Mittwoch, 20. Oktober 2021
Editor's Choice„Local Hero”-Ansatz als Erfolgsfaktor

ElectronicPartner zieht erfolgreiche Halbjahresbilanz

Hintergrund | Wolfgang Schalko | 16.08.2021 | |  
Friedrich Sobol, Vorstand ElectronicPartner, zieht eine erfolgreiche Halbjahresbilanz und erläutert, warum dieser Erfolg nicht von ungefähr kommt. Friedrich Sobol, Vorstand ElectronicPartner, zieht eine erfolgreiche Halbjahresbilanz und erläutert, warum dieser Erfolg nicht von ungefähr kommt. Im Sommer geht es naturgemäß darum, Kräfte zu sammeln und Vorbereitungen für das Herbst-/Weihnachtsgeschäft zu treffen. Rund um die Jahresmitte ist aber die passende Zeit für einen kurzen Blick zurück: Im Gespräch mit elektro.at erläutern Vorstand Friedrich Sobol und Österreich-Geschäftsführer Michael Hofer, wie das erste Halbjahr für ElectronicPartner gelaufen ist.

Die Verbundgruppe ElectronicPartner konnte das Geschäftsjahr 2020 gut meistern, wie die Zahlen, die man im heurigen Frühjahr präsentierte, belegen: Zu Buche stehen einen Umsatzplus von 8,1 Prozent (bei einem Zentralumsatz von 1,5 Milliarden Euro), auch das internationale Geschäft verlief mit einem Plus von 12% (auf über 409 Millionen Euro) sehr zufriedenstellend. Herausragend war einmal mehr die Performance der EP:Markenhändler, die mit ihren 299 Outlets deutschlandweit im Jahr 2020 ein Umsatzplus von 19,3 Prozent verzeichneten – und damit das deutlichste seit Beginn der Qualitätsoffensive (und sich auch zum sechsten Mal in Folge besser als der Kanal Fachhandel – +4,4 Prozent – entwickelten).

Von den großen Herausforderungen des Vorjahres sind zwei immer noch so aktuell wie eh und je: Die Corona-Pandemie mitsamt all ihren Begleiterscheinungen sowie die eingeschränkte Warenverfügbarkeit.

Friedrich Sobol, Vorstand ElectronicPartner, kann im Gespräch mit elektro.at dennoch eine positive Halbjahresbilanz ziehen:

ElectronicPartner hat sich im ersten Jahr der Covid-Pandemie sehr gut geschlagen. Wie sieht die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2021 aus?
Friedrich Sobol: Die Geschäfte laufen gut, sowohl in unseren Landesgesellschaften als auch bei uns in Deutschland, wo wir eine deutliche Umsatzsteigerung zum Vorjahr erreichen konnten. Unsere Mitarbeiter machen überall einen wirklich tollen Job, um die Mitglieder bestmöglich und erfolgreich durch diese unberechenbare Zeit zu bringen.

Die Performance der EP:Markenhändler liegt seit Jahren über jener des Kanals Fachhandel und war 2020 besonders herausragend. Hat sich dieser Trend fortgesetzt?
Sobol: Ja das hat er! Erfreulicherweise können die EP:Markenhändler in Deutschland ihr wirklich sehr gutes Ergebnis aus 2020 nicht nur halten, sondern in der ersten Jahreshälfte sogar nochmals im Vergleich zum Vorjahr mit einem zwanzigprozentigen Wachstum steigern. Neben den Handelsumsätzen ist es ihnen auch gelungen, die Serviceumsätze weiter auszubauen. Hier zahlt sich die langjährige Positionierung als „Local Hero“ genauso aus, wie die konsequente Verknüpfung der analogen mit der digitalen Welt. Der EP:Markenhändler ist genau dort, wo ihn der Endkunde sucht und (über)erfüllt seine Versprechen in Bezug auf Service, Erreichbarkeit und Qualität insgesamt. Die Onlineumsätze bei EP:Marke wuchsen um 85 Prozent zum Vorjahr.

