damit über dem Niveau des Vergleichsquartals des Vorjahres (+2,0 %).

Für die Untersuchung befragte die KMU Forschung Austria 97 Betriebe mit insgesamt 2565 Beschäftigten.

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