Montag, 18. Oktober 2021
BMK überbrückt Zeit bis zum EAG-Förderstart

Förderbudget für PV-Kleinanlagen aufgestockt

Photovoltaik | Wolfgang Schalko | 16.08.2021 | Downloads | |  
Rekord: Das Budget der laufenden PV-Aktion beträgt dank der neuerlichen Aufstockung in Summe 68 Millionen Euro. Rekord: Das Budget der laufenden PV-Aktion beträgt dank der neuerlichen Aufstockung in Summe 68 Millionen Euro. (© Wirli) Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Förderbudget für Photovoltaik-Kleinanlagen kürzlich aufgestockt. Damit hat Klimaschutzministerin Leonore Gewessler rechtzeitig den beinahe aufgebrauchten Fördertopf zur Förderung von Anlagen bis 50 Kilowatt wieder aufgefüllt. Ab sofort stehen bei der Förderstelle, dem Klima- und Energiefonds, wieder 20 Mio. Euro für neue Projekte zur Verfügung.

„Die diesjährigen Fördermittel wurden beinahe vollständig abgerufen. Entsprechend groß war die Unsicherheit in den letzten Wochen, die Errichter und potenzielle Anlagenbetreiber vor vor große Herausforderungen stellte. Daher war die vom PVA geforderte Aufstockung unumgänglich“, kommentiert Vera Immitzer, Geschäftsführerin des Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA). „Mit der nun erfolgten Aufstockung können jene Privatpersonen sowie Klein- und Mittelunternehmen, die noch im Laufe des Sommers auf erneuerbare Energie aus Sonnenkraft setzen wollen, ihre Anlagen realisieren“, zeigt sich Immitzer erfreut. Gefördert wird mittels einmaligen Investitionszuschusses, dessen Höhe von der Anlagengröße abhängt (siehe unten).

Fördermittel-Aufstockung als Überbrückung für PV-Branche und Anlagenbetreiber

Durch die Verzögerung des Beschlusses des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) und den damit verbundenen Verordnungen ist die Branche v.a. bei größeren PV-Projekten noch mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Erfreulicherweise können zumindest für Kleinanlagen mit dieser Überbrückung weiter Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.

„Bis das EAG in Kraft treten kann, sehen wir die nun erfolgte Aufstockung der Fördermittel als wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität und als logische Konsequenz um Kontinuität im Ausbau von PV-Anlagen bis 50 kWp zu gewährleisten“, schlussfolgert Gernot Schröck, Bereichsleitung bei Siblik SmartHome & Erneuerbare Energien.

Daniel Nauschnegg, Geschäftsführer Energietechnik Nauschnegg GmbH, ergänzt die Sicht eines Anlagenerrichters: „Eine einfache, unbürokratische und kontinuierliche Förderung ist wichtig und schafft Planungssicherheit für die Umsetzung unserer PV- und Speicher-Projekte. Die Kunden sowie wir als Unternehmen können nun die Planungen fortsetzen.“

Peter Prasser, Geschäftsführer Kioto Solar, PV-Modulproduzent in Kärnten, sagt: „Wir Verdoppeln in Kürze die bestehende Modulproduktion um die enorm gestiegene Nachfrage nach innovativen Modulen decken zu können. Um die österreichische Produktion und das ausgebildete Handwerk weiter auszubauen, müssen kontinuierliche Rahmenbedingungen bestehen – dafür sorgt u.a. diese Aufstockung.“

Zu lange darf der Förderstart im Zuge des neuen EAG nicht auf sich warten lassen. Laut PVA ist davon auszugehen, dass der Trend der letzten Monate anhält und auch die neu eingebrachten Mittel in den nächsten Monaten abgerufen sein werden. Um die Ausbauziele der Regierung zu erreichen, müssen jährlich 1.100 Megawatt PV-Leistung zugebaut werden – das ist mehr als Dreifache des PV-Zubau des letzten Jahres.

Über die PV-Kleinanlagenförderung des Klimafonds

Gefördert werden neu installierte, im Netzparallelbetrieb geführte Photovoltaik-Anlagen bis 50 kWp. Einreichen können natürliche sowie juristische Personen. Für Antragstellungen ab 01.06.2021 gilt: Eine Kombination mit Landes- sowie Gemeindeförderungen ist möglich.

Pro Antrag werden maximal 50 kW einer Anlage gefördert. Die Förderung wird in Form eines einmaligen Investitionskostenzuschusses ausbezahlt. Für Antragstellung ab 22.12.2020 gelten folgende Förderpauschalen:

  • 250 Euro/kWp für 0 bis 10 kWp
  • 200 Euro/kWp für jedes weitere kWp zwischen 10 und 20 kWp
  • 150 Euro/kWp für jedes weitere kWp über 20 kWp bis 50 kWp

Beispiel: Eine Anlage mit 12 kWp Leistung erhält damit 10 x 250 Euro + 2 x 200 Euro = 2.900 Euro an Förderung.

Für gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlagen (GIPV) gibt es einen Bonus in der Höhe von zusätzlich 100 Euro/kWp. Weitere Informationen sind auf der Webseite des Klima- und Energiefonds sowie im Leitfaden „Photovoltaik-Anlagen 2020-2022” (beigefügt als PDF) zu finden.

Downloads
Leitfaden Photovoltaik-Anlagen 2020-2022
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