Die erfreuliche Entwicklung hängt auch mit dem Nachfrageboom (Stichwort Cocooning/Home-Improvement) zusammen. Wird die Konsumlaune der Menschen so hoch bleiben?
Sobol: Die Konsumlaune lässt sich derzeit kaum greifen. Die Entwicklung hängt vor allem davon ab, wie wir pandemietechnisch in die Herbst-/Wintersaison kommen. Unsere wichtigste Aufgabe ist es jetzt, vor allem die in der Pandemie neu gewonnenen Endkunden weiter für uns zu begeistern – und das tun unsere Fachhändler auf allen Kanälen.

Die größte Herausforderung für die Händler war und ist das Thema Warenverfügbarkeit. Lässt sich hier schon absehen, wie sich die Situation weiterentwickelt bzw. was unternimmt die Verbundgruppe, um die Mitglieder zu unterstützen?
Sobol: Wir gehen aktuell davon aus, dass die Warenverfügbarkeit weiterhin herausfordernd bleiben wird. Um hier gegenzusteuern und unsere Mitgliedsunternehmen zu unterstützen, haben wir für alle Sortimentsbereiche die Lagerbevorratung deutlich erhöht. Allerdings müssen wir leider festhalten, dass auch bei professionellem Forecast und großen Bestellmengen gilt: Wenn keine Ware am Markt verfügbar ist, können auch wir die Nachfrage irgendwann nicht mehr bedienen.

Im Frühjahr wurde die EP:Agenda 2025 präsentiert, mit zentralen Themen wie mehr Sortimentstiefe, konfigurierbare Service-Angebote, Mitarbeitermarketing, Nachhaltigkeit oder Vermarktung von qualitativer Beratung. Wurden hier schon Projekte in Angriff genommen?
Sobol: Die von Ihnen genannten Punkte fassen sehr gut zusammen, welchen Themen wir uns unter der Überschrift „Agenda 2025“ schon jetzt widmen. Dabei sind wir gut im Plan und konnten bereits einige Projekte anstoßen – zum Beispiel beim Thema Nachhaltigkeit: Hier lautet unser Motto ab sofort „GO GREEN – unsere Farbe verpflichtet“! Das gilt im Übrigen nicht nur für die Marke EP:, sondern für die gesamte Verbundgruppe ElectronicPartner. Ein internes Projektteam erstellt aktuell einen Nachhaltigkeitsbericht, mit kurz- und langfristigen Zielen für die gesamte Kooperation. Das Team setzt sich dauerhaft auf verschiedenen Ebenen für eine nachhaltige Unternehmensausrichtung ein, ermittelt Handlungsfelder und stößt konkrete Maßnahmen an. Auch die Marke EP: spielt dabei eine wichtige Rolle. In Zukunft werden die Themen Reparieren statt Wegwerfen sowie Energieeffiziente und umweltfreundliche Produkte noch aktiver vorangetrieben. Weiter sieht das Konzept konkrete Schritte hin zu hundert Prozent klimafreundlichem Versand, CO2-neutralen Websites und der Förderung regionaler Umweltprojekte vor. All diese Maßnahmen entwickeln wir in enger Abstimmung mit unseren Mitgliedern. Dabei bieten wir ihnen zahlreiche individuelle Möglichkeiten, für den eigenen Betrieb das Meiste und natürlich Passende aus unserem GO GREEN-Portfolio herauszuholen.

Weitere Projekte der Agenda 2025 befinden sich ebenfalls in der Umsetzung. Dazu gehört unter anderem das Angebot von Serviceterminvereinbarungen für Kunden. Wir sind gerade dabei, eine entsprechende Software an den EP:Webshop anzubinden. Dadurch kann jeder Markenhändler in seinem eigenen Webauftritt Beratungstermine anbieten, die seine Kunden einfach und digital buchen können. Wir haben im Zuge der Corona-Krise durch „Click and Meet“ festgestellt, dass Kunden diese Form der Einzelberatung sehr gut annehmen und schätzen. Diese Möglichkeit möchten wir ihnen künftig auch unabhängig von der Pandemie bieten. Perspektivisch ist geplant, dieses Angebot weiter zu spezifizieren, indem direkt der passende Berater zum gesuchten Produkt ausgewählt werden kann. Weitere Entwicklungen wie zum Beispiel Liveshopping werden Anfang nächsten Jahres in Angriff genommen. Ergänzend hierzu wird es in Zukunft einen Servicegenerator geben, über den Kunden noch passgenauer Leistungen und Termine im Netz vereinbaren können.
Die Themen „Sortimentstiefe – mehr Spezialisierung auf hochwertige Marken“ sowie „Ausbau des Mitarbeitermarketings“ gehen wir bereits aktiv an. Hier befinden sich die verschiedenen Teams der ElectronicPartner Zentrale mitten in der Analyse und Bewertung von Angeboten und Möglichkeiten, um unseren Markenhändlern schon bald erste Ergebnisse präsentieren zu können.

