Donnerstag, 21. Oktober 2021
Hot!„Vom Gesellschafter zum Filialleiter“

Media-Saturn Deutschland: Markt-Chefs sollen Anteile verkaufen

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 13.07.2021 | | 13  
Bald schon könnten die bisherigen Geschäftsführer der einzelnen MediaMarkt- und Saturn-Märkte in Deutschland zu Filialleitern werden. (Bild: Mediamarktsaturn) Bald schon könnten die bisherigen Geschäftsführer der einzelnen MediaMarkt- und Saturn-Märkte in Deutschland zu Filialleitern werden. (Bild: Mediamarktsaturn) Wie deutsche Medien berichten, steht Media-Saturn vor einem grundlegenden Wandel. Der Elektro-Riese möchte den „Geschäftsführern“ der einzelnen Märkte in Deutschland scheinbar ihre Anteile abkaufen.

Wie deutsche Medien berichten, und sich dabei auf einen Artikel in der Lebensmittelzeitung beziehen, möchte Media-Saturn den Geschäftsführern der einzelnen Media- und Saturn-Märkte ihre Beteiligungen abkaufen. Die einzelnen Markt-Geschäftsführer würden somit vom Gesellschafter zum Filialleiter mit Erfolgsprämie. Ziel sei es, „Marktabläufe und Sortimente zu vereinheitlichen“.

„Erfolgsgeheimnis“

Das Modell, bei dem die jeweiligen Marktleiter einen Anteil von bis zu 10% an ihren Filialen besitzen, galt bisher immer als das „Erfolgsgeheimnis“ bei Media-Saturn, und sei ua verantwortlich für den „rasanten Aufstieg von MediaMarkt und Saturn in den 80iger und 90iger Jahren“, wie es heißt. Verständlich, denn waren (bzw sind noch) die einzelnen Marktleiter weitgehend frei in ihren Entscheidungen und am Unternehmenserfolg stark interessiert.

Doch gerade dieses Erfolgskonzept habe sich in den letzten Jahren als Bremse herauskristallisiert. „Die Marktleiter wollten von einem zentralen Online-Verkauf wenig wissen. Sie sahen darin eine Konkurrenz. Laut Beobachtern haben Media Markt und Saturn dadurch den Online-Boom lange Zeit verpasst und sind dadurch in große Schwierigkeiten geraten“, schreibt ua BR24.

Angebot schon bald

Nun soll den rund 400 einzelnen Marktgeschäftsführern in Deutschland ein Angebot für den Kauf ihrer Anteile unterbreitet werden. Der Zeitpunkt scheine günstig. „Die Filialen mussten wegen Corona lange schließen. Umsätze gab es nur übers Internet.“ Dennoch stellt sich die Frage, ob die Marktleiter da mitspielen wollen, und ob dieses Vorhaben auf lange Sicht so gescheit ist, denn man hat natürlich eine andere Motivation „sein“ Geschäft, an dem man beteiligt ist, nach vorne zu bringen …

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Kommentare (13)

  1. Schade dieser Trend, in Österreich haben schon einige GFs gewechselt. Die Nachfolger haben dann Kompetenzen wie Filialleiter im Lebensmittelhandel. Gute Nacht!

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  2. Das ist wirklich sehr schade, wie es immer wieder die Top Manager schaffen ein Top
    Unternehmen an die Wand zu fahren und sich selbst die Taschen zu füllen. Und in 2 Jahren
    wenn der Laden im Eimer ist, kommt ein Online Händler aus China und kauft das für kleines Geld. Und die Top Manager bekommen wieder Kohle in die Taschen.

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  3. da sitzen halt in den Zentralen ganz oben die wirklich Ahnungslosen. die steuern das Schiff gegen das Riff! die Frage ist, wo haben die das viele Geld her? vom Steuerzahler in der Pandemie und den Zuschüssen???

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  4. Ich hoffe, die Geschäftsführer wehren sich. Lokales Kaufen ist ein Trend, der gerade erst beginnt! Die Media Markt Führung ist seit einigen Jahren unfähig. Zentraleinkauf zerstört solche Geschäfte! Es gibt genügend Beispiele!

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  5. Das wirkt sich sicher ganz fein auf die Jahresbilanz aus wenn 400 Markt-Geschäftsführern ihre Anteile in Höhe von bis zu 10% abgegolten werden. Und dann kommt noch der Sommer Black Friday dazu und der November Black Friday und sonstige „Feiertage“ und dann plärren sie wieder weil nix übrig bleibt unterm Strich

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  6. Die Media Zentrale bemüht sich redlich ihre Märkte abzuschießen. Den Marktgeschäftsführern, von denen viele die regionalen Gegebenheiten sicher besser kennen als das Headquarter, soll die Möglichkeit genommen werden, auf lokale Trends und Anforderungen zu reagieren. Die Zentrale Österreich kauft allerdings so „schlau“ ein, dass sich aktuell ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag an Überlager angehäuft hat, weshalb Märkte oft für ihren lokalen Bedarf nicht einkaufen dürfen. Die Fussball EM war das beste Beispiel – kleine Fernseher, die z.B. Camper oder Leute fürs Matchschauen im Garten suchten, durften teilweise nicht geordert werden, weil die Zentrale tausende große TVs eingelagert hat. Irgendwie hatten wir in Österreich doch genau das gleiche „erfolgreiche“ Spiel schon mal bei einer Kette namens Cosmos, die auch der Meinung war, dass Zentralisierung der einzige Heilsbringer ist.

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        1. Na ja, viel besser vom Sortiment ist es da auch nicht. Hat man jetzt recht gut bei den Flyern zur EM gesehen. Ein paar Marken die man als würdig empfindet. Wenn man etwas außergewöhnlicheres sucht dann ist es oft wie bei MM. Erlebe ich selber immer wieder und das ist einer der Gründe weshalb ich in Spezialgeschäften oder bei Amazon kaufe.

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          1. Leider richtig. Den Mut, den manche MM Filialen hatten, hat man ihnen mit Zentraleinkauf zum Großteil genommen. Die Kooperationen schlafen nach wie vor…

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