Mittwoch, 4. August 2021
Hintergrund-Kommentar E&W 7-8/2020

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Hintergrund | Wolfgang Schalko | 11.07.2021 | Bilder | | 1  

Wolfgang Schalko
Es wird also wieder nix mit dem allseits so sehnlich herbeigewünschten Branchentreff im Herbst. Die Elektrofachhandelstage wurden auch heuer abgesagt – das Maß an Unsicherheit und die Zahl der möglichen Eventualitäten schien bei den Stakeholdern am Ende offenbar doch schwerer zu wiegen als der erzielbare Nutzen. Ich denke, man sollte jetzt weder die Köpfe hängen lassen noch in passiver Haltung den Herbst des nächsten Jahres ins Land ziehen lassen, um dann so weiterzumachen als wäre nichts gewesen.

Zugegeben, mit der Absage der diesjährigen Veranstaltung „droht” der Branche statt einer zentralen Messe in Linz ein bunter Wildwuchs an Hausmessen, Roadshows und regionalen Events. Den erhofften persönlichen Kontakt wird‘s somit in irgendeiner Form wieder geben, allerdings verbunden mit einem gewissen Mehr-Aufwand auf beiden Seiten. Parallel dazu halte ich es aber für unerlässlich, sich eindringlich mit der Zukunft der Branchenmesse auseinanderzusetzen, denn das aktuelle Format der Elektrofachhandelstage mag sich zwar als vieles erwiesen haben – krisenresistent war und ist es leider nicht.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Weg bis zu den Elektrofachhandelstagen kein leichter war und viele in Branche daher nichts über den erzielten und weitestgehend akzeptierten Kompromiss kommen lassen wollen. Dennoch muss es zumindest zulässig sein, gedanklich an einer etablierten Veranstaltung zu rütteln – schließlich muss die Änderung von etwas Gutem ja nicht zum Schlechteren sein, sondern kann auch etwas Besseres hervorrufen. Dahingehend sollte man das aktuelle Messevakuum zum Anlass nehmen, mögliche Optionen für die Zukunft durchzuspielen. Aufwändige wie einfache, reale wie digitale, billige wie teure. Und das Ganze abseits der bekannten „Silos”. Eine nicht ganz neue, aber zumindest frisch aufgewärmte und definitiv diskussionswürdige Idee ist in diesem Zusammenhang die Zusammenlegung der Handels-Messe mit der Installations-Messe, den Power-Days. Diese findet turnusmäßig zwar erst wieder 2023 statt, aber steht in einer außertourlichen Hybrid-Variante (Power-Circle) auch Mitte April 2022 am Programm. Überlegungen des Elektrohandels, hier anzudocken, sind quasi „aufgelegt” und werden gerade ausgelotet. Man darf auf Konkreteres gespannt sein.

Dass in der Zusammenführung der gesamten Elektrobranche verbunden in einem hybriden Veranstaltungskonzept die Zukunft liegt, steht für mich außer Frage. Wer meint, ein solcher Termin im April 2022 sei gewagt, dem sei das neue Hybridkonzept der WEBUILD Energiesparmesse ans Herz gelegt: Die Messe Wels hat das heurige Event knochentrocken gecancelt und will mit einem umfassenden Real-Digital -Ansatz im März 2022 zurück auf die Messebühne. Ja, die WEBUILD mag bei Besuchern, Fläche und Rahmenprogramm um ein x-faches größer dimensioniert sein als die Elektrofachhandelstage als kleine Fachmesse. Blickt man jedoch auf den jeweiligen Veranstalter, relativiert sich das Ganze plötzlich ein wenig. Und wie wir alle mittlerweile gelernt haben, kommt es im digitalen Zeitalter ja gar nicht auf die Größe an…

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