Die rot-weiß-rote Perspektive beleuchtet Michael Hofer, Geschäftsführer ElectronicPartner Austria:

Michael Hofer kann auch in Österreich auf eine erfreuliche Entwicklung blicken.

Wie hat sich die Kooperation in Österreich im ersten Halbjahr geschlagen?
Michael Hofer: Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten Halbjahr 2021. Die Entwicklung ist äußerst positiv und wir verzeichnen gegenüber dem sehr guten 1. HJ 2020 neuerlich ein Plus. Wir haben auch mit einem guten ersten Halbjahr gerechnet – unsere Mitglieder haben mit ihrer tollen Performance die Erwartungen und Zahlen nochmals übertroffen. Das umfasst das gesamte „Basisgeschäft”, von der großen Weißware über Kleingeräte bis hin zur oft gescholtenen UE und auch der IT, die viele Händler vor eineinhalb Jahren noch gar nicht am Radar hatten. Den einzigen Wermutstropfen bildet die Telekommunikation, wo vor allem die Entwicklung bei Huawei schwierig aufzuwiegen war. Das ist leider nicht ganz gelungen, aber ich bin guter Dinge, dass auch das wieder ins Lot kommt. Und die anderen Bereiche konnten die TK ohnehin überkompensieren.

ElectronicPartner hat verstärkt auf das Thema Regionalität gesetzt. War dieser Ansatz richtig bzw. welche Effekte wurden damit erzielt?
Hofer: Wir haben bewusst auf das Thema Regionalität gesetzt und in diesem Zusammenhang den Händler in den Vordergrund gestellt – das war ein wichtiger und richtiger Ansatz. Unser Plus wird vor allem von den kleinen und mittleren Händlern getragen. Auch unsere großen Mitgliedsbetriebe performen gut, aber die kleinen und mittleren konnten am kräftigsten zulegen – das zeigt, dass unsere Basisarbeit funktioniert.

Mit welchen Erwartungen geht man nun ins zweite Halbjahr
Hofer: Wir sind grundsätzlich positiv eingestellt und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht: Erstens kann uns das gute erste Halbjahr keiner mehr nehmen. Zweitens haben vieles für den Herbst und das Weihnachtsgeschäft vorbereitet. Das wird bei den „Grünen Infotagen” präsentiert, die im September zunächst physisch, später auch digital stattfinden werden. In diesem Rahmen bekommen die Händler alles, was sie für ein erfolgreiches zweites Halbjahr brauchen. Drittens unsere regionale Ausrichtung – Stichwort „Local Hero”. Unsere Imagekampagne erzeugt sehr viel positives Echo bei den Endkunden und Händlern – weil eben die Persönlichkeit im Vordergrund steht, und das bleibt in Erinnerung. Und wir gehen diesen Weg weiter: Jetzt werden neue Videos gedreht, die im Herbst ausgestrahlt werden. Und als vierten Punkt starten wir zur Flankierung unserer Werbemaßnahmen ein neues Fernsehformat: Ab Oktober werden wir einmal pro Woche im Frühstücksfernsehen der ProSiebenSat.1 PULS 4-Gruppe auftreten und dort gemeinsam mit Mitgliedern und Lieferanten aktuelle Neuheiten und Themen wie zB Nachhaltigkeit vorstellen. Das Konzept ist gerade in der Finalisierung, weitere Details folgen in Kürze.

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