Donnerstag, 2. Dezember 2021
„Solange es virologisch vertretbar ist“

HV fordert Masken-Pflicht-Aus auch für Handelsangestellte

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 14.07.2021 | |  
Der Handelsverband fordert das Aus der Maskenpflicht ab 22. Juli auch für Handelsangestellte. Darüber hinaus bleibt der Verband bei seinem Vorschlag, allen Österreichern, die sich gegen Corona impfen lassen, einen 50 Euro Gutschein als Anreiz auszugeben. (Bild: Thommy Weiss/ pixelio.de) Der Handelsverband fordert das Aus der Maskenpflicht ab 22. Juli auch für Handelsangestellte. Darüber hinaus bleibt der Verband bei seinem Vorschlag, allen Österreichern, die sich gegen Corona impfen lassen, einen 50 Euro Gutschein als Anreiz auszugeben. (Bild: Thommy Weiss/ pixelio.de) Es ist geplant, am 22. Juli die Maskenpflicht für Kunden im heimischen Non-Food-Handel fallen zu lassen. Der Handelsverband denkt in diesem Zusammenhang allerdings nicht nur an die Kunden, sondern auch an die hunderttausenden Mitarbeiter im heimischen Handel, für die nun ebenfalls ein Ende der Maskenpflicht gefordert wird – sofern sie einen entsprechenden 3-G-Nachweis erbringen.

Am 22. Juli soll die Maskenpflicht für Kunden im heimischen Non-Food-Handel fallen. Das Aus für die Maskenpflicht in den Geschäften sei in dieser Phase und angesichts einer weiterhin niedrigen Inzidenz von 12,2 „die logische Konsequenz“, wie der Handelsverband sagt und nochmals betont: „Zudem ist der Handel, wie zahlreiche Studien belegen, kein Corona-Hotspot.

Nun brauche es allerdings auch eine Entlastung der mehr als 600.000 Mitarbeiter im österreichischen Handel, sofern diese die 3-G-Regel erfüllen. „Zurzeit müssen sie bei hochsommerlichen Temperaturen den ganzen Tag mit MNS oder FFP2-Maske körperlich arbeiten. Immer mehr Beschäftigte kommen an ihre Belastungsgrenze, viele klagen über Atemprobleme und Erschöpfungserscheinungen“, berichtet der Handelsverband, der daher ebenso wie die Gewerkschaft das Aus der Maskenpflicht für alle Handelsmitarbeiter empfiehlt, die einen entsprechenden 3-G-Nachweis (getestet; geimpft; genesen) erbringen. Dieser Schritt sollte ab spätestens 22. Juli erfolgen und solange dies virologisch vertretbar ist beibehalten werden. „Laut dem Gesundheitsministerium stehen die diesbezüglichen Regelungen noch in Ausarbeitung und werden voraussichtlich im Zuge einer Novelle zur 2. COVID-19-Öffnungsverordnung kundgemacht. Hier braucht es für die Betreibe rasch Klarheit“, fordert Handelsverband GF Rainer Will und er ergänzt: „Hunderttausende Mitarbeiter in den Geschäften des täglichen Bedarfs haben in den vergangenen 16 Monaten während der Pandemie hart gearbeitet und so die Versorgung der österreichischen Bevölkerung sichergestellt. Jetzt haben sie sich eine Entlastung verdient. Alle Beschäftigten im Handel, die genesen, geimpft oder negativ getestet wurden, sollten daher spätestens ab 22. Juli ebenfalls von der Maskenpflicht befreit sein.“

Mehr Krisenfestigkeit gefragt

Wie Will sagt, müssen wir den Sommer nutzen, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen. „Bisher erhielten 64% der impfbaren Bevölkerung mindestens eine Corona-Schutzimpfung, nur 47% haben bereits einen vollständigen Impfschutz. Wir fordern daher weiterhin gezielte Positiv-Anreize, um eine größtmögliche Resilienz aufzubauen und eine vierte Corona-Welle bestmöglich zu vermeiden.“

50 Euro „Impf-Gutschein“ weiterhin gefordert

Will sagt sehr deutlich: „Mit den bisher bekannten Maßnahmen werden wir eine weitere Infektionswelle im Herbst nicht verhindern können. Das Einzige, das uns krisenfest machen kann, ist die Impfung. Daher empfehlen wir die einmalige Ausgabe von 50-Euro-Gutscheinen an alle Österreicher (elektro.at berichtete), die sich gegen Corona impfen lassen. All jene, die einen derart wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung leisten, sollen entsprechend belohnt werden.“

Der Vorschlag des Handelsverbandes sieht die einmalige Ausgabe von 50-Euro-Gutscheinen an alle Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich vor, die sich erstmalig gegen Corona impfen lassen. Dabei sollen nicht nur künftige Erstimpfungen belohnt werden, sondern nachträglich auch jene, die bereits geimpft wurden. „Sollte sich tatsächlich die gesamte impfbare Bevölkerung Österreichs (ab 12 Jahre) – insgesamt 7,9 Mio. Personen – impfen lassen, liegen die Gesamtkosten für die Gutscheine bei 395 Millionen Euro. Wichtig ist, dass hierbei niemand diskriminiert wird, etwa impfwillige Personen, bei denen eine Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist. Die Rechnung ist einfach: Jede Lockdown-Woche kostet den Staatshaushalt rund 2,5 Milliarden Euro. Die Gutschein-Initiative des Handelsverbands benötigt lediglich ein Sechstel davon, maximal 395 Millionen Euro. Alle würden davon profitieren, die Bevölkerung, die Wirtschaft und unser Gesundheitssystem. Viele österreichische Händler haben sich bereit erklärt, die Initiative werblich zu unterstützen“, so Rainer Will abschließend.

 

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