Sonntag, 28. November 2021
Waschmaschinen, Computer und Bohrmaschinen besonders beliebt

Illegale Altstoffsammler verursachen massive Verluste für Österreich

Hintergrund | Dominik Schebach | 09.08.2021 | | 2  
Derzeit sind in Ostösterreich wieder vermehrt illegale Altstoffsammler aus dem Ausland unterwegs. Derzeit sind in Ostösterreich wieder vermehrt illegale Altstoffsammler aus dem Ausland unterwegs. In Niederösterreich sind derzeit wieder verstärkt ausländische Sammler unterwegs. Besonders beliebt sind Waschmaschinen, Computer und Bohrmaschinen. Das Problem für die heimischen Verwertungsbetrieben und den EFH: Die damit ins Ausland abfließenden Wertstoffe fehlen im Inland.

Derzeit sind die Aktivitäten wieder so stark, dass sich in Niederösterreich LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Anton Kasser, Präsident des Vereins „die NÖ Umweltverbände“, an die Öffentlichkeit wenden. So berichten die NÖ Umweltverbände, dass in einzelnen Bezirken derzeit mithilfe von Flugzetteln oder „Kaufverträgen“ die Bevölkerung dazu aufgefordert wird, alte Gegenstände zur Abholung bereitzustellen. Laut Pernkopf geht man davon aus, dass durch die illegale Müllsammlung bis zu 160.000 Tonne an Wertstoffen – vor allem Altmetall – den österreichischen Entsorgungsbetrieben entgehen. Daraus ergebe sich ein Schaden von mehr als 10 Mio. Euro für die heimischen Entsorger.

„Mit 40% sind die Elektro- und Elektronikaltgeräte die größte Einzel-Produktgruppe, welche die illegalen Sammler entwenden. In Elektroaltgeräten sind zahlreiche Stoffe und Materialien enthalten, die bei einer richtigen Entsorgung recycelt und damit wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgebracht werden können. Deshalb ist es gerade bei diesen Geräten besonders wichtig, diese ordnungsgemäß in den 430 niederösterreichischen Sammelzentren zu entsorgen“, erklärt dazu Kasser. „Es ist Ziel der Umweltverbände, den Umweltgedanken in den Vordergrund zu rücken, denn die fachgerechte Entsorgung und Aufbereitung sind Teile einer bewährten und qualitätsvollen umweltgerechten Lösung mit regionaler Wertschöpfung.“

Lücke in der Statistik

Diese illegale Sammeltätigkeit betrifft indirekt auch den EFH. Denn die abfließenden Mengen an E-Schrott fehlen Österreich in der Statistik. Denn die Sammelziele für Elektroaltgeräte werden nach der verkaufte Anzahl der Geräte berechnet, dazu haben sich die EU-Staaten verpflichtet. Wenn nun viele Altgeräte ins Ausland abfließen, dann hat das Folgen auch für die Branche. Denn bisher konnte der österreichische EFH mit Hinweis auf die hohe Sammelquote hier zu Lande eine generelle Rücknahmeverpflichtung, wie sie in anderen EU-Ländern besteht, vermeiden. Es ist daher im Interesse des heimischen EFHs, dass Elektroaltgeräte den betreffenden Entsorgungsbetrieben zugeführt werden.

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Kommentare (2)

  1. Bei 10 Mio. Schaden müssen die Ungarn aber gut da stehen, schauen mir aber nicht so aus. Ich würde gerne einmal einen Beitrag sehen wollen wo so ein Verwertungsbetrieb gezeigt wird oder zumindest wissen wollen wo genau so ein Betrieb sitzt.

    2
  2. Auch in Linz flattern wieder die Zettel im Drittel-A4-Format vor den Haustüren, dass „eine ungarische Familie“ alles mögliche sammelt…
    Meist bleibt dann der Hauseigentümer auf dem abgestellten Abfällen sitzen und darf dies kostenpflichtig entsorgen, falls doch was mitgenommen wird, findet man dann Schlachtreste im Wald. Gut für die Umwelt!

    Fakt ist: Die Abfallsammlungen benötigen eine Sammelgenehmigung, die aber die Landeshauptleute nicht ausstellen. Somit ist das Übergeben illegal und strafbar! Der Strafrahmen überfordert dann die Portokasse der vermeintlich sozial eingestellten „Wohltäter“.

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